Was wichtig war, was passiert ist, was Hessen bewegt: der Mittwoch in der Zusammenfassung. Der Tag in Hessen - immer um 17:30 Uhr.

Kita-Debatte im Landtag

Mutter mit Kindern klingelt an der Kita-Tür

Die Oppositionsparteien im Landtag fordern eine möglichst schnelle Öffnung der Kitas für alle Kinder. Familien bräuchten eine verlässliche Perspektive, sagte die sozialpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Lisa Gnadl, am Mittwoch in Wiesbaden. Was ab dem 2. Juni umgesetzt werde, sei nur eine Notfallbetreuung - anders könne man das nicht nennen. Die Entscheidung, welche Kinder dann zusätzlich wieder in die Kitas dürften, würde auf die kommunale Ebene geschoben.

Ab dem 2. Juni sollen die Kitas von einer Notbetreuung in den eingeschränkten Regelbetrieb übergehen. Auflagen zu Kinderzahl, Gruppengröße oder Raumangebot gibt es nicht. Darauf haben sich Sozialministerium und Kommunen vor einer Woche geeinigt. Die Situation vor Ort unterscheide sich extrem, etwa weil nicht alle Fachkräfte zur Verfügung stünden, verteidigte Sozialminister Kai Klose (Grüne) diese Entscheidung. Nur so hätten Kommunen und Jugendämter ein Höchstmaß an Flexibilität. Dem Vorwurf, keine Richtlinien erarbeitet zu haben, entgegnete Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU), es sei nicht sinnvoll, Richtlinien zu erarbeiten, die vor Ort nicht umsetzbar seien.

Mehr: Harte Zeiten in Familien und im Landtag

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Panama-Urlauber chartern eigenen Rückholflieger

Urlauber mit Surfbrett in Panama Airport

Für 229 Urlauber, die wegen der Corona-Pandemie in Panama festsaßen, endete am Mittwoch eine Rückkehr-Odyssee: Nachdem sie wochenlang an ihren Urlaubsorten ausharren mussten, weil sie die Rückholaktion des Auswärtigen Amtes verpasst hatten, charterten sie schließlich selbst eine Maschine. Die 49 Deutschen und 180 weiteren Passagiere aus 26 Ländern vernetzten sich über soziale Medien und organisierten über das deutsche Sicherheitsunternehmen Result Group ein Flugzeug. Am Mittag landete die Maschine in Frankfurt. Was nun in Deutschland auf die Passagiere zukommt, ist unklar. Einige der Fluggäste haben aber bereits angekündigt, sich freiwillig für zwei Wochen in Quarantäne zu begeben.

Mehr: Privater Rückholflieger aus Panama in Frankfurt gelandet

Zunahme rechter Straftaten in Hessen besonders groß

Neonazis

Die Zahl rechter Straftaten ist in Hessen 2019 so stark gestiegen wie in keinem anderen Bundesland - und zwar um 53 Prozent. Waren es 2018 noch 603 Taten, registrierte das Innenministerium in Wiesbaden für 2019 insgesamt 920 Fälle. Fast gleich blieb währenddessen die Zahl der erfassten linksextremistischen Straftaten: 220 Fälle waren es 2019, im Jahr zuvor waren es 227.

Die Mehrheit der rechten Straftaten fällt wie in den Vorjahren in den Bereich Propaganda. Innenminister Peter Beuth (CDU) erkennt einen Zusammenhang zum Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke im vergangenen Sommer. Nach der rechtsextremen Tat seien die Bürger noch wachsamer und hätten sensibler auf verfassungsfeindliche Kennzeichen reagiert. Außerdem hat das Land seine Anstrengungen im Kampf gegen rechte Straftaten erhöht: Seit dem Mord an Lübcke kümmert sich eine eigene Task Force mit rund 150 Beamten um rechtsextreme Straftaten. Die bessere Aufklärung könnte also ebenfalls zu dem Anstieg geführt haben.

Mehr: Starke Zunahme bei rechten Straftaten in Hessen

Uni Marburg erforscht Trauerstörung

Frau, die in einem Stadtwald zusammengekauert auf den Boden sitzt und vor sich hin starrt.

Als ihr Mann Werner stirbt, versinkt Inge jahrelang in Trauer. Ärzte verschreiben ihr Antidepressiva, doch die helfen nicht, machen sie sogar noch kränker. Schließlich stellt sich heraus: Inge leidet wie rund fünf Prozent aller Hinterbliebenen unter einer "anhaltenden Trauerstörung" - und gegen die hilft keine Pille.

Erst 2019 hat die Weltgesundheitsorganisation die Krankheit in ihren Katalog aufgenommen. An der Universität Marburg wird das noch junge Krankheitsbild und seine Therapierung erforscht. Ziel sei dabei nicht, dass die Trauer aufhöre, sagt Projektkoordinatorin und Psychologin Judith Gonschor. Stattdessen müsse die trauernde Person lernen, der Trauer einen geringeren Platz in ihrem Leben einzuräumen. Projekt-Teilnehmerin Inge ist das gelungen: Sie kann sich inzwischen wieder eigene Ziele setzen.

Mehr: Marburger erforschen neues Krankheitsbild: Gegen die Trauer hilft keine Pille

Das Wetter: Trübe Nacht, sonniger Donnerstag

Am Mittwochnachmittag ziehen von Norden her einige Wolkenfelder durch, am längsten scheint die Sonne südlich des Mains. Trocken bleibt es bis zum Abend in ganz Hessen. Die Temperatur erreicht Höchstwerte zwischen 20 und 25 Grad, auf den Höhen sind es 17 bis 19 Grad. In der Nacht zum Donnerstag werden die Wolken dichter, zwischen Meißner und Rhön fällt hier und da etwas Regen.

Zum Morgen lockert es vom Upland her bereits wieder auf. Unter den Wolken bleibt es mit 13 bis 7 Grad etwas milder als in der vorangegangenen Nacht. Der Donnerstag startet zwischen Odenwald und Rhön noch mit einigen Wolken, sonst oft schon klar. Später scheint überall die Sonne und nur wenige lockere Wolken zeigen sich nachmittags am Himmel. Die Höchstwerte liegen zwischen 17 und 23 Grad, im Bergland bei 14 bis 16 Grad.

Mehr: Das Wetter in Hessen

Sendung: hr-iNFO, Der Tag in Hessen, 27.05.2020, 20:15 Uhr