Das alte Polizeipräsidium in Frankfurt steht seit 15 Jahren leer.
Das alte Polizeipräsidium in Frankfurt steht seit 15 Jahren leer. Bild © picture-alliance/dpa

Seit 15 Jahren steht das Alte Polizeipräsidium in Frankfurt leer. Jetzt will das Land das Gebäude verkaufen und spricht von "zahlreichen Interessenten". Heftige Kritik gibt es für die Rolle der Stadt.

In das seit Ende September laufende Verkaufsverfahrens für das Alte Polizeipräsidium in Frankfurt kommt offenbar Bewegung: Es seien mehrere vielversprechende Angebote abgegeben worden, heißt es in einer Mitteilung des Finanzministerium vom Sonntag. Ende der vergangenen Woche war die erste Runde des Verfahrens beendet worden. In den kommenden Tagen werde die Zahl der Bieter auf einige wenige reduziert. Mit ihnen werde dann in intensivere Gespräche eingestiegen.

Ministerium übt Kritik an der Stadt

Kritisch äußerte sich das Ministerium über die Rolle der Stadt und wirft ihr Unprofessionalität vor. Laut Mitteilung habe die Stadt erst spät ihre konkret formulierten Anforderungen an eine künftige Bebauung des Areals mitgeteilt. Eine frühere Übermittlung der Dokumente wäre "für das Verfahren nicht nur wünschenswert, sondern auch professioneller gewesen", heißt es in der Mitteilung weiter. Bei der Stadt Frankfurt war am Sonntag niemand zu einer Stellungnahme zu erreichen.

Streit um Bebauungsplan

Beim Areal des Alten Polizeipräsidiums Frankfurt handelt es sich um ein insgesamt mehr als 15.000 Quadratmeter großes Grundstück in der Nähe des Hauptbahnhofs. Auf Basis des aktuellen Bebauungsplans könne dort "ein gemischt genutztes Quartier aus Wohnen, Büro und Hotel" entstehen. Auch ein Hochhaus mit bis zu 145 Metern Höhe ist darin vorgesehen.

Die Stadt würde den Bebauungsplan jedoch am liebsten ändern. "Wir wollen stärker Richtung Wohnungsbau und sozialer Infrastruktur gehen", sagte Mark Gellert vom Planungsdezernat zum Start des Verkaufsverfahrens Ende September hessenschau.de. Gellert äußerte zudem die Hoffnung, den Plan in Zusammenarbeit mit dem künftigen Käufer anpassen zu können. Man müsse klarmachen, dass auch mit dem Bau von Wohnraum Geld zu verdienen ist. 

Das Finanzministerium favorisiert jedoch die aktuelle Variante. Es habe jahrelang Stillstand geherrscht, heißt es in der Mitteilung. Dazu würde ein geänderter Bebauungsplan wohl zwangsläufig wieder führen.

Seit dem Umzug der Polizei im Jahr 2002 in das Präsidium an der Adickesallee verfällt das alte Gebäude. Zwischenzeitlich wurde es als Club und Filmkulisse genutzt. Zusammen mit dem Immobiliendienstleister BNP Parisbas Real Estate als eine Art Makler hat das Land Ende September einen neuen Anlauf für einen Verkauf gestartet.

Vor Jahren hatte das Land den Kaufpreis auf rund 90 Millionen Euro veranschlagt. Verhandlungen mit mehreren Investoren waren damals aber zu keinem Ergebnis gekommen.