Menschen mit Einkaufstüten auf Straße.
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Rund 230.000 Beschäftigte im hessischen Einzel- und Versandhandel erhalten höhere Gehälter. Dennoch reagierte die Gewerkschaft Verdi enttäuscht auf den Tarifabschluss.

Ein halbes Jahr nach Beginn der Verhandlungen haben sich Arbeitgeber und Gewerkschaften auf einen neuen Tarifvertrag für den hessischen Einzel- und Versandhandel geeinigt. Demnach steigen die Gehälter der rund 230.000 Beschäftigten rückwirkend zum 1. Juni um 2,3 Prozent sowie die Ausbildungsvergütungen zum 1. April, teilte die Gewerkschaft Verdi am Dienstag in Frankfurt mit.

Ab April 2018 sollen die Bezüge um weitere 2,0 Prozent steigen. Zudem bekämen Vollzeitbeschäftigte im März nächsten Jahres einmalig 50 Euro und Angestellte in Teilzeit einen anteiligen Betrag.

Gewerkschaft enttäuscht

Verdi äußerte sich enttäuscht über das Ergebnis. "Wir hätten nicht nur für die Beschäftigten, sondern auch für die Auszubildenden gerne mehr getan", erklärte Verhandlungsführer Bernhard Schiederig.

Es sei die Chance vertan worden, in den Tarifvertrag eine spürbare soziale Komponente über eine verhältnismäßig größere Anhebung der unteren Gehaltsgruppen einzubauen, kritisierte er.

Auf eine Anhebung von einem Euro mehr pro Stunde gehofft

Die Gewerkschaft hatte ursprünglich die Anhebung der Löhne und Gehälter um einen Euro je Stunde gefordert, was für die unteren Lohngruppen Steigerungen von bis zu zehn Prozent bedeuten hätte.

Zudem wollte Verdi einen kräftigen Aufschlag für Auszubildende erreichen. Während der Verhandlungen war es zu mehreren Warnstreiks in hessischen Städten gekommen.