Ministerpräsident Bouffier 2013 in Frankfurt im Cockpit eines Airbus A380
Ministerpräsident Bouffier 2013 in Frankfurt im Cockpit eines Airbus A380 Bild © picture-alliance/dpa (Archiv)

Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) greift in den Streit von Lufthansa und Fraport um die Zukunft des Frankfurter Flughafens ein. Er hat die Chefs der beiden hessischen Top-Unternehmen zum Gespräch geladen.

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Für die Lufthansa kommen Chef Carsten Spohr und der für Frankfurt zuständige Vorstand Harry Hohmeister zum Gespräch mit Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU), wie ein Lufthansa-Sprecher hessenschau.de sagte. Auch für Flughafenbetreiber Fraport rückt der Vorstand an. Termin für das Spitzengespräch ist nach hessenschau-Informationen der Sonntagabend.

Die beiden hessischen Top-Konzerne streiten seit Monaten über die neue Billigflieger-Strategie des Frankfurter Flughafens, von der sich die Lufthansa als Stammkunde benachteiligt sieht. Von den Rabatten für Anbieter weiterer Verbindungen profitiert vor allem Lufthansa-Konkurrent Ryanair.

Regierungssprecher Michael Bußer sprach von einer nicht geheimen, aber vertraulichen Unterredung mit den Luftfahrt-Chefs. Entsprechende Treffen fänden öfter statt, im kommenden Gespräch werde es selbstverständlich auch um die aktuelle Situation am Flughafen gehen, sagte Bußer zu hessenschau.de.

Versöhnliche Töne

Bouffier selbst hatte es als richtig bezeichnet, dass sich Billigflieger ansiedeln und die Rabatte nachvollziehbar genannt. Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) genehmigte die Flughafengebühren mit Verweis auf rechtliche Zwänge. Zugleich zeigt sich die Regierung besorgt, dass sich mit Lufthansa und Fraport der größte und der viertgrößte Arbeitgeber des Landes entfremden.

Vier Tage vor dem Luftfahrt-Gipfel bemühten sich Lufthansa und Fraport am Mittwoch um versöhnliche Töne. Ein Lufthansa-Sprecher sagte, Ziel sei es, wieder zu einer Systempartnerschaft am Frankfurter Flughafen zu kommen. Ein Fraport-Sprecher sprach von regelmäßigen Kontakten und konstruktiven Gesprächen. Auch eine Runde wie am Sonntag sei nicht außergewöhnlich.

Gestörtes Verhältnis

Schon vor wenigen Tagen hatte Lufthansa-Vorstand Hohmeister der Frankfurter Rundschau gesagt, Lufthansa werde zunächst von einer Klage gegen die neuen Fraport-Gebühren absehen. Zugleich rückte er nicht von der Kernforderung niedrigerer Gebühren auch für seine Airline ab. Zuvor hatte die Lufthansa mehrfach durchblicken lassen, dass sie das einst innige Verhältnis zu Frankfurt für gestört hält. So fand die Bilanzpressekonferenz erstmals in München statt, wo auch neue Flugzeuge der Airline stationiert wurden.