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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Heinerfest in Darmstadt abgesagt

Karussell beim Heinerfest

Kein Karussell, keine Crêpes, kein Feuerwerk: Auch im zweiten Jahr der Pandemie wird ein Volksfest nach dem anderen abgesagt - jetzt auch das Heinerfest in Darmstadt. Weitere Feste stehen auf der Kippe. Ein Überblick.

Es trifft nicht nur das Oktoberfest in München: Auch in Hessen fallen viele große Feste wegen der Corona-Pandemie zum zweiten Mal in Folge aus (eine Übersicht finden Sie hier - und hier eine Aufstellung über Feste im Sommer, die vielleicht stattfinden).

Betroffen ist auch das Heinerfest in Darmstadt. Am Montag sagte Wolfgang Koehler, Vorsitzender des Heimatvereins Darmstädter Heiner, das seiner Meinung nach "vielfältigste Innenstadtfest Deutschlands" ab. Eigentlich hätte es Anfang Juli zum 70. Mal stattfinden sollen.

Monatelang habe man immer wieder mit Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) und dem Gesundheitsamt beraten, um das Fest mit üblicherweise rund 700.000 Besuchern corona-konform zu gestalten. Doch nun sei klar, "dass man unter den derzeitigen Umständen und auch nicht in absehbarer Zeit an ein solches Fest denken kann", sagte Koehler.

"Die reinste Selbstverleugnung"

Feiermeile auf dem Heinerfest in Darmstadt mit Kettenkarussell, Breakdancer und Höhenfahrgeschäft

Zwischendurch versuchte der Heimatverein nach Angaben von Koehler, ein "Heinerfest light" auf die Beine zu stellen: "Am Schluss haben wir ein Festchen geplant, das eigentlich schon die reinste Selbstverleugnung war: Es sollte ein größerer Biergarten sein mit einigen Imbissständen am Karolinenplatz."

Auch Oberbürgermeister Partsch zeigte sich von der Absage enttäuscht, doch der Schutz der Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger habe absoluten Vorrang. "Das Heinerfest ist ein Fest der Hoffnung und der Lebensfreude - das könnten wir gerade jetzt wieder brauchen. Daher ist die Absage besonders bitter und traurig, aber richtig", sagte Partsch. Den am Fest beteiligten Vereinen versprach der Oberbürgermeister finanzielle Unterstützung.

Rückkehr zur Normalität im Herbst?

Der Virologe Martin Stürmer im Labor

Trotz der Fortschritte beim Impfen seien große Veranstaltungen ein Risiko, sagte der Frankfurter Virologe Martin Stürmer dem hr: "Das Problem mit Volksfesten ist: Sie sind zwar im Freien, aber es sind viele Menschen über einen längeren Zeitraum auf engem Raum zusammen. Da wird gegessen, getrunken und gelacht."

Trotzdem glaubt Stürmer an größere Veranstaltungen noch in diesem Jahr: "Meine optimistische Schätzung ist, dass wir zwischen Sommer und Herbst ausreichend geimpft haben werden, um über den Rückgang zur Normalität zu diskutieren. Dazu gehören auch Volksfeste."

Diese Veranstaltungen sind abgesagt

Für viele anstehende Veranstaltungen in Hessen bedeutet die aktuelle Corona-Lage jedoch noch ein großes oder zu großes Risiko. Einige Feste im Sommer sind abgesagt, andere stehen auf der Kippe:

Diese Veranstaltungen sind bisher nicht abgesagt

  • Beim Zissel in Kassel (30. Juli bis 2. August) wartet man noch ab: Es sei schwierig, das Fest wie gewohnt stattfinden zu lassen, sagte eine Sprecherin. Eine Entscheidung, ob es ein Alternativkonzept gibt, soll bis Ende Mai fallen.
  • Das Mainfest in Frankfurt (30. Juli bis 2. August): Bis Juni soll Klarheit herrschen.
  • Das Schützenfest in Fulda (Ende Juli bis Anfang August): Es sei noch nicht abgesagt, aber man plane deutlich kleiner, teilte die Betreiberfamilie Distel auf Anfrage mit.
  • Das Open Flair Festival in Eschwege (11. bis 15. August): Ob es im Zentrum der Werra-Meißner-Kreisstadt wieder Rock- und Pop-Konzerte geben wird, ist auch noch nicht klar.
  • Beim Laternenfest in Bad Homburg (27. bis 31. August) plant man momentan eine Light-Variante ohne Festplatz und Umzüge. Doch auch das sei noch unsicher, sagte ein Sprecher am Montag. Man wolle auf keinen Fall Vorreiter spielen und dann damit baden gehen.
  • Die Herbst-Dippemess in Frankfurt (10. bis 19. September): Dafür laufen die Planungen - man sei hoffnungsvoll, dass sich bis dahin die Corona-Lage bessern werde, sagte Thomas Feda von der städtischen Tourismus + Congress GmbH.
  • Das Lullusfest in Bad Hersfeld (11. bis 18. Oktober): "Wir wollen es durchführen", sagte Matthias Glotz, Leiter des Stadtmarketings: "Aber wir müssen wissen, wie die Spielregeln sind." Im Juli müsse man eine Entscheidung treffen.

Sendung: hr-iNFO, 03.05.2021, 15 Uhr