Lufthansa protestiert gegen Rabatte für Ryanair am Frankfurter Flughafen
Ryanair will der Lufthansa in Frankfurt Konkurrenz machen. Bild © picture-alliance/dpa

Nicht kleckern, sondern klotzen: Der Billigflieger Ryanair will im Winterflugplan 24 Verbindungen ab dem Frankfurter Flughafen anbieten - und der Lufthansa an ihrem Stammsitz damit Konkurrenz machen.

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Ryanair-Chef Michael O'Leary stellt in Frankfurt neue Flugziele vor

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found hr-Reporter: "Spitzen gegen die Lufthansa"

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Die Billigairline Ryanair gibt sich selbstbewusst: Mit einem Victory-Zeichen zeigte sich Ryanair-Chef Michael O'Leary am Dienstagmittag am Frankfurter Flughafen, dem Stammsitz von Deutschlands größter Fluggesellschaft Lufthansa. Tatsächlich hat Ryanair in Frankfurt viel vor: Die Airline will hier massiv expandieren. Ab März fängt sie mit zwei Flugzeugen in Frankfurt an, ab dem Winterflugplan sollen bereits sieben Flugzeuge dort stationiert sein.

Außerdem kündigte O'Leary 20 neue Ziele an, die Ryanair ab dem Winterflugplan von Frankfurt aus anfliegen will: Athen, Barcelona, Brindisi, Catania, Glasgow, Gran Canaria, Krakau, Lanzarote, Lissabon, London, Madrid, Mailand, Manchester, Pisa, Porto, Sevilla, Teneriffa, Toulouse, Valencia und Venedig.

"Ryanair is wonderful, Lufthansa not so"

Dazu kommen die Verbindungen, die Ryanair bereits ab März anbietet: die Sonnenziele Mallorca, Alicante, Malaga und Faro. Jährlich will die Billigairline so auf 2,3 Millionen Kunden kommen. Mit den Städteverbindungen sollten auch mehr Geschäftsreisende gewonnen werden, sagte der Airline-Chef. Langfristig, so O'Leary, könne man sich auch 10 bis 20 Maschinen am Frankfurter Airport vorstellen.

Die Stoßrichtung ist klar: Ryanair will der Lufthansa in Frankfurt mächtig Konkurrenz machen. "Ryanair is wonderful, Lufthansa not so", sagte O'Leary. Bislang hatte Ryanair den Frankfurter Flughafen wegen hoher Gebühren gemieden, kann nun aber einen Gebührenrabatt des Betreibers Fraport nutzen.

Lufthansa will reagieren

Der Frankfurter Flughafen bemüht sich inzwischen stark um Billigflieger, weil dieser Markt noch wächst und der Airport dringend seine ausgebauten Kapazitäten füllen muss. Politisch ist dies in Hessen umstritten.

Die Lufthansa hatte kürzlich deutlich gemacht, dass sie den wachsenden Markt für Privatreisen und touristische Ziele auch an ihrem Heimatdrehkreuz Frankfurt nicht kampflos dem irischen Billigflieger Ryanair überlassen will. So will die Lufthansa ihre Billigtochter Eurowings perspektivisch auch Frankfurt bedienen lassen. "Wir arbeiten an einer Lösung für Sommer 2018", sagte Lufthansa-Vorstand Karl Ulrich Garnadt Anfang Februar.