Ryanair landet auffällig oft nach 23 Uhr in Frankfurt.
Ryanair landet auffällig oft nach 23 Uhr in Frankfurt. Bild © Imago

Trotz Nachtflugverbots landen auf dem Frankfurter Flughafen auffällig viele Ryanair-Maschinen nach 23 Uhr. Das Verkehrsministerium hat die Billig-Airline jetzt zu einem Gespräch einbestellt.

Mit dem Nachtflugverbot am Frankfurter Flughafen kommt Ryanair nicht wirklich gut zurecht. In den letzten Monaten landeten besonders viele Maschinen des Billigfliegers erst nach 23 Uhr. Die irische Fluggesellschaft muss dem Verkehrsministerium deswegen Anfang Dezember Rede und Antwort stehen. Zuerst hatte die "Frankfurter Rundschau" berichtet.

Verspätungen schon im Flugplan angelegt?

Ryanair muss dann nachvollziehbar darlegen, dass die häufigen Landungen ihrer Maschinen nach 23 Uhr nicht bereits in der Flugplangestaltung angelegt sind. Gelingt dies nicht, droht Ärger, denn nur unter dieser Voraussetzung sind am größten deutschen Flughafen Landungen zwischen 23 und 24 Uhr ohne Einzelfallgenehmigung erlaubt.

Ryanair war nach Zahlen des Ministeriums bis vergangenen Montag für 32 von 40 registrierten Spätlandungen im November verantwortlich. Im Oktober verursachten die irischen Jets 39 von 85 registrierten Landungen nach der 23-Uhr-Grenze, im September waren es 39 von 110. Das sind jeweils deutlich mehr als ein Drittel aller verspäteten Landungen - ein sehr hoher Wert angesichts des geringen Anteils von Billigfliegern am gesamten Flugaufkommen. Die Grünen im Landtag hatten deswegen bereits Konsequenzen gefordert.

Anteil aller Billigflieger am Flugaufkommen: 2-4 Prozent, Anteil von Ryanair an den Spätlandungen im September 2017: 35 Prozent
Weniger als zwei Prozent aller Flüge bestreiten Billigflieger, mehr als 35 Prozent aller Spätlandungen (Zahlen für den September 2017) entfallen allein auf Ryanair Bild © hessenschau.de

Jeder Pilot befragt

Das Verkehrsministerium hat die Vorfälle geprüft. Die Luftaufsicht befragte seit Oktober bei jeder einzelnen Spätlandung den jeweiligen Piloten nach den Gründen. Ryanair hat sich in der Vergangenheit auf die Auswirkungen von Streiks bei den europäischen Flugsicherungen berufen und eine enge Zusammenarbeit mit dem Flughafenbetreiber Fraport angekündigt. Der Luftaufsicht muss die Gesellschaft nun die Einsatzpläne für die einzelnen Jets vorlegen.

Ryanair hat generell viele späte Landefenster kurz vor 23 Uhr. So waren etwa für Donnerstag fünf der letzten acht planmäßigen Landungen für Ryanair vorgesehen. 

Sendung: hr-iNFO, 30.11.2017, 12 Uhr