Freibad Kleinfeldchen in Wiesbaden

Sommer, Sonne, Schwimmbad: Viele Hessen sind der Hitze auch dieses Jahr im Freibad entkommen - aber weniger als im Rekordsommer 2018. Die vorläufige Bilanz der Badbetreiber fällt verhalten aus.

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Wer noch einmal ins Freibad möchte, sollte sich beeilen. Denn während Dienstag und Mittwoch Sonnenschein und Temperaturen von bis zu 27 Grad versprechen, liegen die Höchstwerte am Donnerstag und Freitag nur noch bei maximal 19 Grad. Dazu kann es am Donnerstag auch Regenschauer geben.

Mit einem Besuch in der Freiluft-Badeanstalt Ihrer Wahl könnten Sie die Bäder-Bilanz sogar ein ganz klein wenig aufbessern. Trotz Sommerhitze kommen die Zahlen dieses Jahr nicht an den Besucherrekord von 2018 heran.

"Außergewöhnlich hohe Messlatte des Vorjahres nicht getoppt"

"Der Juni war rekordverdächtig, die drei anderen Monate waren ernüchternd", sagte ein Sprecher der Städtischen Werke in Kassel der Nachrichtenagentur dpa. Die Saison soll nicht bis Ende September verlängert werden, die Bäder aber an einzelnen warmen Tagen wieder öffnen. Auch Marburg erwartet keine Besucherrekorde wie 2018. Es habe in dieser Saison einige "extrem gute" Tage gegeben, dann wieder ganz normale, hieß es von den Betreibern. Letztlich werde es wohl ein durchschnittlicher Sommer, was die Besucherzahlen angehe.

In Wiesbaden zeigte sich der Betreiber der städtischen Schwimmbäder "grundsätzlich zufrieden" - wenngleich auch dort "die außergewöhnlich hohe Messlatte des Vorjahres nicht getoppt werden wird". Wegen der vergleichsweise milden Temperaturen sollen die Freibäder in der Landeshauptstadt teilweise länger geöffnet bleiben. Das Schwimmbad Kleinfeldchen etwa habe bis zum 6. Oktober den Außenbereich geöffnet.

Bis Ende August fast 765.000 Badegäste in Frankfurt

Konkrete Besucherzahlen nannten die meisten Betreiber noch nicht - weil die Saison noch nicht beendet ist. In Marburg etwa wurden in dieser Saison bislang rund 36.000 Badegäste gezählt, im vergangenen Jahr waren es rund 55.000. In die beiden Freibäder in Kassel kamen 2018 rund 190.000 Schwimmer. In diesem Jahr lag die Zahl zuletzt knapp über 130.000.

Das Waldschwimmbad Neu-Isenburg (Offenbach) hatte 2018 fast 240.000 Besucher gezählt. Bis zum Saisonende am 15. September hofft der Betrieb, die 100.000-Besucher-Grenze zu erreichen.

Die Betreiber der Frankfurter Freiluftbäder gehen nach dem "absoluten Rekordjahr" 2018 für diese Saison ebenfalls von geringeren Besucherzahlen aus, aber immer noch einem "guten" Jahr aus. Bis Ende August seien fast 765.000 Schwimmer gekommen, berichtete Frank Müller, der Geschäftsführer der Bäderbetriebe. Im vergangenen Jahr waren es im selben Zeitraum rund 905.000 Besucher.

Neuer hessischer Temperaturrekord

Jugendliche auf der Rutsche im Freibad Frankfurt-Eschersheim.

Es habe in der aktuellen Saison eben auch einige Tage unter 25 Grad gegeben - das sei die Schwelle, ab der Betreiber Dellen bei den Besucherzahlen bemerkten. In Frankfurt sind derzeit noch die Freibäder Stadionbad, Hausen, Riedbad und Silobad geöffnet. Beendet wurde die Saison gerade in den Freibädern Brentanobad, Eschersheim und Nieder-Eschbach.

Die Stadt Darmstadt will nach eigener Darstellung erst in einigen Tagen eine Saisonbilanz vorlegen.

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes in Offenbach wurden in Hessen in den Monaten Juni bis August durchschnittlich 19,1 Grad gemessen. Das waren 2,9 Grad mehr als der Vergleichswert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Am 25. Juli wurde zudem im Frankfurter Westend mit 40,2 Grad ein neuer hessischer Temperaturrekord aufgestellt. Die Sonnenscheindauer lag mit 770 Stunden deutlich höher als im langjährigen Vergleich (586 Stunden).

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 01.09.2019, 19.30 Uhr