Opel Verkauf Rüsselsheim
Opel-Eingang am Stammsitz in Rüsselsheim Bild © picture-alliance/dpa (Archiv)

Am Montag wird offenbar der Verkauf von Opel an PSA offiziell verkündet. Medien berichten von einem Kaufpreis in Höhe von 1,6 bis 1,8 Milliarden Euro. Gewerkschaften befürchten massiven Stellenabbau.

Der französische Autokonzern PSA steht kurz vor der offiziellen Vereinbarung zur Übernahme des Opel-Konzerns. Für Montagmorgen haben PSA und die Opel-Mutter General Motors eine Pressekonferenz in Paris angesetzt. Es wird erwartet, dass beide Seiten eine Absichtserklärung mit Eckpunkten über den Verkauf von Opel an PSA vereinbaren. PSA stellt bereits die französischen Marken Peugeot und Citroën her.

Kaufpreis angeblich zwischen 1,6 und 1,8 Milliarden Euro

Konkret könnten PSA und General Motors am Montag ein sogenanntes Memorandum of Understanding unterzeichnen, eine Absichtserklärung über einen Verkauf von Opel an den französischen Konzern. Anschließend erfolgt dann eine Prüfung der Bücher, dabei bekommt PSA detaillierte Einblicke in die Bilanz.

Laut der französischen Wirtschaftszeitung "Les Echos" soll der Kaufpreis für Opel zwischen 1,6 und 1,8 Milliarden Euro liegen. Bei General Motors verbleiben dem Bericht zufolge milliardenschwere Pensionsverpflichtungen. Außerdem soll PSA weiter das auf der Technologie des Chevrolet Bolt basierende Opel-Elektroauto Ampera verkaufen dürfen.

"Ein europäischer Auto-Champion"

Im Februar hatte der PSA-Vorstandsvorsitzende Carlos Taveres verkündet, er wolle mit dem Kauf von Opel und der britischen GM-Tochter Vauxhall einen "europäischen Auto-Champion" schaffen. Tavares hatte angekündigt, Opel als deutsches Unternehmen zu erhalten.

Tavares hatte aber zugleich angekündigt, Opel müsse sich im Fall einer Übernahme durch PSA weitgehend aus eigener Kraft sanieren. Opel schreibt seit Jahren rote Zahlen. PSA war in den vergangenen Jahren selbst mit einem harten Sanierungskurs und Stellenabbau in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt.

Jobabbau befürchtet


Am Opel-Stammsitz Rüsselsheim erhoffen sich die Beschäftigten an diesem Montag Klarheit über den geplanten Verkauf an PSA. Weil es am Freitag zunächst keine Neuigkeiten zu den Verhandlungen gab, wurde nach dpa-Informationen eine Betriebsversammlung kurzfristig auf den Montag vertagt.

Im Falle einer Opel-Übernahme duch PSA wird mittelfristig ein Jobabbau befürchtet. Die rund 19.000 deutschen Opel-Beschäftigten sind noch bis Ende 2018 vor betriebsbedingten Kündigungen geschützt. Zudem hat sich die Noch-Mutter General Motors bis ins Jahr 2020 tarifvertraglich zu Investitionen und Produktion in den drei deutschen Opel-Werken Rüsselsheim, Kaiserslautern und Eisenach verpflichtet.

Gewerkschafter: "Tavares wird mit dem Bulldozer vorgehen"

Die Betriebsversammlung bei Opel soll nun am Montag um 9.45 Uhr auf dem Gelände des Stammwerks Rüsselsheim fortgesetzt werden, könnte aber möglicherweise auch noch einmal verschoben werden. Der für PSA zuständige französische Gewerkschafter Jean-Pierre Mercier von der Arbeitnehmervertretung CGT erwartet, dass PSA-Chef Carlos Tavares nach einer Übernahme zahlreiche Stellen abbauen wird. Tavares werde "mit dem Bulldozer" vorgehen, sagte Mercier am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. "Wir müssen uns kollektiv darauf vorbereiten, über die Grenzen hinweg unsere Interessen zu verteidigen."

Sendung: hr-iNFO, 4.03.2017, 18 Uhr