Brückenbauarbeiten in Frankfurt (Archiv)
Brückenbauarbeiten in Frankfurt (Archiv) Bild © picture-alliance/dpa

Jede vierte Eisenbahnbrücke in Hessen ist ein Sanierungsfall. Das geht aus einer Antwort des Bundesverkehrsministeriums auf eine Kleine Anfrage der Grünen im Bundestag hervor, die hr-iNFO vorliegt. Einige Brücken sind gar nicht mehr zu retten.

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Insgesamt 2.120 Eisenbahnbrücken gibt es in Hessen. Etwa jede vierte davon muss saniert werden. 81 oder fast vier Prozent sind sogar so marode, dass eine Sanierung zu aufwändig wäre. Sie müssen früher oder später neu gebaut werden. Diese 81 Brücken fallen unter die Kategorie vier, wie aus der Antwort des Bundesverkehrsministeriums auf eine Kleine Anfrage der Grünen hervorgeht.

Deutlich mehr Eisenbahnbrücken, nämlich 443, fallen unter die Kategorie drei. Hier ist eine Sanierung notwendig und möglich. Insgesamt sind somit fast 25 Prozent der hessischen Eisenbahnbrücken betroffen. Zudem sind nach Angaben des Bundesverkehrsministeriums die hessischen Eisenbahnbrücken im Schnitt etwa 63 Jahre alt. Rund die Hälfte ist älter als 80 Jahre.

Kritik an Dobrindt

Ein Sicherheitsrisiko bestehe bei den betroffenen Brücken aber nicht, betonen sowohl die Bahn als auch das Bundesverkehrsministerium. Die Sicherheit der Brücken werde regelmäßig überprüft. Zudem investiere man derzeit eine Rekordsumme in die Schieneninfrastruktur in Deutschland. So stehen etwa ab kommendem Wochenende zwei Brücken auf der Strecke zwischen Darmstadt und Heidelberg zur Sanierung an.

Die hessische Grünen-Bundestagsabgeordnete Nicole Maisch sprach von einem Armutszeugnis für Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU). Die Große Koalition tue viel zu wenig, um den Verfall der Bahnbrücken in Hessen und in ganz Deutschland aufzuhalten. Leidtragende seien die Bahnkunden.