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Staatsanwaltschaft durchsucht Frankfurter AWO-Zentrale

Frankfurter AWO-Zentrale wird durchsucht.

In Zusammenhang mit immer neuen Betrugs- und Untreuevorwürfen gegen die AWO-Kreisverbände Wiesbaden und Frankfurt haben Polizei und Staatsanwaltschaft am Dienstag zahlreiche Wohn- und Geschäftsräume in Hessen und Berlin durchsucht - darunter nach hr-Informationen auch die Zentrale des Frankfurter AWO-Kreisverbands.

Im Zentrum der Ermittlungen stehen zum einen zwei von der AWO im Auftrag der Stadt Frankfurt betriebene Flüchtlingsunterkünfte, deren Personalkosten die AWO falsch abgerechnet haben soll. Zum anderen wird wegen des Verdachts der Untreue ermittelt.

Die Ermittlungen richten sich gegen zwei Frauen und vier Männer im Alter zwischen 40 und 63 Jahren, die bei der AWO in Frankfurt beziehungsweise Wiesbaden - teilweise in beiden Kreisverbänden gleichzeitig - zum Teil ehrenamtlich in leitenden Funktionen tätig waren. Gegen sie werde wegen Betrugs ermittelt.

Mehr: Durchsuchungen bei AWO-Verantwortlichen

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Polizei verschärft Kampf gegen Gaffer

Fahndungsfoto nach Gaffer bei schlimmem Busunfall in Wiesbaden

Erstmals sucht die Polizei in Hessen mit Fahndungsfotos öffentlich nach einem Gaffer. Der junge Mann soll im November Videos und Bilder von dem schweren Busunfall in Wiesbaden - darunter Nahaufnahmen von Verletzten - aufgenommen und im Internet verbreitet haben. Bei dem Unfall kam ein Mann ums Leben, 28 weitere Menschen wurden verletzt. Die Empörung über die Gaffer-Videos war groß. Zwar meldete sich im Laufe des Dienstags ein Mann, der angab, der Gesuchte zu sein. Doch die Ermittler wollen die Öffentlichkeitsfahndung nach eigenen Angaben solange aufrecht erhalten, bis der Gesuchte eindeutig identifiziert ist.

Damit heben die Ermittler den Kampf gegen Gaffer auf ein neues Level. "So eine Öffentlichkeitsfahndung gab es noch nie", sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Westhessen dem hr. Damit wolle man bewusst ein Statement setzen. "Wir drehen den Spieß einfach um." Wie zuvor die gefilmten Opfer werde jetzt der Täter den neugierigen Blicken der Öffentlichkeit ausgesetzt.

Mehr: Fahndungsfotos von Gaffer veröffentlicht

Bis zu 4.100 Opel-Stellen in Gefahr

Opel-Zentrale in Rüsselsheim

Für die Opel-Mitarbeiter beginnt das neue Jahr mit einer schlechten Nachricht: Der Rüsselsheimer Autobauer plant den nächsten Stellenabbau für die kommenden Jahre. Die Rede ist von bis zu 4.100 Stellen. Entsprechende Medienberichte vom Montagabend wurden am Dienstag von der IG Metall, dem Betriebsrat und Opel bestätigt. Der Stellenabbau soll auch dieses Mal ohne betriebsbedingte Kündigungen erreicht werden: Geplant sind wieder Abfindungen und Vorruhestandsregelungen. Der Standort Rüsselsheim, an dem rund 70 Prozent der deutschen Opelaner beschäftigt sind, dürfte dabei überproportional betroffen sein.

Wie das Handelsblatt vorab berichtete, besteht zudem die Möglichkeit, dass noch weitere 2.000 Stellen wegfallen. Ausdrücklich wurden die Transformation der Autoindustrie und die geplante Fusion mit Fiat-Chrysler als mögliche Gründe für einen weiteren Abbau genannt. Die Peugeot-Mutter PSA, die mit Fiat-Chrysler fusionieren will, übernahm Opel im Jahr 2017. Seitdem wurden bei Opel bereits knapp 7.000 von ursprünglich rund 19.000 Stellen abgebaut.

Mehr: Opel plant weiteren massiven Stellenabbau

Sohn tötet Vater nach Erbstreit

Tatort in Hanau

Ein 71 Jahre alter Mann ist in Hanau getötet worden. Dringend tatverdächtig ist sein Sohn. Nachbarn alarmierten am Montagabend die Polizei, als sie einen heftigen Streit in der Wohnung eines Mehrfamilienhauses im Hanauer Stadtteil Großauheim hörten. Als die Einsatzkräfte dort ankamen, fanden sie den schwer verletzten 71 Jahre alten Mann. Für ihn sei aber jede Hilfe zu spät gekommen, sagte ein Polizeisprecher.

Der 36 Jahre alte Sohn des Mannes wurde als dringend tatverdächtig noch am Tatort festgenommen. Nach hr-Informationen war ein Erbstreit Grund für die Auseinandersetzung.

Mehr: Sohn tötet Vater nach Streit in Hanau

"Klimahysterie" ist Unwort des Jahres

Unwort des Jahres 2019 Klimahysterie

Das Unwort des Jahres 2019 steht fest: "Klimahysterie". Die Entscheidung gab die Jury des Instituts für Sprach- und Literaturwissenschaft der TU Darmstadt am Dienstag bekannt. Mit dem Wort würden Klimaschutzbemühungen und die Klimaschutzbewegung diffamiert und wichtige Debatten zum Klimaschutz diskreditiert, begründete die Jury ihre Wahl. Angesichts wissenschaftlicher Erkenntnisse zum Klimawandel sei das Wort zudem irreführend und stütze "in unverantwortlicher Weise wissenschaftsfeindliche Tendenzen".

Der Begriff sei gleich von mehreren Vertretern von Politik, Wirtschaft und Medien benutzt worden. Beispielsweise hatte der damalige AfD-Vorsitzende Alexander Gauland im Juni vergangenen Jahres gesagt: "Die Klimahysterie der anderen Parteien wird die AfD nicht mitmachen."

Mehr: Negativauszeichnung für Begriff aus Klima-Debatte

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Sendung: hr-iNFO, Der Tag in Hessen, 20.15 Uhr