Fraport Firmenzentrale
Bei der Razzia wurde auch die Unternehmenszentrale der Fraport AG am Frankfurter Flughafen durchsucht. Bild © AS+P Albert Speer + Partner GmbH

Nach der Razzia beim Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport prüfen die Ermittler nun die beschlagnahmten Unterlagen. Acht Personen stehen unter Verdacht, einen senegalesischen Politiker bestochen zu haben.

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Am Tag nach der Durchsuchung beim Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport wird seit Mittwoch das sichergestellte Material ausgewertet. Es geht um den Vorwurf der Bestechung ausländischer Amtsträger. Von den acht Beschuldigten Personen seien fünf Fraport-Mitarbeiter unterhalb der Vorstandsebene, wie die Staatsanwaltschaft Frankfurt mitteilte. Festgenommen wurde niemand.

Die Gruppe steht im Verdacht, einem Minister des afrikanischen Staats Senegal für einen Auftrag Unternehmensbeteiligungen versprochen zu haben. Der Tatzeitraum wird auf die Jahre 2006 bis 2012 benannt. Die Ermittlungen waren durch eine anonyme Anzeige ins Rollen gekommen. Die Ermittler hatten am Dienstag Privaträume und Arbeitsplätze der Beschuldigten durchsucht.

Projekt in Dakar beendet

In der senegalesischen Hauptstadt Dakar ist vor wenigen Tagen der neue Flughafen "International Blaise Diagne" eröffnet worden, den Fraport ursprünglich managen sollte. Ein entsprechender Vertrag war 2006 abgeschlossen worden.

Nach mehrjährigen Verzögerungen und Absenkung der ursprünglich vereinbarten Entgelte habe man das Projekt formell zum Jahresende 2016 beendet, erklärte ein Fraport-Sprecher auf Anfrage. Man unterstütze die Ermittlungen, wolle darüber hinaus aber keine Einzelheiten nennen. Auch zu den betroffenen Personen äußerte sich der Sprecher nicht.

Sendung: hr-iNFO, 12.12.17, 19 Uhr