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Bischöfe beschließen höhere Entschädigung für Missbrauchsopfer

Kirche Missbrauchsstudie

Die Opfer von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche sollen künftig bis zu 50.000 Euro bekommen können. Darauf hat sich die Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Fulda geeinigt. Die Leistungshöhe soll sich zukünftig an Urteilen staatlicher Gerichte zu Schmerzensgeldern orientieren. Bislang erhalten Opfer durchschnittlich eine Zahlung von 5.000 Euro, in Härtefällen auch mehr.

Aus Sicht von Opferverbänden ist auch der nun beschlossene Rahmen noch nicht ausreichend. Der Sprecher der Opfer-Initiative "Eckiger Tisch", Mathias Katsch, kritisierte in Fulda, dass Opfer-Vertreter nicht in die Entscheidungsfindung einbezogen wurden. Die Anwendung der zivilrechtlichen Schmerzensgeld-Tabelle bezeichnete er als nicht angemessen.

Mehr: Missbrauchsopfer bekommen künftig bis zu 50.000 Euro

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Sektenchefin nach 30 Jahren wegen Mordes verurteilt

Frau von hinten zu sehen im Gerichtssaal, wird gerade fotografiert.

Mehr als 30 Jahre nach dem Tod eines vierjährigen Jungen ist in Hanau die mutmaßliche Sektenchenfin Sylvia D. zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass D. den Vierjährigen 1988 in einen Leinensack eingeschnürt und in ein Badezimmer gelegt hatte. Das Kind wurde ohnmächtig und erstickte schließlich an seinem eigenen Erbrochenen.

"Es gruselt einen, was um Sie und Ihre Gemeinschaft passiert ist", erklärte der Vorsitzende Richter Peter Graßmück. Das Gericht stellte niedrige Beweggründe als Mordmerkmal fest. Die Ermittler hatten den Tod des Jungen lange Jahre für einen Unfall gehalten. Die hessenschau hatte den Fall im Jahr 2015 gemeinsam mit der Frankfurter Rundschau aufgedeckt, nachdem sich ein Aussteiger an die Medien gewandt hatte.

Mehr: Sekten-Chefin wegen Mordes an Kind verurteilt

Warnstreiks an Kliniken und in der Pflege

Foto eines Streikaufrufs in Form eines Posters von verdi an einem Klinikeingang. Im Hintergrund ist ein Pfleger zu sehen.

Im Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes von Bund und Kommunen haben am Donnerstag die ersten Warnstreiks begonnen. Von den Arbeitsniederlegungen waren vor allem Gesundheits- und Sozialeinrichtungen betroffen. Gestreikt wurde unter anderem in Frankfurt, Offenbach und Friedberg.

Die Gewerkschaft Verdi will mit den Warnstreiks ihre Lohnforderungen im laufenden Tarifstreit mit Bund und Kommunen Nachdruck verleihen. Verhandelt wird über die Einkommen von mehr als zwei Millionen Beschäftigten. Verdi und der Beamtenbund dbb fordern 4,8 Prozent mehr Lohn. Den Beschäftigten sollen mindestens 150 Euro mehr pro Monat zugesichert werden. Die zweite Verhandlungsrunde mit Bund und Kommunen war am Wochenende in Potsdam ohne Annäherung zu Ende gegangen.

Mehr: Kliniken und Pflegeeinrichtungen bestreikt

Das Wetter: Weitgehend trockener Übergang in den Herbst

Temperaturtechnisch nähert sich Hessen am Freitag weiter dem herbstlichen Normalzustand an. Nach dem langen Sommer bewegen sich die Höchswerte nur noch zwischen 12 und 16 Grad. Es wird überwiegend wolkig mit einzelnen sonnigen Abschnitten. Dennoch bleibt es von vereinzelten Schauern abgesehen meist trocken. Dabei weht ein überwiegend mäßiger, ab und zu frischer Wind aus Südwest.

Mehr: Das Wetter in Hessen (App-Nutzer hier klicken)

Sendung: hr-iNFO, Der Tag in Hessen, 24.09.2020, 20:15 Uhr