Junger Mann und junge Frau mit Rucksack von hinten beim wandern im Grünen

Wandern ist eine ideale Ganzjahres-Sportart. Jetzt im goldenen Herbst, wenn es nicht zu warm oder zu kalt ist, bieten sich Touren an. Doch was gehört alles in den Wanderrucksack? Profis geben Packhilfe.

Wandern hat spätestens seit der Corona-Pandemie bei vielen Menschen ein Comeback als Freizeitaktivität erlebt. Wer für mehrere Stunden oder eine ausgedehnte Tagestour in hiesigen Gefilden unterwegs ist, kommt um etwas Gepäck für Proviant und Ausrüstung nicht umhin. Zu beachten sind auch Verhaltenstipps in der Natur.

Doch was gehört alles in den Wanderrucksack? Schnell wird Nützliches vergessen. Andererseits: Überflüssiger Ballast, den man nicht oder nur selten braucht, nervt auch. hessenschau.de hat Tipps zusammengetragen und Experten befragt:

Packlisten geben Überblick

Nützlich ist, sich an Packlisten zu orientieren. Die gibt es von diversen Anbietern für verschiedene Touren-Typen. Praktisch ist etwa die Liste der Bergfreunde. Aber: Art, Dauer und Länge der Tour stellen ganz unterschiedliche Anforderungen an Material und Wandernde, erklärt der Deutsche Alpenverein (DAV).

Für eine Tagestour reicht ein Rucksack mit bis zu 30 Litern Fassungsvermögen. Der sollte mit nicht viel mehr als fünf bis zehn Kilogramm beladen werden. Der Rucksack sollte gepolsterte Schultergurte, am besten auch ein System zur Rückenbelüftung haben. Eine Regenhülle hält den Rucksack bei Niederschlägen trocken.

"Häufig wird zu viel mitgenommen. Aber das muss jeder für sich entscheiden. Manch einer ist Purist. Andere wollen auf alles vorbereitet sein", beobachtet Daniel Sterner, Vorsitzender vom hessischen Landesverband im DAV.

Rucksack richtig packen

4 Rucksäcke nebeneinander vor Wald- Mittelgebirgslandschaft

Wichtig ist auch, den Rucksack richtig zu packen. Das Gewicht sollte optimal verteilt sein. "Ein schlecht gepackter Rucksack bringt aus dem Gleichgewicht, drückt auf den Rücken und zieht nach hinten", warnt der DAV. Tipps daher:

  • Schwere Gegenstände mit hoher Dichte (zum Beispiel Wasser) sollten möglichst nah am Rücken positioniert werden. Trinkblasen haben sich zum Wassertransport als ideal erwiesen: Sie können in Fächern direkt am Rückenteil verstaut werden. Wichtig: Je weiter schwere Gegenstände von der Körpermitte nach hinten gepackt werden, umso stärker ist die Bauchmuskulatur gefragt.
  • Um schwere Gegenstände drapiert man die leichten: Ganz nach unten kommen Gegenstände, die man selten braucht. Vorne und an den Seiten leichteres Equipment unterbringen. Kleinkram, wie Wanderkarte, Brille, Handy oder Geld lassen sich im Deckelfach oder in Außenfächern verstauen. Ganz oben kommen Gegenstände, die man wahrscheinlich braucht: womöglich Mütze, Handschuhe und etwas zu essen.
  • Außen am Rucksack besser nichts befestigen. Das verlagert den Schwerpunkt nach außen, das Tragen wird schwerer. Außerdem besteht die Gefahr, an engen Stellen hängenzubleiben. Ausnahme: Wanderstöcke sind außen zu befestigen, wenn sie gerade nicht gebraucht werden.

Wanderstöcke geben Sicherheit und entlasten

Apropos Wanderstöcke, sie sind praktische Helfer und können wertvoll sein. "Vor allem in unwegsamem Gelände geben sie mehr Tritt-Sicherheit, Halt und federn das Körpergewicht ab. Vor allem bergab können sie entlasten", erklärt Mizgin Acar vom Deutschen Wanderverband in Kassel.

Wer etwas mehr Komfort beim Wandern haben möchte, sollte sich auch funktionelle Bekleidung zulegen, die teilweise als Wechselwäsche, wenn man zum Schwitzen neigt, auch in den Rucksack kommt. Bei der Bekleidung bietet es sich an, mehrere Lagen nach dem Zwiebelprinzip zu tragen und je nach Wetter zu variieren.

Welche Ausstattung in den Rucksack gehört

Im Rucksack sollte man einige Dinge parat haben:

  • Verpflegung: genügend Wasser (mindestens 1,5 Liter) und Proviant (zum Beispiel gut belegte Vollkornbrote, Obst, Gemüse sowie getrocknete Früchte und Nüsse) - vor allem, wenn unklar ist, ob man unterwegs an etwas zu Essen kommt.
  • Equipment: aufgeladenes Handy (womöglich mit Powerbank als Zusatz-Akku), eventuell GPS-Gerät, Karte, Wanderführer, notwendige Medikamente, Erste-Hilfe-Set, Taschenmesser, kleiner Müllbeutel, Taschentücher, Sonnenschutz (je nach Jahreszeit), Blasenpflaster, bei Bedarf ein kleines Sitzkissen für eine Rast.
  • Bekleidung: besonders im Herbst an Regensachen denken. Schirme machen nur Sinn, wenn sie Wind aushalten. Funktionsshirts zum Wechseln sind ratsam. Ebenso wärmende Kleidung: etwa ein Fleece-Oberteil, eine Softshell- oder Daunenjacke, Mütze, Handschuhe und Halstuch - je nach Temperatur.

Wetter und Tourenplanung sind wichtig

Zum Abwägen, was bei der Tour gebraucht wird, ist Planung von Vorteil. Besonders wichtig: Ein Blick auf die Wettervorhersage. "Das Wetter wird am häufigsten als Einflussfaktor unterschätzt", sagt DAV-Mann Sterner.

Dabei gebe es mit zahlreichen Handy-Apps und Web-Anwendungen (auch auf hessenschau.de), genug Möglichkeiten sich zu informieren. Mit Hilfe von Apps lassen sich auch Touren in Hessen planen. Anbieter sind zum Beispiel der Alpenverein, Outdooractive, Komoot und Bergfex.