S-Bahnen in Frankfurt
S-Bahnen in Frankfurt Bild © picture-alliance/dpa

Viele Pendler warten seit Jahren auf den Ausbau der Bahnstrecke zwischen Frankfurt und Friedberg. Nun beginnen die Bauarbeiten. Einige Anwohner wehren sich. Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.

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Eigene Gleise auf der Strecke zwischen Frankfurt-West und Friedberg sollen die S-Bahn-Linie 6 künftig pünktlicher machen. Am Dienstag erfolgt am Bahnhof Frankfurter Berg der Spatenstich für die erste Baustufe des Bahnprojekts. Dabei sein werden neben Bahn-Vertretern Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) und der Geschäftsführer des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV), Knut Ringat.

Warum wird die Strecke ausgebaut?

Die bisher vorhandenen zwei Gleise teilen sich Regionalzüge, ICEs, S-Bahnen und Güterzüge. Sie fahren in sehr engem Takt, blockieren sich gegenseitig und haben dadurch viel Verspätung. Die S6 muss häufig an Stationen länger halten, weil sie von anderen Zügen überholt wird. Nach dem Ausbau soll die S-Bahn auf eigenen Gleisen fahren und so pünktlicher in einem durchgängigen 15-Minuten-Takt fahren.

Die 1. Baustufe verläuft von Frankfurt West nach Bad Vilbel
Bild © hessenschau.de

Wie sollen die Pendler noch vom Ausbau profitieren?

Neben pünktlicheren S-Bahnen soll es mehr Regionalzüge auf der Strecke geben, zum Beispiel beim Mittelhessen-Express. Bahnen, die heute in Friedberg enden, könnten dann direkt weiter bis nach Frankfurt fahren. Vom Ausbau sollen Fahrgäste aus dem Niddatal, der Wetterau und Mittelhessen profitieren.  

Was passiert bei den Bauarbeiten?

Die Bahn verlegt auf der 13 Kilometer langen Strecke zwischen Frankfurt-West und Bad Vilbel zunächst neue Weichen, baut Lärmschutzwände, neue Oberleitungen und Signale. Im Anschluss modernisiert sie die vier Bahnsteige und S-Bahn-Stationen auf der Strecke. In Frankfurt-Ginnheim entsteht ein komplett neuer Haltepunkt. Die viergleisige Strecke soll Ende 2022 den Betrieb aufnehmen.

Gibt es für Pendler Beeinträchtigungen während der Bauphase?

Während der Bauarbeiten sollen in der Regel weiterhin zwei Gleise befahrbar sein, der S-Bahn-Betrieb soll weitestgehend aufrechterhalten werden. Sperrungen soll es nur vereinzelt nachts, am Wochenende oder in den Schulferien geben. Regional- und Fernzüge werden teilweise umgeleitet. Die Deutsche Bahn will Sperrungen und Umleitungen frühzeitig ankündigen.

Welche Vorbehalte gibt es gegen den Ausbau?

Viele Anwohner wehren sich gegen den Ausbau der Strecke, sie haben sich im Aktionsbündnis "Bahnane" zusammengeschlossen. Sie befürchten, dass auf der Strecke in Zukunft nicht zusätzliche Regionalzüge, sondern Güterzüge fahren werden. Das Bündnis hat mehrmals gegen den Ausbau geklagt und versucht jetzt, die Bauarbeiten auf dem zweiten Streckenabschnitt von Bad Vilbel nach Friedberg zu verhindern. Der zweite Bauabschnitt ist derzeit im Planfeststellungsverfahren.

Was kostet das Projekt?

Der Ausbau des ersten Abschnitts kostet 323 Millionen Euro. 60 Prozent der Kosten trägt der Bund, 27,5 Prozent das Land Hessen und den Rest die Stadt Frankfurt. Für den zweiten Bauabschnitt soll der Wetteraukreis einen Teil der Kosten übernehmen. Die Gesamtkosten für beide Bauabschnitte werden derzeit auf rund 600 Millionen Euro geschätzt.