Prototyp des Elektro-LKWs, der ab 2019 auf der A5 fahren soll.
Auffälligstes Merkmal des Elektro-Lkw-Prototypen: Der Aufsatz auf dem Führerhaus, mit dem der Kontakt zur Oberleitung hergestellt wird. Bild © Ludger Brüggemann/hr

Anfang 2019 sollen die ersten elektrisch angetriebenen Lkw über die A5 rollen. Am Montag fiel der symbolische Startschuss für den deutschlandweit ersten E-Highway. Schon bald säumen Strommasten und eine Oberleitung die Strecke.

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Der Bau der ersten Teststrecke für Lastwagen mit Strom aus Oberleitungen auf einem rund fünf Kilometer langen Abschnitt der A5 zwischen Langen/Mörfelden und Weiterstadt beginnt im kommenden Frühjahr. Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) stellte das Projekt E-Highway am Montag in Frankfurt vor und leitete offiziell die Bauarbeiten ein. 

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Warum Elektro-Lkw mit Oberleitung keine Schnapsidee sind, lesen Sie in unserem Hintergrund-Bericht.

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Die Hybrid-Lastwagen mit elektrischem Antrieb und Dieselmotor sollen wie Bahnen mit Strom aus einer Oberleitung versorgt werden. Während sie angedockt sind, lädt eine Batterie auf, die sie außerhalb der Strecke mit Strom versorgt. Ziel des Projekts ist es, den Güterverkehr umweltfreundlicher zu machen. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) hatte gesagt, die Strecke sei besonders geeignet, weil sie den Flughafen Frankfurt mit einem Güterverteilzentrum in Darmstadt verbinde, "wo ständige Hin- und Herfahrten mit Lkw-Verkehr stattfinden".

Hessen Mobil: Drei Speditionen wollen mit je einem Lkw testen

Wie bei der Bahn müssen für die speziellen Lkw entlang der Straße Strommasten aufgestellt werden. Der Bau wird nach Angaben des Landesbetriebs Hessen Mobil bereits seit Oktober vorbereitet, Beginn der Bauarbeiten wird voraussichtlich im März kommenden Jahres sein. Im Oktober 2018 sollen diese abgeschlossen sein. Finanziert wird das Pilotprojekt vom Bundesumweltministerium, das die Kosten von knapp 15 Millionen Euro komplett übernimmt.

Von 2019 an soll auf der Teststrecke ein bis zu dreijähriger Feldversuch durchgeführt werden, bei dem Logistikunternehmen die Strecke im täglichen Betrieb und realen Verkehr nutzen. Nach Angaben von Hessen Mobil sind drei Speditionen bereit, die Strecke mit je einem Lkw zu testen, mit zwei weiteren Unternehmen liefen Gespräche.

Zwei weitere Teststrecken in Deutschland

Al-Wazir sagte am Montag: "Wenn sich herausstellt, dass Oberleitungssysteme im Straßenraum integrierbar sind, wäre das, besonders in Verbindung mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen, ein entscheidender Schritt hin zu einem klimaneutralen Straßengüterverkehr."

Die von Siemens entwickelte und auf einem alten Flugplatz in Brandenburg erprobte Technik soll laut Bundesumweltministerium noch auf zwei weiteren Teststrecken erprobt werden: auf der Autobahn 1 bei Lübeck und auf einer Bundesstraße in Baden-Württemberg.