Was wichtig war, was passiert ist, was Hessen bewegt: der Donnerstag in der Zusammenfassung. Der Tag in Hessen - immer um 17:30 Uhr.

Landespolizeipräsident: Kein rechtes Netzwerk

Landespolizeipräsident Roland Ullmann

Hessens neuer Landespolizeipräsident Roland Ullmann will das Vertrauen in die Polizei nach rechten Verdachtsfällen wieder herstellen. "Ich werde mit aller Kraft daran arbeiten, dass die hessische Polizei wieder einen tadellosen Ruf bekommt", sagte Ullmann in seiner 100-Tage-Bilanz im neuen Amt in Wiesbaden. Es werde mit großem Nachdruck an der Aufklärung der Verdachtsfälle gearbeitet.

Laut Landespolizeipräsident gibt es "sicherlich in Teilen der Polizei ein Problem". Die Wurzeln seien aber sehr unterschiedlich. "Zum Teil sind das unentschuldbare Dummheiten" im Umgang mit sozialen Medien. Es gebe aber auch Verdachtsfälle, bei denen es um handfeste Straftaten und eine rechte Gesinnung der Beamten gehe. Nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen gebe es aber kein rechtes Netzwerk bei der Polizei.

Mehr: Landespolizeipräsident sieht "Dummheiten", aber kein rechtes Netzwerk

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Schon viele Tote - steigende Corona-Zahlen in Altenheimen

Altenheimbewohnerin in ihrem Zimmer

In hessischen Altenheimen breitet sich das Coronavirus rasend schnell aus. Am Mittwoch waren landesweit über 660 Heimbewohner infiziert. Die Zahl war innerhalb von zwei Tagen um 16 Prozent angestiegen. Im selben Zeitraum gab es 34 Todesfälle. Seit Beginn der Pandemie sind über 300 Bewohner von Altenhilfe-Einrichtungen mit dem Virus gestorben.

Die Landesseniorenvertretung ist über die Entwicklung besorgt. Zum Schutz der Heimbewohner fordert die Vorsitzende Helga Engelke einen regelmäßigen Covid-19-Test für die Mitarbeiter, damit diese das Virus nicht unbemerkt ins Heim bringen. Auch die Verteilung kostenloser FFP-Masken, die neben der Umgebung auch den Träger schützen, kann sich die Seniorenvertreterin als wirksamen Schutz vorstellen. Die Menschen einzusperren und keinen Besuch mehr zuzulassen, sei jedenfalls keine Lösung. Auch Vereinsamung könne Menschen krank machen.

Mehr: Corona-Welle erfasst mit voller Wucht Hessens Altenheime

Kultusministerium sieht keinen Bedarf für flächendeckenden Wechselunterricht

Schülerinnen und Schüler sitzen mit Mundschutz im Unterricht

Während Vertreter von Lehrern, Eltern und Schülern den landesweiten Wechselunterricht, also eine Mischung aus Präsenzunterricht und digitalem Lernen von zu Hause aus, für sinnvoll halten, sieht das Kultusministerium dafür derzeit keinen Bedarf. Entscheidend sei, wie sehr das Infektionsgeschehen den Schulbetrieb beeinträchtige, sagte Ministeriumssprecher Philipp Bender. Sei der eingeschränkte Regelbetrieb nicht mehr möglich, etwa weil zu viele Lehrer in Quarantäne geschickt würden, müsse man darüber nachdenken den Wechselbetrieb aufzunehmen. Das sei im Moment aber nicht erforderlich, so Bender.

An Hessens Schulen herrscht derzeit der sogenannte "eingeschränkte Regelbetrieb". Unter anderem müssen Lehrer und Schüler ab der fünften Klasse im Unterricht einen Mund-Nase-Schutz tragen. Zudem ist regelmäßiges Stoßlüften vorgesehen. Der Wechselunterricht gilt wegen besonders angespannter Infektionslage derzeit nur in zwei Landkreisen. Die Lehrergewerkschaft GEW würde das gerne ausdehnen. Dies sei nötig, damit Schulen geöffnet bleiben könnten. Dabei beruft sich die Gewerkschaft auf einen Leitfaden des Robert-Koch-Instituts (RKI). Was meinen Sie? In unserem Artikel haben Sie die Möglichkeit, einen Kommentar zu hinterlassen.

Mehr: Ministerium gegen feste Kriterien für eingeschränkten Schulbetrieb

Corona: Lüften im Klassenzimmer hilft

Schülerinnen an der Maria-Ward-Schule in Bad Homburg mit einer Kohlendioxid-Ampel im Klassenzimmer

Alle 20 Minuten für fünf Minuten lüften - diese Regel ist an Schulen inzwischen Pflicht. Je kälter es draußen wird, desto wärmer müssen sich Schüler und Lehrer einpacken. Ein hr-Experiment zeigt nun, dass sich das Prozedere lohnt: Demnach hilft konsequentes Lüften, die Aerosol-Belastung niedrig zu halten. Die Messung wurde in einem Klassenzimmer in einer Bad Homburger Schule durchgeführt.

Auch Frank Helleis, Aerosol-Forscher am Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz, hält das Lüften für eine effiziente Strategie gegen die Verbreitung des Coronavirus. Werde ausreichend gelüftet, würden Kohlendioxid und Aerosole in der Luft auf ein Sechstel reduziert. Das Ansteckungsrisiko sinkt entsprechend. Helleis rät zudem zu Plexiglas-Abteilen zwischen den Sitzplätzen und kleineren Klassen.

Mehr: Was das Lüften im Klassenzimmer tatsächlich bringt

Lufthansa erneut mit milliardenschwerem Quartalsverlust

Die Heckflosse einer Passagiermaschine der Lufthansa ragt in einer Lücke in der Lärmschutzwand auf dem Flughafen Frankfurt in die Höhe.

Die Lufthansa hat auch im dritten Quartal einen Verlust von knapp zwei Milliarden Euro eingeflogen. Das Minus addiert sich damit bislang in diesem Jahr auf 5,6 Milliarden Euro. Der Umsatz ist mit elf Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahr um mehr als die Hälfte eingebrochen. Wegen der Corona-Pandemie wird der Flugbetrieb auch im letzten Quartal des Jahres eingeschränkt bleiben, wie das Unternehmen am Donnerstag erklärte.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr kündigte einen harten Winter an, ist aber auch nicht ganz ohne Zuversicht. So will die Airline mit ihrem Drehkreuz-System punkten und im Frachtverkehr von der Verteilung von Corona-Impfstoffen profitieren. Spohr hofft, bereits im nächsten Jahr mit der Rückzahlung der Staatskredite in Höhe von über neun Milliarden Euro beginnen zu können. Auch bei der Einsparung der Personalkosten kommt das Unternehmen voran.

Mehr: Milliardenverlust belastet Lufthansa vor schwerem Winter

Wetter: Nebel und Sonne, bis 12 Grad

Nach einem freundlichen Herbsttag ziehen gegen Abend im Norden ein paar Wolkenfelder auf. Es bleibt trocken. In der Nacht bilden sich wieder einige Nebelfelder und die Temperaturen gehen auf 4 bis -3 Grad zurück. Am Freitag ist es zunächst in manchen Regionen neblig trüb, später erwartet die Hessen wieder Sonnenschein. Die Höchstwerte liegen bei 8 bis 12 Grad.

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Sendung: hr-iNFO, Der Tag in Hessen, 05.11.2020, 20:15 Uhr