Zwei Hunde im Wasser, ein Labrador an der Leine

Nichts wie raus, der Frühling ist da! Wir geben Tipps zum Gassi gehen in Kassel, Fulda und Darmstadt. Ein Hundetrainer erklärt zudem, wie der Spaziergang für Hund und Mensch besonders schön wird.

In der Corona-Krise sehnen sich viele Menschen nach einem tierischen Begleiter. Es gibt entsprechend viele frisch gebackene Frauchen und Herrchen in Hessen. Schöne Orte zum Gassi gehen finden Menschen und Vierbeiner zum Beispiel in Kassel, Fulda und Darmstadt. Hundetrainer Arne-Christop Winkler aus Habichtswald (Kassel) erklärt, auf was Hundebesitzerinnen und Hundebesitzer bei Ausflügen achten sollten.

Hund trifft Hund in Kassel

Die Waldschule in Kassel

Bei einer Runde um die Waldschule in Kassel ist Hundekontakt garantiert. Selbst bei schlechtem Wetter trifft man hier auf weitere Vierbeiner. Der Mix aus Feld und Wald, dazu Wasser zum Baden und Erfrischen an der Prinzenquelle oder am Wasserfallgraben lohnt sich für Hund, Frauchen und Herrchen.

Bei Sonnenschein wird der Bereich rund um die Prinzenquelle schnell zur Hundeautobahn. Gut, dass man in Richtung Hessenschanze ausweichen kann. Hier verlaufen sich die Massen auf den vielen Wegen, die parallel zum Hauptweg führen. Hierbei sollte man unbedingt den Appell von Hessen Forst beachten: aus Rücksicht auf die Waldtiere sollten Hund und Mensch auf den Wegen bleiben. Vierbeiner, die gerne durchs Unterholz fegen, sollten vor allem in der Schonzeit an der Leine bleiben.

An die Leine muss der Hund auch, will man die Runde in Richtung Bergpark erweitern. Auf dem gesamten Gelände der Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK) gilt Leinenzwang, Schilder mit der Parkordnung zeigen, wann man den Freilauf-Bereich verlässt.

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Informationen

Dauer: je nach Einstieg zwischen 30 - 45 Minuten und 1 Stunde
Leinenzwang: nein, auf dem Gelände der Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK): ja
Anreise mit dem ÖPNV: Linie 1 bis Schloss Wilhelmshöhe, Line 8 bis Hessenschanze
Anreise mit dem Auto: Parkplätze an der Hessenschanze oder am Schloss Wilhelmshöhe, wenige Plätze an der Waldschule (Nussallee) oder in Kassel-Kirchdithmold (Ochsenallee)
Alternativen im Stadtgebiet: Langes Feld (Kassel-Niederzwehren), Hasenhecke (Kassel-Wolfsanger), Mit Wasser: Fuldaufer am R1 Richtung Bergshausen, der Blaue See mit Künstlernekropole in Kassel-Harleshausen

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Tipps vom Hundetrainer: Hund trifft Hund

Hundetrainer Arne-Christoph Winkler mit seinem Hund Buzz

"Die Hundewiese funktioniert nur, wenn alle Zweibeiner Ahnung von Hunden haben, meist herrscht hier Anarchie und Chaos", sagt Hundetrainer Arne-Christoph Winkler aus Habichtswald (Kassel).

Bei Konfliktbegegnungen - egal ob beim Spaziergang oder auf der Hundewiese - sei es wichtig, Ruhe zu bewahren: Man könne den eigenen Hund mit dem Körper blocken, ohne dass der fremde Hund direkt angeschaut wird. Dabei sollte man den Oberkörper leicht vorbeugen und die Hände seitlich leicht ausstrecken. Stehen sich beide Hunde Nase an Nase gegenüber, könne man sich dazwischen schieben und so die Kommunikation unterbrechen.

Beim Aufeinandertreffen an Hunde-Hotspots sei es sinnvoll, den eigenen Hund zunächst anzuleinen und Kontakt zu Frauchen oder Herrchen aufzunehmen und zu klären: Sollen die Hunde Kontakt haben? Erst dann könne man die Tiere ableinen. So vermeide man ein unkontrolliertes Aufeinander-Zustürzen. "Hunde profitieren von gezielten Hundekontakten mit bekannten Hunden, das sollte man fördern", so Hundetrainer Winkler.

Ein Paradies für Wasserratten in Fulda

Bronnzell

In Bronnzell sind Mensch und Hund meist ungestört - auf einem Weg geht es parallel zur Bahntrasse in Richtung Fliedemündung. Wer unter der Bahn durchgeht, kann sich für eine Runde rechts- oder linksherum durch die Felder entscheiden. Für die Vierbeiner gibt es immer wieder die Möglichkeit, ausgiebig zu baden – sowohl in der Fulda, als auch in der Fliede. Hundetrainerin Swenja Mathes vom Tierheim Fulda ist hier zum Beispiel gerne unterwegs.

