Biblis AKW
Neuer Atommüll kommt nach Biblis. Bild © Stephan Loichinger (hessenschau.de)

Im Atomkraftwerk Biblis ist nicht nur der Rückbau in vollem Gange. Die Lagerung radioaktiver Abfälle geht weiter. Nun kündigt Betreiber RWE an: Aus England kommen neue Castor-Behälter nach Südhessen.

Seit 2011 ist das Kernkraftwerk in Biblis (Bergstraße) vom Netz, seit Sommer dieses Jahres läuft der Rückbau des einzigen hessischen Atommeilers. An der Lagerung radioaktiver Abfälle ändert das jedoch nichts, im Gegenteil: Während man die Reaktorblöcke A und B von strahlenden Rückständen befreit, werden die Abfälle weiter vor Ort aufbewahrt. Vor Block B entsteht derzeit sogar ein neues Zwischenlager mit einer genehmigten Laufzeit bis 2046.

RWE will Castoren aus England

Wie der Betreiber RWE nun ankündigte, sollen darin künftig auch Castor-Behälter aufgenommen werden, die aus dem Ausland zurückkommen. Mindestens sieben solcher Behälter mit radioaktivem Abfall aus Deutschland, der in England wiederaufbereitet wurde, sollen in den Jahren 2019 bis 2021 nach Biblis gebracht werden. Der Konzern habe dafür einen entsprechenden Antrag beim Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit gestellt, hieß es am Freitag.

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Einlagerung wird Bundessache

Ab 2019 gehen der Betrieb und die Verantwortung für die Standortzwischenlager auf die bundeseigene Gesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ) über.

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Deutschland hat sich verpflichtet, den Atommüll aus den Wiederaufbereitungsanlagen in Frankreich und England zurückzuholen. Da im niedersächsischen Gorleben keine Castor-Behälter mehr aufbewahrt werden sollen, ist Biblis einer der Alternativstandorte. In dem südhessischen Zwischenlager sind aktuell bereits 103 Castoren eingelagert. Sie sollen irgendwann in ein sicheres Endlager gebracht werden. Wann und wo das entstehen soll, ist bislang noch völlig offen.

Sendung: hr-iNFO, 29.09.2017, 16.40 Uhr