Eine Familie trägt einen selbst geschlagenen Weihnachtsbaum

Tannenbäume kann man zur Weihnachtszeit fast an jeder Straßenecke kaufen. Viele wollen den Baum aber selbst schlagen. Wir zeigen Ihnen, wo das möglich ist.

Na klar: Wer zu Weihnachten etwas auf sich hält, stapft durch den Schnee (wenn es denn mal welchen gibt) in den Wald und schlägt seinen Baum selbst. Man sollte dabei allerdings beachten, dass man nicht wahllos irgendeinen Baum umhaut. Denn: Heimlich Bäume zu schlagen, ist Diebstahl – und damit eine Straftat!

Es gibt aber genügend Orte in Hessen, an denen es erlaubt ist, Weihnachtsbäume zu "ernten". Hessen Forst zum Beispiel gibt dazu regelmäßig eine umfassende Liste heraus. 20 verschiedene Termine sind darauf in diesem Jahr vermerkt. Die Bewirtung vor Ort muss diesmal wegen der Corona-Pandemie ausfallen, manche Reviere bitten auch um Voranmeldung per E-Mail.

Christbaumfinder privater Erzeuger

Einen ähnlichen Service bietet der Arbeitskreis "Hessischer Weihnachtsbaum". Die hessischen Weihnachtsbaumerzeuger haben auf ihrer Website eine ausführliche Karte mit Betrieben aus dem ganzen Bundesland, von Bad Arolsen (Waldeck-Frankenberg) bis Gorxheimertal im Odenwald. Dort gibt es Bäume aus kontrolliertem Anbau, direkt vom Erzeugerbetrieb, dieses Jahr leider ohne begleitende Aktionen wie gemeinsames Glühweintrinken.

So bekommt man den Baum sicher nach Hause

Wenn Sie dann im Wald unterwegs sind, achten Sie unbedingt auf...

...das richtige Werkzeug. Eine Laubsäge oder eine Kettensäge eignen sich zum Beispiel nicht zum Schlagen. Eine Handsäge passt dagegen gut. Im Zweifelsfall fragen Sie im Baumarkt nach einer passenden Säge. Packen Sie außerdem Handschuhe ein, um sich vor Nadeln und Harz zu schützen. Wer Hilfe braucht, kann sich selbstverständlich an das Forstpersonal vor Ort wenden.

...die passende Größe. Zücken Sie am besten noch einmal den Zollstock, bevor Sie die Säge anlegen. Ein Tannenbaum wirkt nämlich deutlich kleiner, wenn er neben großen Bäumen steht.

...einen sicheren Transport. Um den Baum sicher nach Hause zu bekommen, sollten Sie ein paar grundsätzliche Regeln beachten: Der Baum muss natürlich so fixiert werden, dass auch bei einer Vollbremsung noch da bleibt, wo er platziert wurde. Das aus der Fahrschule bekannte Stichwort lautet hier "Ladungssicherung". Das funktioniert gut mit einem Dachträger und Spanngurten. Einfache Seile oder Expander sind dagegen zu unsicher.

Am besten transportiert sich ein Baum in einem dafür vorgesehenen Transportnetz. Haben Sie das nicht, sollten Sie den Baum so auf dem Autodach fixieren, dass die Spitze nach hinten zeigt. Dadurch verfängt sich der Wind weniger in den Ästen.

Alternativ können Sie den Baum auch in den Kofferraum packen. Er darf dabei allerdings nicht mehr als drei Meter herausragen. Transportieren Sie ihn auf dem Dach, darf er höchstens einen Meter überstehen. In beiden Fällen gilt: Er muss mit einer roten Fahne gekennzeichnet werden und darf weder die Rückstrahler noch das Kennzeichen verdecken. Das Auto mit geladenem Weihnachtsbaum darf nicht mehr als vier Meter hoch und 2,55 Meter breit sein. Bei einem Verstoß kann ein Bußgeld von bis zu 75 Euro fällig werden.

Sendung: hr3, "Die hr3 Morningshow", 01.12.2020, 05:00 Uhr