Fluggesellschaften Niki und Lufthansa
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Die Vorbehalte der EU-Kommission wogen zu schwer: Die Lufthansa nimmt Abstand vom Kauf der österreichischen Niki - und besiegelt damit deren Schicksal. Die Lufthansa will aber eine andere Air-Berlin-Tochter übernehmen.

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Die Lufthansa hat am Mittwoch ihr Angebot für die österreichische Fluggesellschaft Niki zurückgezogen. Wenige Stunden später stellte Niki den Flugbetrieb ein. Das teilte die Tochter der insolventen Airline Air Berlin am Mittwochabend mit. Zuvor hatte das Unternehmen einen Insolvenzantrag gestellt.

Niki hatte auch vom Flughafen Frankfurt aus Ziele bedient. Bis zu drei Mal täglich wurden hauptsächlich spanische Urlaubsregionen angeflogen.

Eurowings-Flotte soll wachsen

Als Grund für den Rückzug hatte die Lufthansa angegeben, dass eine schnelle Freigabe des Erwerbs durch die EU-Kommission nicht zu erwarten sei. Der im Oktober geschlossene Kaufvertrag könne nicht vollzogen werden. Air Berlin ist seit August insolvent und hat den eigenen Flugbetrieb Ende Oktober eingestellt.

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Mit dem Verzicht auf Start- und Landerechte hatte Lufthansa versucht, die wettbewerbsrechtlichen Bedenken der EU-Kommission gegen die Niki-Übernahme zu zerstreuen. Lufthansa-Chef Carsten Spohr hatte für den Fall eines Scheiterns der Übernahme einen "Plan B" angekündigt. Er sehe vor, die Lufthansa-Tochter Eurowings in der gleichen Größenordnung von rund 20 Flugzeugen aus eigener Kraft wachsen zu lassen.

LH will weitere Air-Berlin-Tochter

An dem Erwerb der anderen Air-Berlin-Tochter LG Walter solle hingegen festgehalten werden, teilte Lufthansa am Mittwoch mit. Dieser Kauf steht ebenfalls noch unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Zustimmung der EU-Kommission.

Der Kaufpreis von 18 Millionen Euro sei noch Gegenstand erneuter Verhandlungen. Das Geld soll im Wesentlichen zur Tilgung des von der KfW an Air Berlin gewährten Massekredits verwendet werden. Die Bundesregierung hatte für die 150 Millionen Euro eine Bürgschaft übernommen.