Collage SV Wehen Wiesbaden und SV Darmstadt 98

Platz 15 und Platz 18: Nach sieben Spieltagen stecken der SV Wehen Wiesbaden und der SV Darmstadt 98 im Tabellenkeller fest. Bei den einen ist die Lage noch ruhig, bei den anderen fallen deutliche Worte.

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Rehm im Interview
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Der eine ist auf Tabellenplatz 18, der andere auf Tabellenplatz 15. Der eine, der SV Wehen Wiesbaden, steht schon jetzt mit dem Rücken zur Wand. Beim anderen, dem SV Darmstadt 98, herrscht noch eine vermeintliche Ruhe. Eines haben beide Hessen-Teams in der 2. Bundesliga aber schon nach sieben Spieltagen gemeinsam: Es herrscht Alarmstufe Rot!

Besonders beim SVWW ist allen Beteiligten der Ernst der Lage bewusst. Der Aufsteiger leistete sich am Wochenende beim 2:5 gegen Arminia Bielefeld einmal mehr in der Defensive einen Offenbarungseid und wartet weiter auf den ersten Sieg der Saison. Noch kippt die Stimmung in der Landeshauptstadt aber nicht. Trainer Rüdiger Rehm sitzt trotz der Pleiten-Serie fest im Sattel.

Rehm: "Wir sind ein eingeschworener Haufen"

"Die Trainerfrage stellt sich bei uns nicht. Wir sind von seiner Art überzeugt", betont Sportdirektor Christian Hock im Gespräch mit dem hr-sport. Rehm hat die Hessen einst im Drittliga-Abstiegskampf übernommen und sie ins Fußball-Unterhaus geführt. Der Aufschwung des Vereins in den letzten Jahren ist besonders sein Verdienst.

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Hock im Interview
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"Wir sind immer noch ein eingeschworener Haufen", betont Rehm - und meint damit den gesamten Verein und nicht nur seine Mannschaft. "Man sieht auch bei anderen Vereinen, dass Ruhe im Club helfen kann." Zu viel Ruhe kann aber auch schaden. Daher ändert sich beim SVWW die Tonlage. "Die Art und Weise, wie wir die Spiele hergeschenkt haben, gibt einem zu denken", betont Sportdirektor Hock.

Es droht ein kurzes Zweitliga-Intermezzo

Am Sonntag nach der Pleite wurde beim Aufsteiger deshalb Tacheles geredet. "Wir haben jetzt auch andere Worte miteinander gewechselt. Und die müssen jetzt fruchten – sonst haben wir ein riesiges Problem", weiß Rehm. Gelingt nicht bald der erste Sieg, könnte das Intermezzo in der zweiten Liga ein kurzes werden. Und dann dürfte auch Aufstiegs-Coach Rehm nicht mehr sicher im Sattel sitzen.

Ganz so düster ist die Lage beim SV Darmstadt 98 aktuell nicht. Die Lilien befinden sich noch auf Rang 15 und stehen damit über dem Strich. Dennoch warten auch die Südhessen seit mittlerweile fünf Zweitliga-Spielen auf einen Sieg. Die gute Stimmung vom Saisonstart ist schon länger dahin. Im Gegensatz zum SVWW ist das Glas in Darmstadt allerdings noch immer halbvoll. "Die Richtung stimmmt", erklärte Trainer Dimitrios Grammozis nach der 0:1-Niederlage in Heidenheim.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found SV98-Trainer Grammozis: Super Spiel, aber keine Tore

Grammozis gestikuliert
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Keine Trainerdiskussion in Darmstadt

Der Trainerstuhl wackelt trotz der Negativ-Serie auch beim SV98 nicht. Wie im Umfeld zu hören ist, sind die Verantwortlichen um den Sportlichen Leiter Carsten Wehlmann vom eingeschlagenen Weg überzeugt. Grammozis steht nicht zur Diskussion. Im Sommer wollten die Lilien ihr Spiel etwas anders ausrichten, dieser Prozess braucht Zeit. Klar ist aber auch: Bald müssen Erfolge her. Sonst wird die Stimmung schlechter.

Das Spiel in Heidenheim war in den Augen von Grammozis dennoch ein Schritt nach vorne. "Die Art und Weise, wie sich die Jungs präsentiert haben, stimmt mich positiv. Wir haben schönen Fußball gezeigt", bilanzierte der Lilien-Coach hinterher. Sein einziges Manko: "Wir müssen einfach mal das erste Tor schießen." Und endlich wieder siegen. Sonst herrscht auch in Darmstadt weiter die Alarmstufe Rot.