Die Luft in Limburg muss sauberer werden.
Die Luft in Limburg muss sauberer werden. Bild © picture-alliance/dpa

Weil die Luft in Limburg noch immer viel zu schmutzig ist, gerät das Land Hessen zunehmend unter Druck. Umweltschützer und die Justiz beklagen Tatenlosigkeit und drängen auf schnelles Handeln. Es droht ein Zwangsgeld.

Das Problem ist schon lange bekannt: Limburgs Luft ist mit Autoabgasen verschmutzt. Die vor allem durch den Kfz-Verkehr entstehenden Stickstoffdioxidwerte überschreiten "deutlich" die Grenzwerte, wie aus einer Pressemitteilung der Stadt im Mai hervorgeht (Aktuelle Messwerte finden Sie hier). Das Land wurde bereits 2015 vom Verwaltungsgericht Wiesbaden zur Ergreifung von Maßnahmen verpflichtet. Passiert ist wenig. Jetzt droht das Gericht mit Zwangsgeld, wenn nicht bis Jahresende etwas geschieht.

Limburg lehnt Fahrverbote ab

Das Land will nun die neue Version des Luftreinhalteplans für Limburg in den kommenden Wochen veröffentlichen, wie eine Sprecherin des Umweltministeriums am Montag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Dann wird klar, womit Autofahrer in Limburg in Zukunft rechnen müssen.

In einem früheren Entwurf des Plans war von einer Umweltzone und einem Lkw-Durchfahrverbot die Rede. Die Stadt Limburg unterstützt nach eigenen Angaben die Einführung einer Umweltzone, ist aber gegen Fahrverbote im Zusammenhang mit einer blauen Plakette und auch gegen eine ins Gespräch gebrachte Lkw-Umleitung. Diese würde die Lkw zwar aus der Innenstadt verbannen, aber durch andere Wohngebiete führen, erklärte ein Sprecher der Stadt. Ein Job-Ticket sei in Limburg schon eingeführt worden.

Umwelthilfe beklagt Verzögerung

Bereits 2015 hatte das Verwaltungsgericht Wiesbaden die Pläne des Landes zur Reduzierung der Schadstoffe in Limburg als konzeptlos bemängelt. Die Deutsche Umwelthilfe beantragte vergangenes Jahr ein Vollstreckungsverfahren wegen Verzögerungen in der Umsetzung der Gerichtsauflagen.

Auch bei drei Klagen gegen das Land Hessen wegen der Luftreinhaltepläne in Wiesbaden, Darmstadt und Frankfurt sollen bis zum Frühjahr Entscheidungen fallen, wie ein Gerichtssprecher sagte.