Was wichtig war, was passiert ist, was Hessen bewegt: der Mittwoch in der Zusammenfassung. Der Tag in Hessen - immer um 17.30 Uhr.

Bouffier nimmt Merkel nach Schlingerkurs in Schutz

Eine Frau trägt einen Mund-Nasen-Schutz mit Ostermotiv.

Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hat die Rücknahme der "Ruhepause" zu Ostern verteidigt. Die Umsetzung des geplanten harten Kurz-Lockdowns habe eine Menge an Problemen und offenen Fragen aufgeworfen, die so kurzfristig nicht angemessen hätten beantwortet werden können. Vor der Entscheidung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), die Verantwortung für das verwirrende Hin und Her zu übernehmen, habe er großen Respekt, sagte Bouffier auf einer Pressekonferenz am Mittwoch.

Merkel und die Ministerpräsidentenkonferenz hatten in der Nacht zum Dienstag beschlossen, Gründonnerstag und Karsamstag einmalig als gesetzliche Ruhetage festzulegen, um Kontakte zu minimieren und so der Ausbreitung des Coronavirus entgegenzuwirken. Dagegen waren Industrie und Handel Sturm gelaufen. Weil sich unter anderem arbeitsrechtliche Fragen nicht klären ließen, ruderte Merkel am Mittwoch zurück und bat die Bevölkerung um Verzeihung. Politiker in Hessen reagierten mit teils heftiger Kritik auf den Schlingerkurs.

Mehr: Bouffier verteidigt den Shutdown des Oster-Shutdowns

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Hanau-Hinterbliebene werfen Polizei schwere Versäumnisse vor

Tatort in Hanau

Gut ein Jahr nach dem rassistischen Anschlag von Hanau haben Überlebende und Hinterbliebene der neun Opfer rechtliche Schritte gegen die Polizei wegen angeblicher Versäumnisse eingeleitet. In einer Dienstaufsichtsbeschwerde an das Innenministerium wirft die "Initiative 19. Februar" den Behörden vor, die Morde "begünstigt beziehungsweise nicht verhindert" zu haben. Konkret geht es um eine womöglich verschlossene Notausgangstür an einem Tatort sowie um den unterbesetzten Notruf der Polizeistation Hanau in der Tatnacht.

Die Anwälte der Initiative, darunter der frühere hessische Justizminister Rupert von Plottnitz, setzten dem Innenministerium eine Frist bis zum 23. April, um die "materiellen und immateriellen Schäden auszugleichen". Sollte dies nicht geschehen, werde man eine Amtshaftungsklage einreichen, kündigte der Vater eines der Opfer an. Minister Peter Beuth (CDU) wies unter anderem den Vorwurf zurück, der Notausgang sei auf polizeiliche Anordnung hin verschlossen gewesen.

Mehr: Dienstaufsichtsbeschwerde gegen Polizei nach Anschlag von Hanau

Büttelborn demonstriert gegen schwach radioaktiven Abfall

Demonstrierende Menschen mit Plakaten von "Nabu" und "BUND" in der Hand posieren für den Fotografen.

Rund 50 Menschen aus Büttelborn (Groß-Gerau) haben sich zu einer kurzfristig einberufenen Aktion vor der Abfalldeponie an der Bundesstraße 42 bei Büttelborn getroffen. Die Demonstrantinnen und Demonstranten aus Landwirtschaft, Naturschutz-Initiativen und Politik wollen nicht, dass schwach radioaktive, aber als sicher eingestufte Biblis-Abfälle in ihre Gemeinde gebracht werden. Das Atomkraftwerk in Biblis (Bergstraße) ist rund 30 Kilometer von Büttelborn entfernt.

Doch genau so könnte es kommen. Der Umweltausschuss des Landtags tagt an diesem Mittwoch dazu. Einer der Tagesordnungspunkte behandelt dabei die "sichere und ordnungsgemäße Entsorgung der Abfälle".

Mehr: Büttelborner wehren sich gegen schwach radioaktive Abfälle

Hessenweite Razzia in Kinderporno-Szene

Polizist von hinten, auf der Jacke steht in großen Lettern "Polizei". Daneben ein Polizei-Auto mit Blaulicht. Sujetbild.

Im Kampf gegen Kinderpornografie hat das Landeskriminalamt (LKA) in der vergangenen Woche mehr als 50 Wohnungen in ganz Hessen durchsucht. Bei der Razzia wurden rund 1.250 Datenträger sichergestellt. Von einigen der 52 Beschuldigten wurden DNA-Proben entnommen. Eine Verbindung der Verdächtigen untereinander gebe es nicht, teilte das LKA am Mittwoch mit. Haftbefehle wurden nicht erlassen.

Die Durchsuchungen fanden den Angaben zufolge unter anderem in Kassel, Gießen, Offenbach, Fulda, Frankfurt, Wiesbaden und Darmstadt statt. Eingesetzt waren rund 250 Beamte der Sondereinheit "BAO Fokus". Laut LKA erfasste die Polizei im vergangenen Jahr 976 Fälle von sexuellem Missbrauch von Kindern und Jugendlichen, außerdem 1.692 Fälle, die den Besitz oder die Verbreitung von Kinder- oder Jugendpornografie betrafen.

Mehr: Kinderpornos: Razzien in mehr als 50 Wohnungen

Das Wetter: Klare Nacht, wechselhafter Donnerstag

Der Mittwoch geht freundlich zu Ende. In der Nacht zum Donnerstag zeigt sich der Himmel zunächst klar oder gering bewölkt. In der zweiten Nachhälfte ziehen im Norden und Westen dichtere Wolken auf. Örtlich kann sich Nebel bilden. Es bleibt trocken. Die Temperatur geht auf 4 bis -2 Grad zurück.

Am Donnerstag wird es wieder wechselhafter, und neben Sonnenschein ist es zeitweise dichter bewölkt mit einzelnen Schauern. Die Höchstwerte betragen 9 bis 14 Grad. Der Freitag wird recht freundlich und trocken, das Wochenende wartet mit einem Mix aus Sonne und Wolken und einigen Schauern auf. Vor allem am Samstag wird es dabei windig.

Mehr: Das Wetter in Hessen (App-Nutzer hier klicken)

Sendung: hr-iNFO, Der Tag in Hessen, 20.15 Uhr