Merkel bei Opel auf der IAA 2017
Bundeskanzlerin Merkel besucht den Opel-Stand bei der 67. IAA in Frankfurt. Bild © picture-alliance/dpa

Bei der Eröffnung der IAA in Frankfurt hat Bundeskanzlerin Merkel die deutsche Autoindustrie aufgefordert, das durch den Abgas-Skandal zerstörte Vertrauen wieder aufzubauen. Der Automobilverband räumt Fehler ein.

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Unternehmen der Branche hätten "Regelungslücken exzessiv ausgenutzt", sagte Bundeskanzlerin Merkel (CDU) bei der Eröffnung der Internationalen Automobil-Ausstellung IAA am Donnerstag in Frankfurt. "Sie haben sich damit nicht nur selbst Schaden zugefügt, sondern vor allem auch Verbraucher und Behörden getäuscht und enttäuscht." Auch wenn dies nur eine Minderheit der Branche betreffe, müsse diese "alles daran setzen, Glaubwürdigkeit und Vertrauen so schnell wie möglich zurückzugewinnen".

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Fast auf den Tag genau vor zwei Jahren war in den USA bekannt geworden, dass Volkswagen die Abgasreinigung von Millionen Dieselmotoren weltweit manipuliert hat. Das war der Ausgangspunkt des größten Betrugsskandals in der Geschichte der Branche.

"Brauchen auf Jahrzehnte Verbrennungsmotoren"

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IAA in Frankfurt

Die 67. IAA ist ab Samstag für Besucher geöffnet und dauert bis Sonntag. Auf der weltgrößten Mobilitätsmesse präsentieren über 50 Autohersteller und mehrere Hundert Zulieferer Innovationen, Konzepte und Produkte für die Zukunft der Mobilität. Allerdings steht das Konzept der IAA auf dem Prüfstand. Wie schon 2015 haben auch dieses Jahr wieder namhafte Produzenten wie Volvo, Peugeot oder Fiat-Chrysler der Automesse abgesagt.

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Merkel forderte, neben den deutschen müssten auch die ausländischen Hersteller sich daran beteiligen, durch die Nachrüstung von Dieselmotoren die Luft sauberer zu machen. Die Regierungschefin wandte sich allerdings gegen eine Verdammung der Dieseltechnologie. "Es geht kein Weg daran vorbei, dass wir auf Jahrzehnte noch Verbrennungsmotoren brauchen und gleichzeitig in neue Antriebstechnologie investieren", sagte Merkel.

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Zugleich verwies die Kanzlerin auf die große Bedeutung der Schlüsselindustrie für Beschäftigung und Wachstum. "Wir wissen, was unser Land an ihrer Branche hat."

VDA-Chef räumt Fehler der Konzerne ein

Der Präsident des Automobilverbands VDA, Matthias Wissmann, räumte beim Festakt zur Eröffnung der Branchenmesse "gravierende Fehler" einzelner Autokonzerne ein. Diese Fehler hätten nicht passieren dürfen, sagte Wissmann. Die Konzerne hätten diese Fehler aber erkannt und gingen ihnen mit aller Konsequenz nach.

Die Autobranche sei sich bewusst, dass sie Vertrauen verloren habe, sagte Wissmann. Es sei nun ihr "zentrales Anliegen", dieses wieder zurückzugewinnen. Der VDA-Präsident wandte sich zugleich gegen "Pauschalurteile" und gegen Fahrverbote. "Innovative Zukunftsstrategien" seien "allemal besser als pauschale Fahrverbote".