Frankfurt Hauptbahnhof Umbau 164 Rolltreppe B-Ebene
Der Frankfurter Hauptbahnhof wird vorerst noch nicht saniert. Bild © hessenschau.de

Der Umbau des Frankfurter Hauptbahnhofs zieht sich wesentlich länger hin als geplant. Der Startschuss für die Arbeiten wurde nun um zwei Jahre nach hinten verschoben, auch die Bauzeit hat sich noch mal erhöht.

Es gibt wahrlich schönere Orte als den Frankfurter Hauptbahnhof. Zwar wurde die historische Außenfassade in den vergangenen Jahren saniert, innerhalb der Mauern des 1888 eröffneten Gebäudes ist der Lack aber schon lange ab: Bröckelnder Putz, lose Deckenplatten, überall Leerstand, dazu für Auge und Nase unzumutbare Schmuddelecken prägen das Bild - und werden es wohl noch eine ganze Weile tun.

Haupteingang des Frankfurter Hauptbahnhofs
Rund um den Frankfurter Hauptbahnhof gibt es viele schmuddelige Ecken. Bild © hessenschau.de

Aus dem geplanten Umbau wird nämlich so schnell nichts. Statt Ende dieses Jahres würden die Arbeiten erst 2019 beginnen, teilte eine Bahnsprecherin am Mittwoch mit und bestätigte einen Bericht der Frankfurter Rundschau. Zugleich soll sich die Bauzeit für das 135-Millionen-Euro-Projekt von drei auf vier Jahre erhöhen. Mit einer Fertigstellung ist damit nicht vor 2023 zu rechnen.

Neue Unterlagen eingereicht

Als Grund für die Zeitverzögerung nannte die Sprecherin vor allem den Brandschutz. Dieser sei nach einer Empfehlung der Feuerwehr neu bewertet worden. Dazu kämen noch einige andere technische Fragen. Einzelheiten dazu sagte sie nicht: "Wir haben aber die Hände nicht in den Schoß gelegt." So sei bereits unterirdisch an der Entwässerung gearbeitet worden, auch Bahngleise wurden saniert.

Frankfurt Hauptbahnhof Sanierung Animation
So soll der Eingangsbereich einmal aussehen. Bild © Deutsche Bahn AG

Anfang November habe die Bahn die Unterlagen nun ergänzt und einige neue eingereicht. Diese würden geprüft, teilte das Eisenbahn-Bundesamt in Bonn mit. Wie lange das dauert, hänge von der Qualität der Unterlagen ab. Die Bahn habe sich dann für ein Plangenehmigungsverfahren entschieden, bei dem die Unterlagen nicht veröffentlicht werden müssten. Dies sei möglich, weil die Betroffenen - die Geschäftsleute im Bahnhof und der B-Ebene - informiert seien.

B-Ebene wird umgestaltet

Gerade diese Händler hoffen wie viele der täglich über 450.000 Reisenden schon lange auf den Umbau. Neue Wege, ein erleichtertes Umsteigen und weniger zwielichtige Stellen in der B-Ebene zwischen den Fernbahngleisen und den unterirdischen U- und S-Bahnlinien sind das Ziel.

Statt vieler kleiner sollen wenige breite Zugänge nach oben führen. Im oberirdischen Bereich soll zudem eine große Kuppel die Eingangshalle mit Tageslicht versorgen, auch zusätzliche Verkaufsflächen sind geplant.

Frankfurt Hauptbahnhof Umbau 128 Wandbild
Vor allem die B-Ebene soll umfangreich saniert werden. Bild © hessenschau.de

Um die Drogenkriminalität rund um den Bahnhof besser in den Griff zu kriegen, setzt die Polizei schon seit einigen Monaten viel mehr Kräfte in dem Viertel ein.

Zugleich drängen Stadt und Polizei auf die baldige Schließung einiger der aktuell mehr als 20 Zugänge in die B-Ebene, weil diese die Lage unübersichtlich machten. Fünf Zugänge sollen geschlossen werden, sagte die Bahn-Sprecherin, aber erst nach und nach mit Beginn der Bauarbeiten 2019.

Bahnhofsvorplatz kommt als Letztes dran

An dem Umbau hängt auch die Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes. Das Entrée in die Stadt gilt derzeit als ein Schandfleck, das nach Abschluss der Gebäudesanierung für weitere zehn Millionen Euro ebenfalls neugestaltet werden soll.

Unter anderem ist ein Ausbau der Rad- und Fußwege vorgesehen. Nach ursprünglichen Planungen war eine Gesamtfertigstellung im Jahr 2025 geplant. Einen neuen Zeitplan gibt es derzeit noch nicht.