Eine Hand zieht ein Ticket aus einem Parkgebührenautomaten
In Frankfurt sind die Gebühren hessenweit am höchsten. Bild © picture-alliance/dpa

Der Verkehrsclub Deutschland in Hessen fordert höhere Parkgebühren und die Abschaffung von kostenlosen Parkplätze in Großstädten. Die Handelsverbände lehnen das ab.

Drei Euro kostet eine Stunde parken in Frankfurt, in Wiesbaden sind es immer noch 2,50 Euro - viel zu wenig, meint die hessische Sektion des Verkehrsclubs Deutschland (VCD). Er fordert höhere Parkgebühren.

"Kostenloses Parken ist Diebstahl von öffentlichem Raum"

"Autos sind das teuerste Verkehrsmittel und verursachen große Kosten für den Stadthaushalt", sagt VCD-Sprecher Heiko Nickel zu hessenschau.de. Durch höhere Parkgebühren könnten die Städte die Kosten wieder reinholen, die Autos verursachten - beispielsweise durch das Einrichten der Parkplätze oder die Straßenbeleuchtung.

Auch das Anwohnerparken sei viel zu günstig, sagt Nickel. Der VCD fordert nicht nur eine Erhöhung der Parkgebühren, sondern auch die Abschaffung von kostenlosen Parkplätzen beispielsweise in den Randbezirken von Großstädten.  "Das kostenlose Abstellen von Autos am Straßenrand ist Diebstahl von öffentlichem Raum", sagt Nickel.

Ohnehin stünden 90 Prozent des öffentlichen Raums Autos zur Verfügung. Das sei zu viel. Vor allem im Hinblick darauf, dass ein Auto durchschnittlich nur eine Stunde am Tag benutzt werde - und danach nur herumstehe.

Höhere Parkgebühren und City-Maut

Neben der Erhöhung der Parkgebühren könnte die Verteilung der Parkplätze flächendeckend besser gesteuert werden und eine City-Maut eingeführt werden, sagt Nickel. Das würde dazu führen, dass weniger Autos in die Städte fahren würden.

Die meisten Menschen müssten sowieso nicht mit dem Auto in die Stadt fahren. Stattdessen könnten sie ökologischer denken und auf den öffentlichen Nahverkehr oder das Fahrrad umsteigen.

Handelsverbände sind gegen Erhöhung

Der Handelsverband Hessen-Nord lehnt eine Erhöhung der Parkgebühren ab. "Insbesondere bei uns in den Mittelzentren in Korbach, Hersfeld oder Eschwege muss die Erreichbarkeit gewährleistet werden", sagt Sprecher Martin Schüller. Teurere Parkgebühren würden zu einer noch geringeren Frequenz im Einzelhandel führen. Der Online-Handel sei für viele schon ein Grund, nicht mehr im Einzelhandel einzukaufen. Höhere Parkgebühren brauche da keiner.

Auch der Handelsverband Hessen-Süd halte nichts von höheren Gebühren, sagt Jochen Ruths, Präsident des Handelsverbands. Gerade Menschen aus ländlichen Gebieten seien auf bezahlbare Parkplätze angewiesen, allein um in den Städten Kulturangebote nutzen oder Einkäufe erledigen zu können.

Auf lange Sicht würden sicherlich weniger Menschen zum Einkaufen in die Städte fahren.

Weitere Informationen

Parkplatzkosten in Städten

  • In der Innenstadt Frankfurts kostet eine Stunde parken am Straßenrand drei Euro, in den städtischen Parkhäusern 2,50 Euro.
  • In Wiesbaden kostet eine Stunde parken in der Innenstadt am Stadtrand und im Parkhaus 2,50 Euro.
  • Auf den oberirdischen Parkplätzen in Kassel beträgt die Parkgebühr zwei Euro pro Stunde. In den Parkhäusern kostet eine Stunde zwischen einem und zwei Euro.
  • In der teuersten Zone in Offenbach kostet eine Stunde parken 1,60 Euro. In der Darmstädter Innenstadt kostet es genauso viel.
  • In Marburg kostet eine Stunde gebührenpflichtiges Parken am Straßenrand je nach Gebührenzone zwischen einem und zwei Euro.
  • In Gießen in der Innenstadt zu parken, kostet zwei Euro die Stunde.
  • Anwohnerparkausweise: In Kassel kostet ein Bewohnerparkausweis im Stadtzentrum 30,68 Euro pro Jahr, in Frankfurt 50 Euro für zwei Jahre und in Wiesbaden 23,50 Euro für zwei Jahre.
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41 Kommentare

  • Die Parkgebühren sind doch wirklich hoch genug,1 bis 1,50 € die Stunde müssten normal reichen,dann würden die Leute auch nicht so wild parken. Ich habe in Frankfurt im Parkhaus am Hauptbahnhof Süd 7,50€ für 1,3/4 Stunde bezahlt.Ich muß schon sagen das sind wirkliche Abzocker,aber wenn man auf den Fernbus warten muß weil er verspätung hat bezahlt man halt.

  • Welch ein Argument " Diebstahl von öffentlichem Raum ". Eine recht dreiste Äußerung.
    Habe gestern für knapp 2 Stunden Parken in Darmstadt 4.40 € bezahlt. Ziemlich unverschämt. Monopolstellung hat hier Q Park. Ich wundere mich nicht , warum die Innenstädte leer bleiben und immer mehr Läden schließen müssen.
    Ich befürchte schlimme Folgen.

  • Die Politiker hätten vor Jahren schon mit " Gebürenfreien Öffentlichen Nahverkehr" beginnen sollen. So hätte dem Verkehrkollaps in Ballungsräumen begegnet werden können.
    Nur die Parkgebühren erhöhen hilft wenig erhöht nur die Staatsverdrossenheit.
    So ein Vorschlag von einem Club der mit em ADAC kongurieren will ist absurd.

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