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Wiesbaden droht Landwirten für Bauprojekt mit Enteignung

Landwirt Ralf Schaab auf einem Acker in Erbenheim. Er kniet auf dem Boden und hat Erde in seiner Hand.

Rund 4.800 Wohnungen will die Stadt Wiesbaden nahe dem Flugplatz Erbenheim bauen. Hier sollen einmal 12.000 Menschen leben. Doch die Grundstücke gehören bislang mehr als 20 Landwirten, und die fühlen sich nun von der Stadt unter Druck gesetzt. Für zwölf Euro pro Quadratmeter sollen sie ihr Land abtreten, anderenfalls droht die Enteignung. Eine Mehrheit im Stadtparlament aus SPD, CDU, Grünen und FDP argumentiert mit dem dringend benötigten bezahlbaren Wohnraum.

Gehört das Land erst einmal der städtischen Entwicklungsgesellschaft SEG, wird diese es für 1.000 Euro pro Quadratmeter an Investoren weiterverkaufen. Mit dem Gewinn solle die Infrastruktur des Gebietes finanziert werden, sagt Baudezernent Hans-Martin Kessler (CDU). Dass die Bauern ihre Grundstücke für einen Bruchteil des Verkaufspreises abtreten sollen, findet er durchaus in Ordnung. Schließlich besäßen die Landwirte zurzeit Äcker und kein Bauland.

Die Bauern fühlen sich mächtig über den Tisch gezogen und drohen mit einer Klage. Sie wollen für ihr Land wenigstens einen Quadratmeterpreis von 80 Euro erzielen. Schließlich fehlten ihnen nach Verkauf oder Enteignung wertvolle Flächen etwa für den Anbau von Viehfutter. Unterstützung erhalten die Bauern im Stadtparlament von Linkspartei und Piraten. Sie glauben, dass mit dem Projekt nicht etwa der soziale Wohnungsbau vorangetrieben, sondern die Interessen der lokalen Immobilienwirtschaft bedient werden sollen.

Mehr: Wiesbadener Bauern wehren sich gegen drohende Enteignung

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Neue Klage gegen Bordellschließungen

Laufhäuser im Frankfurter Bahnhofsviertel wollen trotz Corona wiedereröfnen

Wegen der Corona-Pandemie sind Bordelle und Laufhäuser seit Monaten geschlossen. Viele Prostituierte weichen deshalb auf die Straße aus. Erst kürzlich führte die Stadt Frankfurt Kontrollen rund um den Hauptbahnhof durch. Für Rechtsanwalt Michael Karthal ein unhaltbarer Zustand. Zum dritten Mal klagt er im Auftrag eines Bordellbetreibers beim Hessischen Verwaltungsgerichtshof (VGH) in Kassel gegen die Schließungen. Die Prostitution sei in den Bordellen sicherer als auf der Straße, argumentiert er.

Auch Prostituierten-Verbände befürchten, dass die Sexarbeiterinnen zunehmend in die Illegalität gedrängt und so in Gefahr gebracht werden. Auf dem Straßenstrich seien sie gewaltbereiten Freiern oft hilflos ausgeliefert. Unter dem Motto "Öffnet die Bordelle" ist deshalb für Samstag eine Demonstration vor der Alten Oper in Frankfurt geplant. Das städtische Gesundheitsamt berichtet außerdem, dass seit der Pandemie immer weniger Prostituierte zu den gesetzlich vorgesehenen Beratungen kommen.

Das Sozialministerium räumt ein, dass sich Prostituierte derzeit in einer schwierigen Situation befinden, will aber an der Verordnung vorerst nichts ändern. Von den Bordellen gingen nach wie vor "beträchtliche infektiologische Risiken" aus. Der Infektionsschutz gehe nun einmal vor. Anstatt die Öffnung der Bordelle wieder zuzulassen, verweist das Ministerium auf finanzielle Hilfsangebote für Betreiber und Prostituierte.

Mehr: Rufe nach Bordellöffnung in Hessen werden lauter

Feuerwehr sperrt Frankfurter Messeturm

Der Frankfurter Messeturm

Der Messeturm, eines der Wahrzeichen der Finanz- und Wirtschaftsmetropole Frankfurt, ist derzeit verwaist. Wegen Brandschutzmängeln darf der gesamte Turm nicht betreten werden. Sämtliche 63 Etagen des 257 Meter hohen Gebäudes sind zur Sperrzone erklärt worden. Grund sind Arbeiten im Erdgeschoss. Nach Angaben der Frankfurter Feuerwehr sind durch die Baustelle die Fluchtwege blockiert.

Wegen dieses Sicherheitsrisikos müssen die im Messeturm arbeitenden Menschen notgedrungen - soweit möglich - auf das Homeoffice ausweichen. Die Baustelle muss zunächst den Brandschutzvorschriften entsprechend umgebaut werden. Danach erfolgt eine neue Überprüfung durch Stadt und Feuerwehr. Erst, wenn alle Vorschriften erfüllt ist, kann der Turm wieder betreten werden.

Mehr: Frankfurter Messeturm nach Evakuierung geschlossen

So wollen Veranstalter in Kassel den Corona-Winter überstehen

Discokugel hängt in einem leerem Raum

Die Corona-Krise hat die Kultur- und Gastroszene besonders hart getroffen. Abstandsregeln bedeuten geringe Besucherzahlen und machen viele Veranstaltungen unrentabel. Während im Sommer draußen gerade noch das eine oder andere möglich war, stellt der bevorstehende Winter die Betreiber von Konzerthallen oder Gaststätten vor immense Probleme.

Mit Schuhsohlenwärmern, Decken oder abgespeckten Programmen wollen sich viele Betreiber notdürftig über den Winter helfen. Manche sehen auch in Demonstrationen gegen die Verordnungen das letzte Mittel. hessenschau.de hat zusammengetragen, was sich Veranstalter und Gastwirte in Kassel einfallen lassen, um durch die schwere Zeit zu kommen.

Mehr: Kultur und Kneipen machen sich bereit für den Corona-Winter

Das Wetter: Viel Sonne, kaum Wolken, spätsommerlich warm

Am Nachmittag ist es meist sonnig und trocken. Vor allem im Süden gibt es noch ab und zu Wolken. Die Temperaturen betragen 17 bis 24 Grad. Der Wind weht überwiegend mäßig um Nordost. In der Nacht ist es meist sternenklar. Im Südwesten kann es auch ein paar Wolken geben. Es kühlt auf 11 bis 8 Grad ab.

Am Freitag scheint die Sonne den ganzen Tag von einem nahezu wolkenlosen Himmel. Die Höchstwerte liegen zwischen 18 und 25 Grad. Der Wind weht überwiegend mäßig aus Ost. Am Wochenende ist es vielfach sonnig mit wenigen Wolken bei Höchstwerten um 26 Grad.

Mehr: Das Wetter in Hessen (App-Nutzer hier klicken)

Sendung: hr-iNFO, Der Tag in Hessen, 20.15 Uhr