DHL-Paketbote im Einsatz
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Weil bei DHL Zusteller gestreikt haben, sind in Südhessen, im Rhein-Main-Gebiet und in Nordhessen zahlreiche Pakete liegen geblieben. Im Ausstand waren Mitarbeiter eines ausgegliederten Unternehmens. Um den Paketeberg zu bewältigen, greift DHL zu ungewöhnlichen Mitteln.

Nach den Warnstreiks zahlreicher Paketzusteller muss die DHL in den kommenden Tagen einen Paketeberg abbauen. "Die Kollegen sind heute mit sehr hohen Sendungsmengen unterwegs", sagte DHL-Sprecher Thomas Kutsch am Mittwoch zu hessenschau.de.

Neben den üblichen Zustellern seien Kollegen aus dem Innendienst im Einsatz, die als Verstärkungskräfte fungierten. Bis inklusive Samstag sollten aber alle Sendungen bei den Kunden sein. Kutsch appellierte an die Verbraucher, Verständnis aufzubringen, wenn ein Paket auch mal einen Tag länger brauche.

Von dem Ausstand am Dienstagmorgen waren sieben Zentren im Dreieck Frankfurt-Wiesbaden-Darmstadt betroffen. In den Zustellbasen Darmstadt, Heppenheim, Frankfurt-Höchst, Hattersheim, Wiesbaden, Ginsheim-Gustavsburg und Weiterstadt blieben Pakete liegen.

Streit um Erfahrungsstufen und Monatsgehalt

In Darmstadt hatten sich die streikenden Beschäftigten zu einer Kundgebung versammelt. Laut der Gewerkschaft Verdi haben etwa 330 Beschäftigte an dem Warnstreik teilgenommen. Außerdem legten die knapp 130 Beschäftigten der DHL Delivery Kassel ihre Arbeit komplett nieder. Die Delivery-Beschäftigten fallen unter den Tarifvertrag des privaten Transport- und Verkehrsgewerbes Hessen und nicht mehr unter den Haustarifvertrag der Deutschen Post AG.

Verdi verlangt für die rund 50.000 Beschäftigten neben einer Lohnsteigerung von 6,5 Prozent auch die Einführung von Erfahrungsstufen sowie ein 13. Monatsgehalt. Die Arbeitgeber hätten zwar eine geringe Gehaltssteigerung angeboten, die übrigen Forderungen aber abgelehnt.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau kompakt, 14.11.2017, 16.45 Uhr