Rechenzentrumsanbieter e-shelter eröffnet seinen achten Bauteil in Frankfurt
Der Rechenzentrumsanbieter e-shelter eröffnet ein weiteres Rechenzentrum in Frankfurt-Rödelheim - hier mit Oberbürgermeister Peter Feldmann und Gründer Rupprecht Rittweger (v.li). Bild © Anikke Fischer

Frankfurt festigt seine Bedeutung als Standort der digitalen Wirtschaft. Jetzt wurde Europas größtes Einzelrechenzentrum erweitert - ein Blick ins Innere der "Wolke".

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Mit "Campus 1" befindet sich der größte Datacenter-Standort Europas in Frankfurt-Rödelheim, und er wächst weiter: Nach neun Monaten Bauzeit hat der Anbieter e-shelter am Montag ein weiteres Gebäude eröffnet. Rund 60.000 Quadratmeter Fläche belegt "Campus 1" nun in Frankfurt, wie das Unternehmen bei der Inbetriebnahme des so genannten "Bauteils H" mitteilte. In die Anlagen wurden rund 100 Millionen Euro investiert.

Ein schönes Beispiel, wie Frankfurt jetzt Fahrt aufnimmt als Standort für Datenzentren, findet Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD): "Die technische Revolution, die jetzt über die Welt kommt, hat ihren Sitz tatsächlich in Frankfurt“, zeigte er sich bei der Eröffnungsfeier optimistisch. Das sei unter anderem dem Umstand zu verdanken, das Frankfurt den größten Internetknoten der Welt beherberge. "Hier entstehen zukunftssichere, moderne Arbeitsplätze." Die Stadt halte für digitale Rechenzentren derzeit 450.000 Quadratmeter Fläche bereit, 600.000 sollen es einmal werden.

Komplette Datenzentren ausgelagert

Begann das Unternehmen e-shelter vor 17 Jahren in Frankfurt als Start-Up, kommen die Auftraggeber inzwischen aus den unterschiedlichsten Bereichen. Finanzdienstleister, Behörden, Telekommunikationsfirmen, IT- und Cloud-Service-Anbieter nutzen die Dienste. Manche lagern ihre kompletten Datenzentren zu e-shelter aus, wie Unternehmensgründer Rupprecht Rittweger erläuterte.

In Hessen seien mittlerweile etwa 35.000 Menschen direkt oder indirekt in Rechenzentren beschäftigt, erläuterte Staatssekretär Mathias Samson (Grüne) vom hessischen Wirtschaftsministerium. Und die Bedeutung der Rechenzentren nehme zu.

Die "Wolke" ist schwer bewacht

Wie man sich ein Rechenzentrum am besten vorstellen sollte, versuchte Staatssekretär Samson so zu beschreiben. "Ich habe meiner Tochter heute gesagt, ich fahre dorthin wo die Wolke wohnt. Ich musste ihr versprechen, dass ich ihr erzählen werde, wie die Wolke von innen aussieht."

Von Außen besteht die "Wolke" aus mehreren grauen Gebäudeblocks, die hermetisch abgesichert sind. Wachpersonal passt auf, dass niemand Bereiche betritt, in denen er nichts zu suchen hat - schließlich sind Daten ein wertvolles Gut. Es gibt elektronisch überwachte Sicherheitszäune, bewaffnetes Personal und Zugangskontrollen mit Chipkarte, auf Wunsch auch optional mit biometrischen Merkmalen. Das Herz der Wolke kommt dann allerdings eher unspektakulär daher: Aneinandergereihte Glasschränke mit einem Innenleben aus aneinandergereihten Kabeln und blinkenden Lämpchen.