Ryanair-Flugzeug im Anflug
Ryanair-Flugzeug im Anflug Bild © picture-alliance/dpa (Archiv)

Beim Billigflieger Ryanair revoltieren die Piloten. Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit kündigte Streiks auch in Frankfurt an. Wann, ist unklar. Ryanair reagierte gelassen und sprach von einer PR-Aktion.

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Beim irischen Billigflieger Ryanair kündigt sich der erste Pilotenstreik der Geschichte an. Die Vereinigung Cockpit (VC) hat am Dienstag zu Streiks an den deutschen Basen aufgerufen. Zuvor hatten bereits Gewerkschaften in Italien, Portugal und Irland für Arbeitskämpfe mobilisiert. Genaue Termine für die geplanten Ausstände blieben offen. Die Weihnachtstage sollen aber bis einschließlich 26. Dezember nicht bestreikt werden.  

Ryanair zeigte sich von der Streikandrohung unbeeindruckt und lehnte Verhandlungen kategorisch ab. "Ryanair hat keine Mitteilung über Arbeitskampfmaßnahmen deutscher Piloten erhalten", hieß es in einem Statement der Airline. Man gehe daher davon aus, dass es sich um reine Öffentlichkeitsarbeit der Pilotenvereinigung handle.

Ryanair scheucht Lufthansa und Landtag auf

Ryanair hat seit März eine Basis am Frankfurter Flughafen. Der Billigflieger sorgt nicht nur bei der Konkurrenz von der Lufthansa für Ärger, sondern auch im Landtag. Die SPD prangerte an, Ryanair höhle soziale Standards bei Löhnen und Arbeitsbedingungen aus. Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) distanzierte sich vom Geschäftsgebaren von Ryanair - wie auch viele Abgeordnete. Die FDP befand, was der Billigflieger als Arbeitgeber mache, sei nicht in Ordnung.

Die Fluglinie brach zuletzt so oft wie keine andere das Nachtflugverbot am Frankfurter Flughafen. Dafür gab es Ärger vom Verkehrsministerium. Der Billigflieger passte seine Flugpläne an. Zuletzt strich Ryanair im Winterflugplan 500 geplante Flüge ab Frankfurt, nach eigenen Angaben wegen Pannen bei der Urlaubsplanung. In der Branche hieß es aber auch, wegen der Arbeitsbedingungen finde die Airline keine Piloten mehr.

Vereinigung Cockpit will Tarifbedingungen wie bei Tuifly

Ziel des Streiks sind nach Angaben der Pilotengewerkschaft VC marktgerechte Arbeits-und Vergütungsbedingungen. Maßstab seien hier die Tarifbedingungen der Tuifly, die wie Ryanair eine Flotte von Boeing 737 betreibt. 

Zuvor hatte die Gewerkschaft die Piloten unterstützt, eine Tarifkommission zu gründen. Sie werden vom hauptamtlichen VC-Tarifexperten Ingolf Schumacher unterstützt, der bereits den harten Konflikt bei der Lufthansa ausgefochten hat.

Keine Verhandlungsbereitschaft

Ryanair hat bislang keine Verhandlungsbereitschaft gezeigt. Auch von drohenden Arbeitskampfmaßnahmen irischer Piloten in Dublin wollte die Airline nichts wissen. Weniger als 28 Prozent der Piloten hätten sich bei einer Abstimmung am Montag dafür ausgesprochen. Auch das sei wohl nur eine PR-Aktion der irischen Gewerkschaft IALPA (Irish Air Line Pilots' Association), so Ryanair.

Ein IALPA-Sprecher teilte mit, 79 von 84 in Dublin stationierten und direkt bei Rynair angestellten Piloten hätten sich für den Arbeitskampf ausgesprochen. Über Konsequenzen werde man noch am Dienstag beraten. Insgesamt hat die Airline nach eigenen Angaben 300 Piloten am Standort Dublin, viele davon sind aber Medienberichten zufolge nicht direkt bei Ryanair beschäftigt und hatten daher kein Stimmrecht.