So hat Fraport den neuen Flugsteig G in Frankfurt geplant.
Neue Heimat für Billigflieger: So hat Fraport den neuen Flugsteig G in Frankfurt geplant. Bild © Fraport

Der Frankfurter Flughafen gießt seine Absicht in Beton, immer mehr Billigflüge abzufertigen. Der Extra-Flugsteig soll vom kommenden Sommer an gebaut werden - für bis zu sieben Millionen Passagiere jährlich.

Mit Airlines wie Ryanair will der Frankfurter Flughafen sein Geschäft stärker als bisher auf Billigfluggesellschaften und ihren Wachstumsmarkt ausrichten. Ein auf die speziellen Bedürfnisse der Sparte zugeschnittener Flugsteig soll von Mitte des kommenden Jahres entstehen und besonders einfache Abläufe ermöglichen. Der Bauantrag dafür ist nun bei der Stadt Frankfurt eingereicht worden, wie Flughafenbetreiber Fraport am Mittwoch mitgeteilt hat.

Der sogenannte Flugsteig G soll Teil des ebenfalls geplanten Terminals 3 sein, wird nun aber vorgezogen. Läuft alles nach Plan, wird das Gate im Jahr 2020 eröffnet. Dann soll die erste von drei Bauphasen abgeschlossen sein – mit bis zu fünf Millionen abfliegenden und ankommenden Passagieren jährlich. Im nächsten Schritt soll der Flugsteig dann 2023 an das zum Teil fertiggestellte Terminal 3 angebunden werden. Bis dahin soll der Billigflugsteig auch auf seine Gesamtkapazität von sieben Millionen Fluggäste jährlich gewachsen sein.

Vorstandschef: "Nah an der Kapazitätsgrenze"

Den auf 200 Millionen Euro Baukosten veranschlagten Flugsteig bezeichnete Fraport-Vorstandschef Stefan Schulte als wichtigen Schritt zur Entlastung. Die beiden bestehenden Terminals kämen wohl schon im laufenden Jahr "nah an die Kapazitätsgrenze" von 64 Millionen Passagieren. Eine Ausweitung auf 68 Millionen Fluggäste sei ohne den neuen Flugsteig "nur zeitweise und unter Qualitätseinbußen" möglich.

Mit den Terminals 1 und 2 wird Flugsteig G zunächst nur über einen Bus-Shuttle verbunden sein. Schulte kündigte an, später werde es eine Anbindung an das bestehende Personen-Transport-System und an die Gepäckförderanlage geben. Fluggastbrücken, die zu den Maschinen führen, sollen erst ganz am Schluss entstehen. Fraport-Neukunde  Ryanir verzichtet schon heute nach Möglichkeit gerne auf die Nutzung solcher Brücken, weil das billiger und schneller ist.

Das Hub-Versprechen

Das neue Billigflug-Segment samt Flugsteig G werde "optimal" in die auch Hub genannte Drehkreuzfunktion des Frankfurter Flughafens eingebunden, versprach Fraportchef Schulte. Hintergrund dieser Beteuerung: Gleich mit dem öffentlichen Bekanntwerden der Billigflugsteig-Pläne von Fraport hatte das hessische Wirtschaftsministerium an die Vorgaben erinnert, die der geltende Planfeststellungsbeschluss dem Flughafenbetreiber macht.

Demnach ist Fraport zwar frei bei der Entscheidung, welche Fluggesellschaften mit welchen Betriebskonzepten am neuen Gate andocken dürfen. Das Terminal 3 und der dazugehörige Flugsteig müssen aber zwingend für die Hub-Funktion des Flughafens geeignet sein und umsteigende Passagiere abfertigen können. Solchen "rechtlichen Zwängen" misst das Ministerin so große Bedeutung zu, dass es sie nach eigenen Angaben Fraport gleich mehrfach erläutert hat.

Neue Anbieter, neue Sorgen

Nach Ryanair ist in diesem Sommer auch der ungarische Billigflieger Wizz Air in Frankfurt gelandet. Weitere Konkurrenten sitzen in den Startlöchern und hoffen auf Rabatte für Neulinge. Nicht nur Fluglärmgegner sehen das mit Sorge. Gewerkschafter befürchten eine Abwärtsspirale bei Löhnen und Arbeitsbedingungen für Mitarbeiter.