Ryanair-Maschine am Frankfurter Flughafen
Ryanair-Maschine am Frankfurter Flughafen Bild © picture-alliance/dpa (Archiv)

Der irische Billigflieger Ryanair baut seine Basis in Frankfurt schneller aus als bisher angekündigt. Schon im September soll sich das Flugangebot vervielfachen. Auch die Kritik an Ryanair verstummt nicht.

Man darf es getrost einer Marketingstrategie zuschreiben, dass Ryanair sein Frankfurt-Engagement scheibchenweise bekannt gibt: Erst Ende Februar hatte der irische Billigflieger 20 neue Strecken für den Winterflugplan angekündigt, zusätzlich zu vier Verbindungen mit Start nächsten Dienstag.

Nun legt Ryanair erneut nach und verkündet, seinen Winterflugbetrieb in großen Teilen zwei Monate früher zu starten als geplant - nämlich 17 der neuen Winterstrecken bereits ab September zu bedienen. Grund für den früheren Ausbau der neuen Basis in Frankfurt sei die "Rekordnachfrage", sagte Marketing-Chef Kenny Jacobs zu hessenschau.de. An keinem neuen Standort würden sich die Tickets so rasch verkaufen wie in Frankfurt.

Kritiker legen bei Vorwürfen nach

Der Ausbau der Ryanair-Basis in Frankfurt verläuft also so: Nächsten Dienstag beginnt Ryanair mit zwei Maschinen und vier Zielen. Anfang September folgen früher als geplant weitere 17 Ziele, Ende Oktober noch drei weitere. Insgesamt wird Ryanair dann mit dem Winterflugplan mit 7 Maschinen 24 Ziele bedienen. Geplant sind 2,3 Millionen Passagiere im Jahr.

Lufthansa kritisiert, dass Ryanair bei den Gebühren einen starken Rabatt auch bei jenen Strecken bekomme, die bereits von ihr angeboten würden.

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Unterdessen erneuern Kritiker ihre Vorwürfe, was die Arbeitsbedingungen der Fluglinie betrifft. So sprach die Pilotengewerkschaft Cockpit von fragwürdigen Beschäftigungsmodellen. Es gebe Schlupflöcher, um sich zulasten der Steuerzahler um Abgaben zu drücken, sagte Cockpit-Sprecher Markus Wahl am Dienstag. Auch eine ARD-Dokumentation hatte die Kritik an prekären Beschäftigungsmodellen bei Billigfliegern aufgegriffen.

Ryanair widerspricht

Marketing-Chef Jacobs wies die Vorwürfe zurück. Es gebe keinen Zusammenhang zwischen Beschäftigungsmodellen und Sicherheit, zudem sei die Luftfahrt streng reguliert. Die an der neuen Frankfurter Basis stationierten Crews zahlten ihre Sozialabgaben in Deutschland, ihre Einkommensteuer in Irland. Dies sei das gängige System bei Ryanair, sagte er.

Sendung: hessenschau, 21.03.2017, 19.30 Uhr