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Sven Herget hockt an einem Gewässer in Wald-Landschaft

Immer mehr entdecken in der Corona-Zeit das Wandern für sich. Wo das im Frühling besonders schön ist und auf welchen Strecken in Hessen auch weniger los ist. Tipps für Wander-Anfänger und Fortgeschrittene.

Gemeinsam mit Viel-Wanderer Sven Herget aus Offenbach und Karin Gierke vom Deutschen Alpenverein in Frankfurt zeigen wir Ihnen, wo Sie in Hessen die für Sie passende Wanderstrecke finden. Auch einige Tipps für Routen, auf denen nicht so viel Trubel ist, sind dabei. Denn über Ostern sind einige beliebte Ausflugsziele gesperrt.

Wanderstrecken für Einsteiger

Von Hofheim nach Eppstein: Los geht es am Hofheimer Bahnhof im Taunus. Folgt man dem Schwarzbach, ist man tatsächlich in wenigen Minuten umgeben von Bäumen. Das ist das Schöne, sagt Viel-Wanderer Sven Herget, der immer wieder gerne hierherkommt: "Du bist in der Stadt, hast den Verkehr, hast den ganzen Trubel. Und innerhalb von wenigen Schritten bist du in der Natur, hast Vogelgezwitscher, den rauschenden Bach und plötzlich diese Ruhe." Der elf Kilometer lange Wanderweg bietet schöne Ausblicke, besonders von der Burgruine Eppstein hinunter ins Tal.

Der Schwarzbach im Taunus. Die Bäume sind noch kahl, doch das Grün sprießt auf Wiesen und in Büschen.

Wandern durch das Rote Moor in der Rhön: Auf einer Bohlenwanderung durchs Moor lassen sich Molche oder auch Kaulquappen beobachten, sagt Karin Gierke vom Deutschen Alpenverein in Frankfurt (DAV): "Landschaftlich ist es herrlich dort zu laufen. Man hat einen tollen Ausblick auf die Rhön. Gerade im Frühling, wenn die Birken blühen, das erste Grün herauskommt, ist es sehr schön." Ein Rundgang durchs Rote Moor dauert zwei bis drei Stunden, so die Expertin.

Unterwegs mit Kindern im Liederbachtal: Für einen Wanderausflug mit Kindern sind generell Bachläufe super, sagt Karin Gierke: "Denn für die Kinder steht natürlich der Spaß am Wasser im Vordergrund, nicht bergauf und bergab zu laufen." Gut geeignet für Familien ist deshalb das Liederbachtal im Main-Taunus-Kreis. Für den Einstieg empfiehlt Gierke, das Auto bei der Roten Mühle bei Kelkheim abzustellen, danach das Liederbachtal hochzulaufen und den Braubach entlang wieder zurückzuwandern. "Da hat man keine Höhenmeter, für die Kinder ist es sehr abwechslungsreich am Wasser zu sein und am Ende der acht bis zehn Kilometer langen Tour gibt es ein paar Spielplätze."

Wandern für Fortgeschrittene

Unter Mandel-Blüten entlang der Hessischen Bergstraße: Wanderfan Sven Herget und Expertin Karin Gierke sind sich einig: Wunderschön ist es entlang der Hessischen Bergstraße. Und das sowohl für Menschen, die gerade erst anfangen zu wandern, als auch für Fortgeschrittene. Das Besondere für Herget: "Da gibt es zwei Wanderwege, die laufen quasi parallel." Das eine ist im Tal der Blütenweg. Man läuft durch die Weinhänge und erlebt die kleinen Fachwerkorte entlang der Bergstraße. Wer mehr Lust auf sportlicheres Wandern hat, der sollte parallel den Burgensteig nehmen. Der verläuft entlang der Burgen, Schlösser und Ruinen, die es an der Strecke gibt. "Man kann den Odenwald hoch und wieder runter laufen. Hier kann man auch Höhenmeter machen", sagt Gierke.

Sportliches Wandern auf den Hessischen Steigen: Wer trittsicher ist, kann sich auf dem Rheinsteig versuchen. Der Vorteil laut Wander-Expertin Gierke: Die Länge der Strecke ist gut zu variieren und der Zug fährt parallel am Rhein entlang. "Man kann also auch spontan die Wanderroute unterbrechen, aus- und wieder einsteigen." Eine Etappe habe zwischen 15 bis 25 Kilometer. Gerade von Lorch nach Rüdesheim sei die Strecke sehr abwechslungsreich, man müsse teilweise auch ein bisschen klettern. Der Reiz am Rheinsteig für Gierke: "Der Ausblick auf den Rhein, die Weinberge und Birkenwälder."

Unterwegs auf dem Rheinsteig


Generell empfiehlt Karin Gierke für ambitionierte Wanderinnen und Wanderer die Steige in Hessen, wie zum Beispiel den Rothaarsteig in der Nähe von Willingen: "Meistens führen diese Steige über Premiumwanderwege. Das heißt man hat keinen Asphalt, man läuft auf weichen Waldwegen. Das ist einfach Natur pur."

Auf diesen Wanderstrecken ist weniger los

Wandern ist beliebt und in Corona-Zeiten für viele die einzige Möglichkeit, wenigstens ein bisschen in Ferienstimmung zu kommen. Wanderziele können deshalb natürlich von Menschenmassen überlaufen sein. Besonders beliebte Ausflugsziele können über Ostern auch gesperrt sein. Generell weniger los sei auf Wanderstrecken im Vogelsbergkreis und im Wetteraukreis, erklärt Gierke.

Zum Beispiel rund um die Münzenburg bei Münzenberg am Galgenberg entlang. Auch viele Wanderstrecken im Odenwald seien nicht so voll. "Gerade auch rund um die Burg Frankenstein." Da sei es am Anfang der Strecke vielleicht ein bisschen voller und belebter. "Aber sobald man sich von den Hauptwegen wegbewegt und in den hinteren Odenwald reinläuft, wird es wieder ganz ruhig."

Buchfinkenland-Weg und Drei-Täler-Route: Speziell für das Osterwochenende empfiehlt der Hochtaunuskreis alternative Wandertouren abseits der wahrscheinlich völlig überfüllten Feldbergregion. Zum Beispiel den Buchfinkenland-Rundwanderweg Nieder- und Oberrod oder die Drei-Täler-Route rund um Wehrheim.

Wer sich trotz Corona zu beliebten und bekannten Wanderzielen aufmachen möchte, für den hat Karin Gierke vom DAV noch einen Frühaufsteher-Tipp: "Frühzeitig losgehen, dass man schon um zehn Uhr morgens am Ausgangspunkt ist und dann wird man auch einen schönen Tag erleben."

Sendung: hr1, 01.04.2021, 6.43 Uhr