Ein A380 der Lufthansa hebt in Frankfurt ab
Lufthansa ist der größte Kunde am Frankfurter Flughafen. Bild © picture-alliance/dpa

Im Streit um Airline-Gebühren am Frankfurt Flughafen haben sich Fraport und Lufthansa angenähert. Sie unterschrieben eine Vereinbarung, die der Airline zwei Vorteile bringen soll: weniger Kosten und mehr Wachstum.

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In ihrem Streit um Gebührenrabatte vor allem für Billigflieger haben sich der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport und die Lufthansa angenähert. Sie unterschrieben am Mittwoch eine Vereinbarung über erste Maßnahmen für eine bessere Zusammenarbeit. Kern: Der Flughafen soll sich wieder mehr um seinen größten Kunden kümmern und ihm helfen, Kosten zu sparen.

Beide Unternehmen zeigten sich bei den Inhalten der Vereinbarung wenig auskunftsfreudig. Die Agentur Reuters bezifferte die Einsparungen für Lufthansa mit Verweis auf Insider allerdings mit einem niedrigen zweistelligen Millionen-Bereich pro Jahr.

Fraport will unter anderem das aktuelle Gebührenmodell mit seinen Rabatten auch im nächsten Jahr beibehalten. Damit ist im nächsten Jahr nicht mit einer Erhöhung der Start- und Landegebühren zu rechnen. Und: Sollte die Lufthansa-Tochter Eurowings im kommenden Jahr auch von Frankfurt aus fliegen, könnte sie wie Ryanair drei Jahre lang von Rabatten profitieren.

Viele kleine Stellschrauben

Um dies zu erreichen, sollen viele kleine Maßnahmen angestoßen werden. "Wir arbeiten bei vielen Dingen zusammen, zum Beispiel beim Handling der Passagiere, bei Bussen, bei der Terminalnutzung. Da wollen wir besser und effizienter werden", sagte ein Lufthansa-Sprecher hessenschau.de.

Als Beispiel nannte ein Fraport-Sprecher die Personalbusse: "Wenn wir da die Taktung zeitlich optimieren und Kapazitäten besser nutzen, sparen wir Kosten." Bei der hohen Zahl an Bussen sei das kein unbedeutender Betrag. Auch bei der Werbung und der Ansprache der Kunden wolle man besser zusammenarbeiten. Wie genau das aussehen soll, stehe aber noch nicht fest.

Nur der Auftakt

Beide Unternehmen bezeichnen die Vereinbarung und die ersten Maßnahmen als Auftakt und Basis für weitere Gespräche. "Arbeitsgruppen aus Lufthansa- und Fraport-Mitarbeitern werden über die nächsten Jahre hinweg immer wieder zusammenkommen, damit wir auch mittel- und langfristig gemeinsame Perspektiven finden", sagte ein Fraport-Sprecher.

Streit über Gebühren

Ausgelöst wurde der Streit von den Plänen der Fraport, Airlines mit hohen Gebührennachlässe zu locken. Da diese Rabatte an die Steigerung von Passagierzahlen anknüpfen, nützt dies vor allem dem neu am Flughafen tätigen Billigflieger Ryanair. Lufthansa tut sich dagegen schwer, zusätzliche Passagiere zu gewinnen.  

Lufthansa hatte mit einer Klage gegen die Rabatte. Beide einigten sich auf ein Paket, das der Airline Kostensenkungen auf dem Niveau von Ryanair ermöglichen sollte. Der Konflikt schwelte aber dennoch weiter, so dass sich auch Ministerpräsident Volker Bouffier eingeschaltet hatte.

Sendung: hr-iNFO, 5. Juli 2017, 13 Uhr