Foto vom sogenannten Felsenmeer im hessischen Odenwald. Menschen klettern auf großen Felsen mitten im Wald.

Im Winter wurden einige Orte von Ausflüglerinnen und Ausflüglern überrannt. Zu Ostern wappnen sich die Tourismusregionen im Land erneut. Welche Regeln wo gelten - ein Überblick.

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hs 19:30 Uhr 01.04.2021 Thumbnails
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Über Ostern in die Ferne zu schweifen, ist wegen Corona auch in diesem Frühjahr kaum möglich. Auch wenn das Wetter zu Ostern eher gemischt werden soll, dürfte es zahlreiche Hessinnen und Hessen an den Feiertagen zu einem Ausflugsziel vor der Haustür ziehen. Einige Orte sperren vorsorglich Parkplätze ab oder wollen dies bei einem zu starken Andrang tun.

Wasserkuppe macht Parkplätze dicht

Blick von der Milseburg zur Wasserkuppe

Auf der Wasserkuppe in der Rhön werden an Ostern die Parkplätze gesperrt, um einen Ansturm wie an manchen Tagen im zurückliegenden Winter zu vermeiden. Eigentlich würde die Rhön gerne Besucher und Urlauber empfangen - aber coronabedingt sei das zurzeit nicht möglich, sagte der Geschäftsführer der Tourismusgesellschaft Rhön, Bertram Vogel. Man appelliere an Ausflügler, über Ostern nicht Hessens höchsten Berg anzusteuern, zumal es an Verpflegungsmöglichkeiten fehle und sanitäre Anlagen geschlossen seien.

Auch andere beliebte Freizeitziele in der Region wie das Rote Moor oder den Kreuzberg nahe Bischofsheim in der bayerischen Rhön sollten Ausflügler möglichst meiden. Die große Besucherzahl auf der Wasserkuppe habe zuletzt nicht nur die Ordnungsämter, sondern auch die Menschen in umliegenden Gemeinden vor Herausforderungen gestellt - von zugeparkten Rettungswegen bis hin zu Müll und Fäkalien an Wanderparkplätzen.

Taunus: Vorbereitungen gegen Besuchermassen

Eine Frau sitzt mit Blick auf die Burg Reifenberg auf einer Bank auf dem Feldberg-Plateau.

Auf dem Feldbergplateau im Hochtaunus bereiten sich die Ordnungshüter auf einen Einsatz am Osterwochenende vor, wie die Bürgermeisterin von Schmitten, Julia Krügers (CDU), sagte. Sollte es nötig sein, würden die Zufahrtsstraße L3024, aber auch das Plateau selbst und weiter unten liegende Parkplätze gesperrt werden. Es sei wichtig, dass alle auf sich und die anderen Rücksicht nehmen, auch an der frischen Luft Abstand halten und Müll in die entsprechenden Behälter werfen oder wieder mit nach Hause nehmen.

Maßnahmen bei zu großem Ansturm in Eltville

Die Kurfürstliche Burg von Eltville

Mit vielen Besuchern am Osterwochenende rechnet auch Eltville (Rheingau-Taunus), zumal bei sonnigem Wetter, wie eine Sprecherin mitteilte. "Wir haben unsere Ordnungspolizei im Einsatz und auch der Betriebshof stellt einen Notdienst, um die vielbesuchten Orte am Rhein vom Müll zu säubern." Die Parkplätze seien offen. "Es gelten die üblichen Corona-Regeln und eine Maskenpflicht in ausgeschilderten engen Altstadtbereichen und der Fußgängerzone", erläuterte die Sprecherin. "Sollte der Ansturm zu groß werden, behalten wir uns weitere Maßnahmen vor."

Vogelsberg in Mittelhessen ohne Einschränkungen

Die Jugendherberge auf dem Hoherodskopf.

Auch im Vogelsberg soll es auf den Parkplätzen, beispielsweise am Hoherodskopf, keine Einschränkungen oder Sperrungen geben, wie eine Sprecherin sagte. Zugleich verwies sie auf die geltenden Corona-Regeln. Und die Ausflügler müssen sich darauf einstellen, dass etwa Gastronomie-Betriebe wie überall in Hessen geschlossen sind.

Keine Sperrungen in Waldeck-Frankenberg

Der Edersee mit Staumauer aus der Luft aufgenommen.

Der Landkreis Waldeck-Frankenberg, wo neben Willingen der bei Ausflüglern und Urlaubern beliebte Edersee liegt, plant an Ostern keine Sperrungen. Die Verwaltung ruft aber dringend dazu auf, auch über die Feiertage möglichst zu Hause zu bleiben und sich an die geltenden Abstands- und Hygieneregeln sowie Kontaktbeschränkungen zu halten. Auch in Waldeck-Frankenberg sei wieder ein deutlicher Anstieg des Infektionsgeschehens zu verzeichnen, den es einzudämmen gelte.

Die Wintersport- und Ausflugsregion Willingen erwartet über die Feiertage ebenfalls viele Besucher. Ob Skifahren angesichts der aktuell milden Temperaturen möglich sein wird, sei derzeit nicht sicher zu sagen, hieß es von der Tourist Information. Wer wandern will, kann etwa auf den Ettelsberg ebenfalls im Landkreis hinauf. Die Kabinenbahn sei in Betrieb, teilten die Betreiber mit. Allerdings gelten auch hier Corona-Vorgaben wie das Einhalten von Abständen sowie das verpflichtende Tragen eines medizinischen Mund-Nasen-Schutzes.

Herkules öffnet für bis zu 200 Personen

Herkules am Tag

Kassels Wahrzeichen Herkules öffnet pünktlich zum Osterwochenende - für bis zu 200 Besucherinnen und Besucher gleichzeitig. Die Besucherplattform ist unter Hygiene- und Abstandsregeln zugänglich, die Pyramide bleibt geschlossen. Auf- und Abgang sind getrennt voneinander, Besucher müssen einen Mund-Nase-Schutz tragen.

Der Besuch ist nur mit einer persönlichen Registrierung vor Ort möglich. Die Anmeldung und der Ticketkauf erfolgen im Besucherzentrum Herkules. "Es freut uns sehr, dass uns dieses kleine Ostergeschenk gelungen ist und auch der Herkules - fast - pünktlich in die Saison starten kann", sagte Martin Eberle, Direktor der Museumslandschaft Hessen Kassel.

Odenwald rechnet mit besserer Verteilung als im Winter

Das Felsenmeer in Lautertal im Odenwald

Auch in Südhessen mit zahlreichen Wanderwegen und dem Felsenmeer sind nach Angaben der Geschäftsführerin der Odenwald Tourismus GmbH, Kornelia Horn, bislang keine besonderen Maßnahmen geplant. "Es werden sicher viele Menschen rausgehen, und man kann nur hoffen, dass alle vernünftig bleiben." Anders als im Winter auf den Rodelbahnen würden sich die Menschen über Ostern viel mehr verteilen. "Sollte es anders kommen, wird man reagieren müssen", sagte Horn.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 01.04.2021, 19.30 Uhr