Bauarbeiten bei Fulda: Bei einem Brückenbau kommt der neue Beton UHFB zum Einsatz.
Start der Bauarbeiten bei Fulda im Sommer 2017 Bild © Hessen Mobil

Bei dem Bau einer Brücke in Fulda ist in einem bundesweit einmaligen Pilotprojekt erstmals eine neue Betonmischung eingesetzt worden - mit Erfolg. Land und Bund versprechen sich davon eine kleine Revolution. Eine Hürde gilt es noch zu nehmen.

Die Verwendung des sogenannten ultrahochfesten Faserbetons, abgekürzt UHFB, sei bei einem Versuch in Fulda erfolgreich gewesen. "Der Baustoff ist sehr gut einbaubar“, sagte ein Sprecher der Straßenbehörde Hessen Mobil.

Reißfest, wasserdicht, stahlhart

Ausprobiert wurde der Beton an einer Brücke an der Landstraße 3378, die nahe der Autobahnausfahrt Fulda-Nord über die B 27 führt. Die Bauarbeiten starteten im August diesen Jahres.

Der neue Super-Beton, der mit chemischen Zusatzmitteln und Stahlfasern aus hochfestem Stahl angereichert ist, ist laut Hessen Mobil wasserdicht, extrem reißfest und fast so belastbar wie Stahl. All das macht UHFB zu einem idealen Werkstoff für den Brückenbau. Der Test habe laut Schmidt aber auch gezeigt, dass das zähe Material aufgrund seiner Eigenschaften schnell verbaut werden muss.

Kosten sparen und Sicherheit erhöhen

Von UHFB verspricht sich das Land vor allem eine Erhöhung der Tragfähigkeit und Lebensdauer von Brücken. Obwohl der Werkstoff in der Herstellung deutlich teurer sei als normaler Beton, könne man somit langfristig Kosten sparen und gleichzeitig die Sicherheit erhöhen. Angesichts des großen Sanierungsbedarfs an Brücken in Deutschland ist UHFB deswegen besonders interessant.

Das einzige Problem: Der Baustoff hat noch keine bundesweit einheitliche Zulassung. Doch nach dem erfolgreichen Test hat das zuständige Ministerium in Berlin laut Schmidt sehr starkes Interesse signalisiert und beabsichtige, UHFB eine Industrienorm zu verpassen.

Alleine in Hessen gibt es auf Autobahnen 2.400 Brücken. Im vergangenen Jahr waren laut Hessen Mobil 275 von ihnen sanierungsbedürftig.