Der Zeiss-Standort in Wetzlar.
Der Zeiss-Standort in Wetzlar. Bild © Carl Zeiss AG

140 Stellen streichen, 80 verlagern: Das Optik-Unternehmen Carl Zeiss will in Wetzlar Personal abbauen. Während die Geschäftsleitung darin die Voraussetzung für die Standortsicherung sieht, fürchtet die IG Metall schon das endgültige Aus für die Produktion am Stammsitz.

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Der Optik-Konzern Carl Zeiss streicht an seinem Standort in Wetzlar massiv Stellen. Das bestätigte Unternehmenssprecher Joachim Kuss hessenschau.de. Es gehe darum, "den Standort überlebensfähig zu machen", sagte Kuss. Die Mitarbeiter wurden am Mittwochvormittag bei einer Versammlung informiert, zuerst hatte die Wetzlarer Neue Zeitung darüber berichtet.

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Aus der Pressemitteilung des Unternehmens

Die Fertigung in Wetzlar wird auf hochwertige Systemintegration und Service fokussiert. Mit der Restrukturierung und weiteren Investitionen soll Wetzlar langfristig als Standort im Zeiss-Fertigungsverbund gesichert werden.

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Zeiss beschäftigt für seine beiden Unternehmenszweige Sports Optics und SMT bislang etwas mehr als 500 Mitarbeiter in Wetzlar. Von den Kürzungen betroffen ist nur die Sparte Sports Optics, wo etwa Zielfernrohre und Ferngläser hergestellt werden, und bei der mehr als 300 Mitarbeiter beschäftigt sind. "80 Plätze sollen an den Standort Oberkochen in Baden-Württemberg umziehen, 140 sollen wegfallen", erklärte Kuss. Bis wann der Schritt umgesetzt werde, lasse sich noch nicht sagen und hänge auch von den Verhandlungen mit der Arbeitnehmerseite ab, denen er nicht vorgreifen wolle. Dem Unternehmen sei aber daran gelegen, die Pläne "zügig umzusetzen".

Gewerkschaft: "Standort wird zu Tode geschrumpft"

Am Standort verblieben dann etwa 110 Mitarbeiter im Bereich Sports Optics und die 200 Mitarbeiter aus dem Bereich SMT. Stefan Sachs von der IG Metall Mittelhessen hält den Schritt für grundfalsch: "Der Standort wird zu Tode geschrumpft", sagte er hessenschau.de. Der Betrieb habe schon länger Probleme: Vor nicht allzu langer Zeit sei die komplette Geschäftsführung ausgetauscht worden. Sachs vermutet, dass die Produktion in Richtung Ungarn verlagert wird.

Zeiss-Sprecher Kuss sagte dazu, es werde an mehreren Standorten produziert, einer davon sei Ungarn. Bei der Versammlung am Mittwoch sei die Stimmung sehr betroffen gewesen. Man werde "das Mögliche tun, um für die Mitarbeiter neue berufliche Perspektiven, auch innerhalb der Zeiss Gruppe, zu eröffnen".