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Landtag gedenkt homosexueller Holocaust-Opfer

Die Gedenkstunde im Musiksaal des Wiesbadener Stadtschlosses.

75 Jahre nach der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau hat der hessische Landtag der Opfer des Nationalsozialismus gedacht. Im Mittelpunkt der Gedenkveranstaltung in Wiesbaden stand in diesem Jahr zum ersten Mal die Verfolgung Homosexueller.

"Alle Opfer sind Opfer, egal welchen Glaubens, welcher Herkunft oder sexuellen Orientierung", sagte Landtagspräsident Boris Rhein (CDU). Trotzdem sei es gerechtfertigt, diesmal den Blick besonders auf die homosexuellen Leidtragenden zu richten – deren Verfolgung werde in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen. Unklar ist, wie viele Homosexuelle den Konzentrationslagern zum Opfer fielen. Schätzungen zufolge könnten es 15.000 gewesen sein.

Mehr: Holocaust-Gedenken im Landtag: "Das Leid der Homosexuellen blieb unbeachtet"  

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Verein will an psychisch kranke NS-Opfer in Idstein erinnern

Kalmenhof in Idstein

Gegen das Vergessen der Holocaust-Opfer engagiert sich auch der Verein "Gedenkort Kalmenhof": Auf dem Gelände des ehemaligen Krankenhauses in Idstein (Rheingau-Taunus) wurden während der NS-Zeit 700 Kinder und Jugendliche umgebracht, weil sie psychisch krank oder behindert waren und deshalb als "lebensunwert" galten. Bis heute sind sie namenlos auf einem Gräberfeld verscharrt, nur ein Steinrondell erinnert an die Verbrechen. Der Verein fordert, die Überreste der Toten umzubetten.

Ankündigungen des heutigen Besitzers, das ehemalige Krankenhaus-Gelände zu verkaufen, lösten derweil Empörung aus. Der Träger Vitos Rheingau versprach nun, ein "würdiges Gedenken" für die Opfer zu schaffen. Wie das konkret aussehen soll, ist offen. "Fest steht, wir wollen keine kommerzielle Nutzung des Krankenhauses", sagte Vitos-Geschäftsführer Servet Dag.

Mehr: Die vergessenen Opfer der NS-Krankenmorde in Idstein

Stephan Ernst weiter mordverdächtig im Fall Lübcke

Stephan Ernst wird von Polizisten dem Bundesgerichtshof in Karlsruhe überstellt.

Trotz seiner jüngsten Anschuldigungen gegen einen angeblichen Komplizen bleibt der im Mordfall Lübcke verdächtigte Stephan Ernst in Untersuchungshaft. Wie der Bundesgerichtshof am Montag mitteilte, halten ihn die Richter weiterhin für dringend mordverdächtig. Ernst wird beschuldigt, den Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke erschossen zu haben. Die Tat hatte er zunächst gestanden, stellt sie inzwischen aber als Unfall dar.

Eine Lüge? Zumindest wenig plausibel ist nach Ansicht der Richter die spätere Aussage des Verdächtigen, sein Komplize Markus H. habe versehentlich auf Lübcke geschossen. Ernst hatte den angeblichen Mittäter Markus H. zunächst verschwiegen – nach eigener Aussage zum Schutz seiner Familie. Für die Richter ist jedoch "unklar, von wem und vor was die Angehörigen des Beschuldigten geschützt werden hätten sollen". Der dritte Beschuldigte, der Waffenhändler Elmar J., ist derweil aus der Untersuchungshaft freigekommen.

Mehr: Mordfall Lübcke: Stephan Ernst weiter mordverdächtig – Zweifel bei Elmar J.

Wintereinbruch mit Schnee und Graupel

Verschneite Statue der Frau Holle auf dem Hohen Meißner

Weiße Weihnachten gab es diesen Winter nicht, und auch sonst hielt sich Frau Holle bisher zurück. Jetzt will sie es aber doch noch einmal wissen: Am Dienstag soll sie, wenn man dem Märchen folgt, vom Hohen Meißner einmal kräftig ihr Kissen schütteln.

"Oberhalb von 400 Metern kann es richtig weiß werden", sagt hr-Meteorologe Mark Eisenmann. Mit Schnee und Graupel könne es beispielsweise im Taunus, aber auch bis in die Niederungen, besonders winterlich werden. Und auch am Mittwoch gebe es oberhalb von 400 Metern durchweg Schnee, sagt Eisenmann.

Wer sich schon auf ein Wochenende mit Ski und Schlitten gefreut hat, kann diesen Gedanken gleich wieder begraben. Denn ab Donnerstag gibt es bei milderen Temperaturen vor allem wieder eines: Regen.

Mehr: Winter – jetzt auch mit Schnee

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Zum Artikel auf hr-inforadio.de hr-iNFO: Der Tag in Hessen

Der Tag in Hessen Symbolbild
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Sendung: hr-iNFO, Der Tag in Hessen, 27.01.2020, 20:15 Uhr