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Ziegeler Aue Bronnzell
Dauer: je nach Runde, ab 30 Minuten
Leinenzwang: nein
Vegetation: Felder
Anreise mit dem ÖPNV: Linie 6 bis “Ziegeler Straße”
Anreise mit dem Auto: Richtung Bronzell, Parken ist "Am Rhönbach" möglich, Nähe Kaffeerösterei

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Kohlhaus

Das Freilaufgelände in Kohlhaus sei dagegen etwas stärker frequentiert. "Das ist eher etwas für gut erzogene Hunde", sagt Mathes. Das Gelände eigne sich für Hunde mit großem Bewegungsdrang, da keine Straßen in unmittelbarer Nähe gefährlich werden können.

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Informationen

Freilaufgelände Fulda-Kohlhaus
Dauer: je nach Runde, ab 30 Minuten
Leinenzwang: nein
Vegetation: Felder
Anreise mit dem ÖPNV: Bus 4, Haltestelle "Sturmiusschule", Bus 6 Haltestelle "Ronsbachstraße"
Anreise mit dem Auto: Parkmöglichkeiten in der Olympiastraße
Alternativen im Stadtgebiet: Fuldaaue Richtung Gläserzell, Parken am Wohnmobillstellplatz Weimarer Straße

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Tipps vom Hundetrainer: Wasserratten und Angsthasen

Verrückt nach Wasser oder eher vorsichtig? Winkler kennt beides aus seiner Hundeschule. Seine Empfehlung: Wasserverrückte Hunde sollte man bremsen und nicht drauflos stürmen lassen. Hier gelte es, die Impulskontrolle zu fördern. "Anleinen, Sitz machen lassen, belohnen und dann lösen - der Hund lernt so, dass er durch gutes Benehmen zum Ziel kommt", erklärt Winkler. Für ausgiebige Schwimmer empfehle er eine Schwimmweste, da der Hund durch langes Schwimmen schnell ermüde.

Bei Wasserneulingen solle man geduldig sein, so der Hundetrainer. "Kein Hund kann von Geburt aus schwimmen. Die erste Erfahrung im Wasser ist entscheidend", erklärt Winkler. Angsthasen könne man durch Leckerlies oder Spielzeug vorsichtig heranführen - dafür eins von beidem im flachen Wasser unter die Wasseroberfläche halten.

Am besten sei es, wenn Herrchen oder Frauchen mit ins Wasser gehen, dabei sollten sie dem Hund nie die Rückkehr ans Ufer versperren. Das Tier sollte jederzeit die Möglichkeit haben, das Wasser zu verlassen.

Spaziergang mit dem Hund an der Leine in Darmstadt

Die Rosenhöhe ist ein angelegter Park im Osten der Stadt. Die weitläufige Anlage lockt neben unzähligen Rosen mit viel Grün, alten Bäumen und versteckten Herrenhäusern.

Hier flanieren Spaziergängerinnen und Spaziergänger mit und ohne Hund. Von Mai bis November blühen mehr als 10.000 Rosen, trotz Trubel findet man immer wieder Orte der Ruhe. Beim Start am Eingangstor warten unzählige Abzweigungen und man findet immer wieder versteckte Plätze.

Wer nach einer Runde auf der Rosenhöhe noch nicht genug hat, kann über die Felder hinter dem Skulpturengarten weiterlaufen. Am Hofgut Oberfeld, einem alten Bauernhof, bekommt man Kaffee und Kuchen aus dem Hofladen.

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Informationen

Dauer: ab zirka 30 Minuten, je nach Runde
Leinenzwang: ja
Vegetation: Park, Feld
Anreise mit dem ÖPNV: F-Bus Haltestelle "Spessartring"
Anreise mit dem Auto: Parkmöglichkeiten am Rosentor
Internet: park-rosenhoehe.info
Alternativen im Stadtgebiet: Freilaufflächen an der Kastanienallee im Bürgerpark und die Wiese am mittleren Parterre der Orangerie

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Tipps vom Hundetrainer: So macht Leine Spaß

"Ein angeleinter Hund ist nur unglücklich, wenn die Leine ein Frustauslöser ist", sagt Arne-Christoph Winkler. Der Hund müsse begreifen, dass sich die Leine und damit die Interaktion mit dem Menschen auszahle. Deshalb solle man einen Hund an der Leine immer wieder belohnen: beim Anleinen und für den Blickkontakt zu Herrchen oder Frauchen. Als Suchspiel könne man ein paar Leckerlies in die Luft werfen und den Hund an der Leine suchen lassen.

Für Abwechslung beim Leinenspaziergang empfiehlt Winkler außerdem Leckerlie-Spuren auf Parkbänken oder Baumstämmen. Man könne auch Seitenwechsel üben und den Hund an der Leine von links nach rechts wechseln lassen. Treffe man auf andere Hunde gelte: "Kein Kontakt an der Leine, das gibt nur Stress", erklärt Winkler.