Ryanair-Schalter am Flughafen Frankfurt
Check-in-Schalter von Ryanair am Frankfurter Flughafen Bild © picture-alliance/dpa

Trotz eines angekündigten Pilotenstreiks bei Ryanair sind am Freitagmorgen alle geplanten Flüge am Frankfurter Flughafen gestartet. Die Gewerkschaft hat dafür eine einfache Erklärung.

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Aufatmen bei den Kunden von Ryanair, die am frühen Freitagmorgen von Frankfurt aus in den Weihnachtsurlaub starten wollten. Trotz Streik-Aufrufs für die Zeit von 5.01 bis 8.59 Uhr brachte Ryanair alle sechs in dieser Zeit geplanten Flüge in die Luft. Lediglich die Maschine nach Gran Canaria startete mit 25 Minuten Verspätung. Auch an anderen deutschen Flughäfen gab es keine Ausfälle und nur vereinzelt Verspätungen.

Ryanair bezeichnete den Warnstreik als eine "unnötige" Aktion. Es hätten sich nur wenige Piloten daran beteiligt. Es war der erste Ausstand in der über 30-jährigen Ryanair-Geschichte der Fluglinie. Die rund 200 in Deutschland fest angestellten Ryanair-Piloten waren von der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) zum Ausstand aufgerufen worden. Über die Weihnachtstage will die Gewerkschaft auf weitere Streiks verzichten.

IT-Probleme am Flughafen

Größere Probleme als der Streik bereitete dem Flugverkehr in Frankfurt am Freitag ein IT-Problem. "Es war ein kleiner Fehler mit großer Wirkung", sagte ein Flughafen-Sprecher. Von den Problemen, die in der Nacht zum Freitag begonnen hatten, waren die Anzeigetafeln und die Vorfeldkontrolle betroffen. Flüge waren verspätet, einige Verbindungen fielen aus.

"Viele Piloten in der Probezeit"

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Ryanair-Flugzeug im Anflug

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found hr-Reporter: "Testen, wie stark die Gegenseite ist"

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VC-Sprecher Markus Wahl sagte trotz der geringen Auswirkungen des Streiks, die Beteiligung sei absolut zufriedenstellend. Zwar seien alle Maschinen gestartet, es gebe aber Verspätungen. Ryanair habe über Nacht nicht-festangestellte und ausländische Piloten geholt und eingesetzt.

"Die Piloten fehlen jetzt woanders", prophezeite Wahl mögliche Folgeprobleme. "Der Druck ist angekommen." Dass in Frankfurt von dem Warnstreik wenig zu spüren war, dafür hat Wahl eine einfache Erklärung. "Frankfurt ist ein sehr neuer Standort. Viele Kollegen sind noch in der Probezeit und fürchten, dass die nicht verlängert wird."

Neue Gespräche am 5. Januar

Der Konflikt um die Arbeitsbedingungen beim Billigflieger Ryanair hatte sich im Dezember zugespitzt. Die Gewerkschaft VC, bereits kampferprobt in Konflikten mit der Lufthansa, will bei Ryanair einen Tarifvertrag durchsetzen. Ziel sind Mindeststandards für Bezahlung, Urlaub oder Lohnfortzahlung im Krankheitsfall.

Ryanair erkennt zwar erstmals in seiner mehr als 30-jährigen Firmengeschichte Gewerkschaften an. Das Gespräch mit der deutschen Pilotengewerkschaft war am Mittwoch jedoch wegen eines Streits über die Repräsentanten der Piloten geplatzt. Am 5. Januar soll ein neuer Versuch bei den Tarifgesprächen unternommen werden.