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Condor-Übernahme durch polnische LOT

Menschen halten zwei Spielflugzeuge

Rund drei Monate haben die Gespräche zwischen Condor und der polnischen Fluggesellschaft LOT gedauert. Am Freitag dann der Durchbruch der Verhandlungen: Die LOT-Mutter PGL hat im Bieterrennen das beste Angebot vorgelegt und übernimmt den Ferienflieger Condor mit seinen rund 4.900 Beschäftigten. Über die Kaufsumme schwiegen sich beide Seiten aber erst einmal aus.

LOT will sein Urlaubsreise-Segment stärken - dafür ist Condor perfekt geeignet. Es ist geplant, dass die Condor in Zukunft für die gesamte PGL-Gruppe den Bereich der Ferienreisen managen soll. Ändert sich für die Kunden in Deutschland etwas? "Die Marke Condor bleibt, wie sie ist", sagte Condor-Chef Ralf Teckentrup. Jegliche Unsicherheit für Passagiere sei mit der Einigung heute vom Tisch. Bis zu 150 Flugbegleiter werden das Unternehmen verlassen müssen. Ob weitere Arbeitsplätze durch die Übernahme gefährdet sind, ist noch unklar.

Mehr: Polnische Fluglinie LOT übernimmt Ferienflieger Condor

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Bombe in Babenhausen-Harreshausen entschärft

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Eine 250-Kilo-Weltkriegsbombe hat am Freitag ganz Harreshausen auf Trab gehalten. Alle rund 1.100 Einwohner des Babenhäuser Stadtteils (Darmstadt-Dieburg) mussten ab 11 Uhr ihre Wohnungen verlassen. Am Nachmittag konnte die Bombe erfolgreich entschärft werden. "Zwei Zünder wurden kontrolliert und erfolgreich gesprengt", teilte die Polizei Südhessen um kurz nach 16 Uhr mit.

Während der Evakuierung wurden 120 Menschen in der Schulsporthalle und 60 Menschen in der Stadthalle versorgt. Alle Harreshäuser, darunter auch die Bewohnerinnen und Bewohner eines Seniorenzentrums, konnten am Nachmittag in ihre Wohnungen zurückkehren. Die Bombe war am Donnerstag bei Vorarbeiten für ein Bauvorhaben gefunden worden.

Mehr: Dorf wie leergefegt - Bombenentschärfung in Harreshausen

Lebensgefährliche Drahtfallen an Mountainbike-Strecke gespannt

Bildkombi: Warnung bei Facebook - Draht mit Pflöcken

Auf einer Mountainbike-Strecke am Dünsberg bei Biebertal (Gießen) haben Unbekannte Drähte über die Wege gespannt, die für Radfahrer zur tödlichen Falle hätten werden können. Dass es zwischen Bikern und Wanderern zu Konflikten kommen kann, ist in der Kommune bekannt. Vor drei Jahren wurde ein Radfahrer schwer verletzt, weil er in solch eine Drahtfalle gefahren und gestürzt war.

Die Gemeinde hat reagiert: Für Wanderer und Biker gibt es mittlerweile getrennte Areale. Drei Mountainbike-Trails wurden genehmigt, die im Frühjahr ausgeschildert werden. Dass am Dünsberg aber auch "einige Wilde" unterwegs sind, die kreuz und quer fahren, räumt der Geschäftsführer des Auto- und Motorradclubs (AMC) Rodheim-Bieber, Stefan Mülich, ein. Er spricht von "jüngeren Downhillfahrern, die nicht zu unserem Club gehören".

Für Bürgermeisterin Patricia Ortmann ist das noch lange kein Grund für brutale Selbstjustiz. "Selbst wenn da jemand rücksichtslos den Berg runtergefahren ist - man kann Unrecht nicht mit Unrecht heimzahlen." Die Drahtfallen sind inzwischen entfernt.

Mehr: Unbekannte spannen Drahtfallen über Mountainbike-Strecke

Grünen-Politiker Burcu von Landtagspräsidium entlastet

Taylan Burcu, Landtagsabgeordneter der Grünen.

Der Grünen-Abgeordnete Taylan Burcu hat nicht gegen die Verhaltensregeln des Landtags verstoßen. Es geht um Burcus Tätigkeit bei der AWO ProServ, einem Tochterunternehmen der Wiesbadener Arbeiterwohlfahrt. Das Landtagspräsidium hat den Fall geprüft und ist zu dem Schluss gekommen, dass Burcu gegenüber der Landtagsverwaltung keine falschen Angaben gemacht hat.

Burcu konnte nachweisen, dass er nur bis Ende 2018 als Geschäftsführer bei ProServ beschäftigt war - im Handelsregister war sein Name jedoch noch bis Juni 2019 verzeichnet. Dieser Widerspruch hatte zu dem Prüfverfahren geführt. Als 20. der Grünen-Landesliste war Burcu im Herbst 2018 in den Landtag eingezogen. Abgeordnete sind verpflichtet, dem Landtag offenzulegen, welchen Tätigkeiten sie nachgehen.

Mehr: Landtagspräsidium entlastet Grünen-Politiker Burcu

Gudrun Pausewang stirbt mit 91 Jahren

Autorin Gudrun Pausewang - winkend bei der Verleihung des Jugendliteraturpreises 2017 für ihr Lebenswerk.

Viele werden Gudrun Pausewang als Autorin des Jugendbuchs "Die Wolke" in Erinnerung bewahren. Darin hat sie eine mögliche Atomkatastrophe zu Ende gedacht - mit allen schrecklichen Folgen. Pausewang schrieb das Buch unter dem Eindruck des Tschernobyl-Unglücks. "Die Wolke" gehört zur Schullektüre, viele weitere Pausewang-Bücher sind heute aktueller denn je.

Die Verführung durch den Nationalsozialismus, die Friedens- und Umweltbewegung und ein jahrelanger Aufenthalt in Südamerika hatten Pausewang geprägt. 35 Jahre lebte sie in Schlitz im Vogelsberg, dort entstand ein Großteil ihrer Bestseller. Heitere Bücher blieben dabei die Ausnahme, als "Lehrerin der Angst" wurde sie bezeichnet. Doch damit konnte Pausewang gut leben: "Im Rahmen meiner bescheidenen Möglichkeiten habe ich versucht, etwas gegen die Gefahren unserer Zeit zu tun." Pausewang ist am Freitag im Alter von 91 Jahren gestorben.

Mehr: "Die Wolke"-Autorin Gudrun Pausewang ist tot

Sendung: hr-iNFO, Der Tag in Hessen, 24.01.2020, 20.15 Uhr