Drachenboot vor Schleuse in Offenbach
Drachenboot vor Schleuse in Offenbach Bild © Imago

Ob Hotel, Pension oder Campingplatz: Geschäftsreisende und Urlauber entscheiden sich immer öfter für Hessen. In der neuen Rekordbilanz gibt es einen überraschenden Gewinner – und auch den einen oder anderen Verlierer.

Die Tourismusbranche in Hessen hat im Jahr 2017 bei Übernachtungen und Gästezahlen zum achten Mal in Folge neue Spitzenwerte verbucht. Insgesamt kamen im vergangenen Jahr rund 15,3 Millionen Gäste ins Bundesland, wie das Statistische Landesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte. Das entspricht einem Zuwachs von 5,1 Prozent gemessen am Vorjahr. Und manche Gegend und vor allem manche Stadt legte noch kräftiger zu.

So können sich Documenta-Ausrichter Kassel mit einem Plus von 17,2 Prozent und Frankfurt (8,4 Prozent) besonders freuen. An Offenbach reichen ihre Wachstumszahlen aber nicht heran. Die 20,3 Prozent mehr Übernachtungen sieht Stadtsprecher Fabian El Cheikh im Zusammenhang mit dem umfassenden Aufschwung, in dem sich die Stadt befinde: "Offenbach war lange Zeit nicht so auf der Landkarte. Jetzt erfährt die Stadt eine enorme Dynamik. Wir werden bundesweit sichtbarer.“

Mehr Betten - und Frankfurt

Wegen der zentralen Lage im Rhein-Main-Gebiet und der Nähe zu Frankfurt buchten zunehmend Businessgäste ein Zimmer in Offenbach  - zumal die Preise im Schnitt günstiger seien als in der Nachbarstadt. Die Lederwarenmesse ziehe auch mehr Besucher aus Asien an, die Stadt punkte auch mit Attraktionen wie dem Wetterpark. Gleichzeitig stieg die Zahl der verfügbaren Betten, zum Beispiel durch die Eröffnung des Vier-Sterne-Superior-Hotels New Century im Sommer 2016. Am Kaiserlei gibt es seitdem 223 Hotelzimmer auf 13 Stockwerken.

Überdurchschnittlich legten 2017 auch ländliche Gebiete wie der Vogelsbergkreis (7,9) und der Kreis Groß-Gerau (7,8) zu. Trotz des anhaltenden Wachstums gab es nach Angaben der Statistiker jedoch auch Verlierer, die teils klare Rückgänge hinnehmen mussten. Unter den Städten gehört demnach Darmstadt mit einem Minus von 6,7 Prozent bei den Übernachtungen dazu. Rückgänge trafen auch die Kreise Wetterau (minus 3,1), Limburg-Weilburg (minus 0,7), Odenwaldkreis und Darmstadt-Dieburg mit jeweils minus 0,5 Prozent

Minister: Herausforderungen bewältigt

11,4 Millionen der Gäste im vergangenen Jahr kamen aus anderen Bundesländern und 3,9 Millionen aus dem Ausland nach Hessen. Die Übernachtungszahlen der inländischen Besucher stiegen um 4,4 Prozent auf 26,4 Millionen. Bei den ausländischen Gästen wurde ein Plus von 5,4 Prozent auf 7,7  Millionen registriert.

"Die hessische Tourismusbranche hat die Herausforderungen des Markts wie Digitalisierung, barrierefreies Reisen und Bevölkerungswandel erfolgreich angenommen", kommentierte Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) die Gesamtbilanz. Sie gebe Grund zum Optimismus für das laufende Jahr 2018.

Sendung: hr-fernsehen, hallo hessen, 14.02.2018, 16.00 Uhr