Frankfurter Weihnachtsmarkt

Der Frankfurter Magistrat will nun erst am Dienstag entscheiden, ob der Weihnachtsmarkt stattfindet. Aber alles deutet auf eine Absage hin. Grund sind die steigenden Corona-Infektionszahlen.

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Glühwein, gebrannte Mandeln und Menschenmassen - in Frankfurt wird es das in diesem Winter wohl nicht geben. Der Magistrat hat am Freitagabend über den Weihnachtsmarkt beraten und wird bis Dienstag entscheiden, ob er stattfinden kann. Grund sind die seit Tagen kontinuierlich steigenden Corona-Infektionszahlen. Sie würden sich derzeit auf einem "viel zu hohen Niveau" bewegen, sagte der Sprecher des Oberbürgermeisters Peter Feldmann (SPD), Olaf Schiel. Es sei schwer vorstellbar, dass ein Weihnachtsmarkt genehmigt werden könne.

Zuerst hatte die Frankfurter Rundschau darüber berichtet, dass die Fraktionen von CDU, SPD und Grünen, die im Römer die Mehrheit stellen, das Markttreiben unterm Weihnachtsbaum für nicht mehr verantwortbar hielten. "Eine solche Veranstaltung wäre jetzt das absolut falsche Signal für die Bevölkerung", zitierte die Zeitung den Grünen-Fraktionsvorsitzenden Sebastian Popp. Man könne nicht von Clubbetreibern und Gastronomen Opfer verlangen und gleichzeitig einen Markt organisieren, bei dem sich normalerweise viele tausend Menschen dicht an dicht drängen.

Anders als viele hessische Städte und Gemeinden hielt Frankfurt lange an den Weihnachtsmarkt-Plänen fest. Ursprünglich wollten die Verantwortlichen bis Ende des Monats mit der endgültigen Entscheidung warten. Doch nach und nach sprangen immer mehr Schausteller wegen des Infektionsrisikos ab. Die restlichen warten händeringend auf eine Entscheidung. Bereits kommende Woche sollten die Vorarbeiten für den Weihnachtsmarkt beginnen.

Weihnachtsmärkte in Wiesbaden, Kassel, Darmstadt und Fulda finden statt

Der Herbstmarkt hat zwar gezeigt, dass es auch kleiner geht, nämlich auf mehreren Plätzen verteilt und mit weniger Besuchern zu feiern. Doch für die Schausteller lohnt sich das angesichts der wenigen Besucher kaum, viele zahlen wohl am Ende drauf. Deshalb will der Magistrat auch darüber beraten, wie die langfristige Perspektive von Veranstaltungen in Frankfurt aussieht. Außerdem will er über eine Ausweitung der Maskenpflicht diskutieren.

Für Weihnachtsmarkt-Fans bleibt ein kleiner Trost: Der Sternschnuppen-Markt in Wiesbaden und die Märkte in Darmstadt, Fulda und Kassel wurden - zumindest bisher - noch nicht ganz abgesagt. Sie sollen auf verschiedenen Plätzen verteilt und mit strengen Hygieneauflagen und weniger Besuchern stattfinden.

Mit rund drei Millionen Besuchern aus aller Welt war der Frankfurter Weihnachtsmarkt in den vergangenen Jahren einer der größten in Deutschland.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 23.10.2020, 19.30 Uhr