Ryanair-Maschine am Frankfurter Flughafen
Ryanair-Maschine am Frankfurter Flughafen Bild © picture-alliance/dpa (Archiv)

Die irische Airline Ryanair wird ihren Winterflugplan massiv zusammenstreichen. Ab November seien europaweit 400.000 Kunden betroffen. Allein in Frankfurt fallen zwischen November und März rund 500 geplante Flüge aus.

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Im Winterflugplan bleiben 25 der rund 400 Flugzeuge von Ryanair am Boden, teilte die Fluggesellschaft am Mittwoch mit. Betroffene Kunden könnten sich ihre Kosten rückerstatten lassen. Man versuche aber auch, Umbuchungen zu finden.

Gestrichen werden von November bis März laut Ryanair europaweit etwa 18.000 Flüge, auf die schon etwas weniger als 400.000 Passagiere gebucht seien. Sie seien angeschrieben worden und hätten zusätzlich zu den Erstattungen Gutscheine über je 40 Euro erhalten, die im Oktober für einen Ryanair-Flug von Oktober bis März eingelöst werden können. Einer von Ryanair veröffentlichten Liste zufolge fallen 34 Routen europaweit weg.

In Frankfurt fallen 500 geplante Verbindungen weg

Frankfurt wird in der Liste nicht aufgeführt. Klar ist aber: Auch dort fallen einzelne Flüge aus. Betroffene Kunden berichteten dem hr bereits von entsprechenden Benachrichtigungen durch die Airline. Ryanair teilte auf Anfrage von hessenschau.de mit: "Änderungen im Flugplan wurden auf anderen Strecken mit mehreren Verbindungen vorgenommen, damit Kunden einfach auf den nächst verfügbaren Flug wechseln können."

Konkret heißt das: Viele Ziele werden nicht mehr täglich angeboten. So finden die Flüge von Frankfurt nach Lissabon, Porto, Barcelona, Madrid, Glasgow und Krakau nur noch sechs statt sieben Mal pro Woche statt, wie es der Winterflugplan bei seiner Vorstellung im Februar dieses Jahres noch ausgewiesen hatte.

Jeweils eine Verbindung weniger pro Woche wird es auch nach Alicante, Brindisi, Catania und Malaga geben. Auf der Strecke nach London streicht Ryanair im Winter zwei von 14 geplanten wöchentlichen Flügen.

Alles zusammen wären das für Frankfurt in den Monaten November bis März inklusive Rückflügen rund 500 gestrichene Verbindungen. Nicht betroffen sind dagegen Faro, Cran Canaria, Lanzarote, Palma de Mallorca, Sevilla, Teneriffa, Valencia, Mailand, Pisa, Venedig, Toulouse, Athen und Manchester.

Ryanair: "Wollen weniger schnell wachsen"

Als Begründung für die Streichungen gab Ryanair an, man wolle das Wachstumstempo der Airline reduzieren, um dienstplanbedingte Flugausfälle zu vermeiden. "Ab heute wird es keine durch den Dienstplan verursachte Streichungen in diesem Winter oder im Sommer 2018 mehr geben", sagte Ryanair-Chef Michael O'Leary. Im ab April geltenden Sommerflugplan will Ryanair zehn Maschinen weniger statt der geplanten 435 einsetzen.

Ryanair hatte vor knapp zwei Wochen überraschend bekanntgegeben, dass bis Ende Oktober bis zu 2.100 Flüge ausfallen - wegen "Schwierigkeiten mit der Planung des Jahresurlaubs" der Piloten für September und Oktober. Dafür machte O'Leary "schwere Managementfehler" verantwortlich. Von dieser ersten Streichwelle sind etwa 315.000 Kunden betroffen. Frankfurt kam dabei glimpflich davon.

650 zusätzliche Piloten geplant

O'Leary hatte damals Gehaltserhöhungen für Ryanair-Piloten von bis zu 10.000 Euro jährlich an verschiedenen Standorten angekündigt. Einige Piloten bezeichneten das angesichts unklarer Beschäftigungsverhältnisse allerdings als unzureichend.

Die Airline will mit den Piloten deshalb weiter im Gespräch bleiben. Man werde sich aber nicht mit konzernfremden Piloten oder Gewerkschaften auseinandersetzen, betonte Ryanair. In den nächsten Monaten will die Billig-Airline 650 neue Piloten rekrutieren. Man habe bereits 2.500 Interessenten auf der Liste.

Keine Gebote mehr für Alitalia

Die Iren teilten außerdem mit, dass sie nicht länger ein Kaufgebot für die angeschlagene italienische Fluggesellschaft Alitalia verfolgen. Man wolle sich auf die Behebung der Dienstplan-Probleme konzentrieren, teilte Ryanair am Mittwoch mit. Daher müssten alle "Ablenkungen" vom Management ferngehalten werden - inklusive das Interesse für Alitalia.

Ryanair hatte im Juli ein unverbindliches Angebot für Alitalia gemacht. Eine Summe nannte das Unternehmen damals nicht. O'Leary hatte bereits ein zunächst angekündigtes Übernahmeangebot für Air Berlin nicht in die Tat umgesetzt.