Ryanair-Flugzeug am Frankfurter Flughafen
Ryanair-Flugzeug am Frankfurter Flughafen Bild © hessenschau.de

So oft wie keine andere Fluglinie hat Ryanair das Nachtflugverbot am Frankfurter Flughafen gebrochen. Dafür gab es Ärger vom Verkehrsministerium. Jetzt passt der Billigflieger seinen Flugplan an.

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Nach Kritik an zu vielen Nachtlandungen passt die Fluggesellschaft Ryanair ihren Flugplan an. Vier Verbindungen sollen ab Montag früher in Richtung Frankfurt abheben, um das ab 23 Uhr geltende Nachtflugverbot einzuhalten, wie das hessische Verkehrsministerium am Freitag mitteilte. Betroffen sind Flüge aus Faro, Valencia, Barcelona und Madrid. Die Korrekturen bewegen sich im Rahmen zwischen zehn und 20 Minuten.

Zudem stationiert Ryanair zwei Ersatzflugzeuge in Frankfurt, um mögliche Verspätungen abzufangen, die sich aus vorhergehenden Flügen ergeben. Im Sommerflugplan will Ryanair nach Angaben des Ministeriums weitere Korrekturen vornehmen.

Ryanair-Kommunikationschef Robin Kiely sagte auf Nachfrage zu hessenschau.de, weder sei die Stationierung der Reservemaschinen mit erheblichen Mehrkosten verbunden noch werde der Standort Frankfurt für die Fluglinie dadurch unattraktiver.

Minister: Systematische Verspätungen nicht akzeptabel

Der irische Billigflieger war allein im November für 32 von 40 registrierten Spätlandungen am Frankfurter Flughafen verantwortlich. Wegen der Häufung solcher Vorfälle mussten Ryanair-Vertreter zum Rapport ins Verkehrsministerium. Am Frankfurter Flughafen gilt ein Nachtflugverbot zwischen 23 und 5 Uhr. Landungen zwischen 23 und 0 Uhr sind ausnahmsweise zulässig, wenn die Verspätung nicht schon im Flugplan angelegt ist.

"Wir sind gemeinsam mit Ryanair jede einzelne kritische Verbindung durchgegangen und haben klar gemacht, dass wir systematische Verspätungen nicht akzeptieren", teilte Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) mit. "Das Nachtflugverbot in Frankfurt gilt für alle - auch für Ryanair."

Ähnliche Maßnahmen wie jetzt Ryanair hatte auch andere in Frankfurt beheimatete Fluglinien nach Einführung des Nachtflugverbotes ergriffen. So hatte die Lufthansa den letzten Abflug von 22.45 auf 22.15 Uhr sowie die letzte Ankunft deutlich nach vorne verlegt. Lufthansa und Condor halten zudem ebenfalls Ersatzmaschinen bereit.