Bis zu 400 Windkraftanlagen im Odenwald? Das ist selbst Freunden der Energiewende zu viel. Wütende Demonstranten übergaben dem Regierungspräsidium Darmstadt eine Petition mit 15.000 Unterschriften.

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Mehrere Bürgerinitiativen fordern einen sofortigen Baustopp von Windkraftanlagen im Odenwald. "Rund 400 erwartete Anlagen sind in diesem kleinen Gebiet ein Horror", sagte Markus Voigt, Sprecher der BI Kahlberg, am Mittwoch bei einer Protestkundgebung in Darmstadt: "Es wird aber keine Rücksicht genommen."

Sorge um Schwarzstörche und Mopsfledermäuse

Mit Trillerpfeifen und Transparenten richtete sich die Kritik gegen die Landesregierung und gegen das Regierungspräsidium Darmstadt als zuständige Genehmigungsbehörde. Dort wurde eine Petition übergeben, die laut Initiatoren von mehr als 15.000 Unterstützern unterschrieben ist.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Wütender Protest gegen Windkraftanlagen im Odenwald

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Im Kern geht es den Bürgerinitiativen um das Eiterbachtal bei Wald-Michelbach (Bergstraße). Geschützt werden müssten Schwarzstörche sowie Uhus, Mopsfledermäuse, Habichte und andere Greifvögel. Die Entscheidung pro Windkraftanlagen verstoße gegen den Artenschutz. Ein Vertreter des Regierungspräsidiums kündigte an, die Petition zu prüfen.

"Naturparks erhalten!"

Zu den Protestierenden zählt die Bürgerinitiative "Rettet den Odenwald". Sie wendet sich nach eigener Darstellung nicht gegen die Energiewende. Windkraftanlagen seien grundsätzlich zu befürworten. Flächen wie Naturparks und Landschaftsschutzgebiete sollten aber erhalten bleiben. Sie hätten vor allem in dicht besiedelten Regionen wie Südhessen eine wichtige Funktion als Erholungs- und Rückzugsraum für Mensch und Natur.

Hessens schwarz-grüne Regierung will auf zwei Prozent der Landesfläche Windkraftanlagen errichten. Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) gibt sich optimistisch, dass die Umsetzung selbst im dicht besiedelten Rhein-Main-Gebiet gelingt. Jedoch regt sich in allen betroffenen Regionen Widerstand in der Bevölkerung gegen die Pläne, zum Beispiel in der Tourismushochburg Willingen, im osthessischen Eiterfeld und im Main-Kinzig-Kreis mit dem Spessart.