Michael Lohscheller neben einem Opel-Logo.
Er ist der neue: Michael Lohscheller, bisheriger Finanzchef bei Opel. Bild © picture-alliance/dpa

Opel-Chef Karl-Thomas Neumann ist zurückgetreten, er bleibt aber vorerst in der Geschäftsführung. Sein Nachfolger ist der bisherige Finanzchef.

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Beim Autohersteller Opel ist Chef Karl-Thomas Neumann von seinem Amt zurückgetreten. Er bleibe als Mitglied der Geschäftsführung an Bord, bis der Verkauf der General-Motors-Tochter an Peugeot abgeschlossen sei, twitterte er am Montag.

Sein Nachfolger wird der bisherige Finanzchef Michael Lohscheller, wie das Unternehmen mitteilte. Das habe der Aufsichtsrat einstimmig beschlossen.

Bin eben als Vorsitzender der Geschäftsführung zurück getreten. Bleibe als Mitglied der Geschäftsführung bei #Opel bis zum Closing. \KTN

Damit, so das Unternehmen, sei die Kontinuität gesichert, "ebenso wie ein nahtloser Übergang des Unternehmens an PSA mit der wichtigen Aufgabe, einen neuen strategischen Plan für Opel zu erarbeiten". Betriebsratschef Wolfang Schäfer-Klug sagte laut der Mitteilung, die Arbeitnehmervertreter begrüßten die Entscheidung für Lohscheller "ausdrücklich".

Neumann: "schwierige, persönliche Entscheidung"

Opel-Chef Karl-Thomas Neumann
Der bisherige Opel-Chef Karl-Thomas Neumann Bild © picture-alliance/dpa

Neumann wird in der Unternehmensmitteilung mit den Worten zitiert, es sei "eine schwierige, persönliche Entscheidung" gewesen, Opel/Vauxhall mit dem Übergang an die PSA-Gruppe zu verlassen. Er sei aber stolz auf das bisher Erreichte. Aufsichtsratschef Dan Ammann sagte: "Unter der Führung von Dr. Karl-Thomas Neumann haben wir enorme Fortschritte beim Turnaround von Opel/Vauxhall erzielt."

Der 48 Jahre alte Lohscheller hatte vor seinem Wechsel in den Opel-Vorstand im Jahr 2012 schon bei Daimler, Mitsubishi und VW gearbeitet. Unter anderem war er Vize-Chef und Finanzvorstand bei Volkswagen in Amerika.

Seit 2013 an der Spitze

Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung hatte bereits am Samstag berichtet, dass Neumann vor dem Rücktritt stehe. Er habe Sorge, ob die neuen französischen Eigentümer des Unternehmens die einschneidende Wirkung der Elektromobilität richtig erkennen.

Der französische Konzern PSA, zu dem auch Peugeot und Citroen gehören, übernimmt in den nächsten Monaten Opel von General Motors und will das Unternehmen kostengünstiger organisieren, sodass es bis 2020 wieder profitabel ist. Das betonte PSA-Chef Carlos Tavares am Montag erneut im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Das Management solle in den ersten 100 Tagen nach der Übernahme einen Plan vorlegen, wie es das schaffen will. Die Beschäftigten sind bis Ende 2018 vor Entlassungen sicher. Anschließend wird mit Job-Streichungen gerechnet, oder, wie Tavares sagte: "Da muss man offen und ehrlich sein: Das Einzige, was Mitarbeiter schützt, ist Gewinn."

Schäfer-Gümbel bedauert Rücktritt "außerordentlich"

Neumann war seit 2013 Opel-Chef und schaffte es in der Zeit vor allem, das ramponierte Image des Rüsselsheimer Autobauers aufzubessern. "Lohscheller ist der Mann, der bei Opel die Kostenstrukturen am besten kennt", sagte der Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer in einer ersten Reaktion.

Der Vorsitzende der SPD-Fraktion im Landtag, Thorsten Schäfer-Gümbel, bedauerte Neumanns Rücktritt "außerordentlich". Neumann habe als Vorstandschef "viel angeschoben und viel bewegt".