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Audioseite Adressen von Tegut-Kunden im Darknet veröffentlicht

Eine Tegut Filale von außen.

Der Lebensmittelhändler Tegut war im April Ziel eines Hackerangriffs. Jetzt haben die unbekannten Täter im Darknet auch Kontaktdaten von Kundinnen und Kunden veröffentlicht.

Nach dem Cyberangriff auf den Lebensmittelhändler Tegut aus Fulda Ende April sind nun auch gestohlene Daten von Kundinnen und Kunden im Darknet aufgetaucht. Die unbekannten Täter würden damit den Druck auf das Unternehmen erhöhen und "Verunsicherung bei Kunden, Mitarbeitenden und Lieferanten provozieren, um ihre Forderungen durchzusetzen", sagte Tegut-Geschäftsführer Thomas Gutberlet am Donnerstag.

Zu Details dieser Forderungen machte das Unternehmen am Abend keine Angaben. Bei den Daten handele es sich vor allem um Auskünfte, die Kundenkartenbesitzer im Rahmen von Befragungen oder Marktforschungsstudien zu ihrem Einkaufsverhalten gegeben hatten. In einzelnen Dateien seien auch Anschriften, E-Mail-Adressen und Telefonnummern enthalten. Tegut werde alle Betroffenen persönlich informieren und betreuen, kündigte der Lebensmittelhändler an.

"Keine Verhandlungen mit Kriminellen"

Die Unternehmensleitung stellte außerdem klar, dass sie auf die Forderungen der Erpresser nicht eingehen werde. Man habe sich auf die "erwartbare Eskalation" vorbereitet, den betroffenen Kundenbereich zwischenzeitlich gesperrt und Passwörter zurückgesetzt.

Vor mehr als einer Woche waren im Darknet bereits Firmeninterna veröffentlicht worden. Unmittelbar nach dem Angriff hatte es bei Tegut außerdem Lieferengpässe gegeben. Die Fleisch- und Wurstregale blieben leer. Das Unternehmen hatte sämtliche IT-Netzwerke abgeschaltet. Das wirkte sich auch auf das Bestellprogramm aus. Angaben zum finanziellen Schaden hatte Tegut nicht gemacht.

Sendung: hr-iNFO, 27.05.2021, 21 Uhr