Erstmals seit Herbst 2019 findet die Frankfurter Dippemess wieder fast im Normalzustand statt. Trotz aller Sorgen und Fragezeichen sind Schausteller zum Auftakt des Volksfests guter Dinge.

Videobeitrag

Video

Dippemess ohne Corona-Auflagen eröffnet

hs_080422
Ende des Videobeitrags

Das wechselhafte Wetter macht den Schaustellerinnen und Schaustellern wenig aus, während sie ihre Attraktionen aufbauen oder Testläufe an ihren Fahrgeschäften vornehmen. Zu sehr haben sie die Frühjahrs-Dippemess herbeigesehnt, die am Freitagnachmittag bei strömendem Regen offiziell eröffnet wurde. Der Frankfurter Volksfest-Klassiker findet nach einer gefühlten Ewigkeit nahezu ohne Corona-Beschränkungen statt.

Die im Vorfeld befürchtete Hotspot-Regelung ist weder für die Stadt selbst noch für Hessen insgesamt eingetreten. Somit gibt es keine Auflagen mehr wie noch im vergangenen Herbst, als die Dippemess nur mit beschränkter Besucherzahl, 3G-Regel und mit festen Ein- und Ausgängen stattfinden konnte. Diesmal werden lediglich Empfehlungen ausgesprochen. So werden die Besucherinnen und Besucher etwa gebeten, auf dem Festplatz Masken zu tragen, wenn es zu Gedränge kommt.

"Wir laufen auf dem Zahnfleisch"

Thomas Roie begrüßt die Lockerungen. Er ist Vorsitzender des Schaustellerverbands Frankfurt Rhein/Main und betreibt selbst ein Kettenkarussell auf der Dippemess: "Wir laufen auf dem Zahnfleisch. Nach zwei Jahren Corona müssen wir dringend Umsätze machen, damit wir wieder vernünftig in die kommenden Saisons starten können", sagt er.

In der Zwischenzeit, so Roie, mussten neue Fahrgeschäfte vorfinanziert werden. Auch TÜV-Prüfungen und Wartungen fielen an - Fixkosten, die kaum durch Einnahmen ausgeglichen werden konnten. Kein Wunder also, dass diese Dippemess ein Aufbruchsignal für die Schaustellerbranche ist.

Thomas Roie, Vorsitzender des Schaustellerverbands Frankfurt Rhein/Main, auf der Dippemess

Aber auch für die Gäste kehrt wieder etwas Normalität ein, wenn sie sich bis zum 1. Mai auf dem Rummelplatz vergnügen können. Ob der ganz große Andrang kommt?

Angriffskrieg auf die Ukraine hat Auswirkungen

"Manche bleiben vielleicht doch angespannt, weil man erst wieder in diese Normalität zurückfinden muss, und warten ab", meint Thomas Reda, Geschäftsführer der Frankfurter Tourismus+Congress GmbH, die die Dippemess veranstaltet. Hinzu komme der Krieg in der Ukraine, der die Stimmung weiter dämpfen könnte.

Weitere Informationen

Dippemess (8. April bis 1. Mai)

Montag: Ruhetag
Dienstag bis Donnerstag: 15 - 23 Uhr
Freitag und Samstag: 14 - 24 Uhr
Sonntag: 12 - 23 Uhr

Ausnahmen:
Gründonnerstag: 14 - 24 Uhr
Karfreitag: Ruhetag
Ostersonntag: 12 - 24 Uhr
Ostermontag: 12 - 23 Uhr

Ende der weiteren Informationen
Audiobeitrag

Audio

Die Frankfurter Dippemess startet

Ein Fahrgeschäft auf der Frankfurter Dippemess
Ende des Audiobeitrags

Der Krieg wirkt sich auch durch gestiegene Sprit- und Stromkosten auf das Volksfest aus. Martin Blume betreibt mit dem "Daemonium" die größte mobile Geisterbahn Europas. Diese musste mit mehreren Sattelschleppern nach Frankfurt transportiert werden. In diesem Jahr rechnet der Schausteller mit 20 Prozent höheren Kosten.

Aufpreise plane er bei den Eintrittskarten allerdings nicht: "Das ist grausam. Wir sind mit unserer Preisgestaltung an einem Punkt angekommen, bei dem wir uns nicht trauen, noch mal was draufzuschlagen. Wir müssten es aber rechnerisch, weil unsere Preise immer scharf kalkuliert sind", sagt Blume. Er hoffe darauf, die Kosten durch mehr Gäste ausgleichen zu können.

Die Veranstalter der Dippemess rechnen in den kommenden drei Wochen mit bis zu 750.000 Besucherinnen und Besuchern.

Weitere Informationen

Über die Hygiene- und Schutzmaßnahmen auf der Dippemess informieren die Veranstalter auf ihrer Website.

Ende der weiteren Informationen
Weitere Informationen Ende der weiteren Informationen