Goldkammer Frankfurt
Goldhirsch-Schmuck des Reitervolkes der Skyther (8./7. Jhd. v. Chr.) und eine südamerikanische Goldmaske (etwa 500 n.Chr.). Bild © Sonja Fouraté (hessenschau.de)

Wussten Sie, dass Gold eigentlich aus dem All kommt? Und dass die älteste Goldmine im heutigen Georgien liegt? Ein neues Museum in Frankfurt klärt auf - und hat Exponate für kleine und große Schatzsucher im Angebot.

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Goldmuseum

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zum Video Frankfurter Museum Goldkammer zeigt kostbare Exponate

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Knapp vier Milliarden Jahre ist es her, da soll ein Meteoritenregen Tod und Verderben über die Erde gebracht haben - aber auch eine der größten Kostbarkeiten der Menschheit: das Gold. Wie das Gold entstanden ist, das auf unseren Planeten niederging, ist im neuen Frankfurter Museum Goldkammer zu sehen, das an diesem Samstag eröffnet hat. Nach eigenen Angaben ist es einzigartig in Deutschland.

Anhand von rund 500 Ausstellungsstücken erzählt das Museum 6.000 Jahre Goldgeschichte. Es richtet sich vor allem an Familien und Kinder und beantwortet Fragen wie: Warum ist Gold eigentlich so wertvoll? Wo ist heute überall Gold verbaut? Was haben Jeans und Albert Einsteins Relativitätstheorie mit Gold zu tun? Und wie schwer ist so ein Barren eigentlich?

Der Action- und Spaßfaktor

Der Actionfaktor ist gering, der Spaß- und Wissensfaktor dafür aber umso größer: Das Museum liegt unter einer kernsanierten Frankfurter Westend-Stadtvilla nahe der Alten Oper und ist einem Stollen- und Grabkammersystem nachempfunden. Schon das Hinunterfahren mit dem Fahrstuhl fühlt sich an, als ob die Besucher in eine Goldmine herabgelassen werden.

Goldkammer Frankfurt
Auf digitalen Tafeln geht es unter anderem um Gold in der Wissenschaft. Bild © Sonja Fouraté (hessenschau.de)

Unten angekommen, beginnt die Reise durch die Geschichte des Goldes: Die Besucher erfahren, wie Gold entsteht, wo es einst herkam und dass die älteste Goldmine vor rund 5.000 Jahren im heutigen Georgien angelegt wurde. Weiter führt der Weg in grabkammerartige Gewölbe, in denen die 500 Goldartefakte präsentiert werden: Los geht es mit den ersten gegossenen Goldstücken aus dem 5. Jahrtausend vor Christus.

Dann sind Kunstschätze von Reiternomadenvölkern aus dem 8. und 7. Jahrhundert vor Christus zu sehen, es geht vorbei an der ersten geprägten Münze aus Gold, dem "Stater" des Königs Krösus (595 - 547 v. Chr.) bis hin zu der letzten erhaltenen Goldbüste eines römischen Herrschers namens Licinius I. (265 - 325 n. Chr.) - eines von mehreren Highlights der Ausstellung.

Goldkammer Frankfurt
Die Ausstellung zeigt auch bestens erhaltene Grabbeigaben aus Gold. Bild © Sonja Fouraté (hessenschau.de)

Ein weiteres wartet am Ende auf die Besucher: Goldschätze, die im 17. Jahrhundert mit spanischen Galeonen im Meer versunken waren und die in den 1980er Jahren von Tiefseetauchern geborgen wurden. Einen eigenen Raum hat das Museum für 300 Goldbarren aus der Sammlung der Bankiersfamilie Rothschild reserviert.

Aufenthaltsdauer

Goldkammer Frankfurt
In diesem Raum geht es um Goldschätze. aus dem Meer. Bild © Sonja Fouraté (hessenschau.de)

Eine Tour dauert eine gute Stunde - die Exponate werden durch Wandtexte erklärt, außerdem sind zahlreiche Animationen, Videos und digitale Schautafeln integriert. Wer will, kann sich auch einen kostenlosen Multimedia-Guide leihen.

Für Kinder ab vier Jahren gibt es besondere Multimedia-Angebote: Eine Goldader weist ihnen den Weg zu 15 (natürlich goldenen) Stationen, an denen sie einen QR-Code scannen können. Hier bekommen sie kindgerecht einige ausgewählte Exponate erklärt. Dafür können sie sich eine kostenlose App aufs Smartphone laden oder ein iPad ausleihen.

Goldkammer Frankfurt
Kindgerechter Multimediaguide. Bild © Sonja Fouraté (hessenschau.de)

Service

Es gibt ein Café und ein gehobenes Restaurant im Gebäude. Parkplätze direkt in der Nähe zu finden, dürfte schwierig werden, das Parkhaus Alte Oper ist aber nur wenige Gehminuten entfernt. Auch die U-Bahnstation Alte Oper ist in unmittelbarer Nähe.

Was mitzubringen ist

Neugier - und vielleicht Geld, sollte man im Museumsshop den einen oder anderen Goldschmuck kaufen wollen. Privater Betreiber des Museums ist übrigens eine Schwester des Goldhandelsunternehmens Degussa, das einen Verkaufsraum im Gebäude neben dem Museum hat.

Darauf ist zu achten

Das Museum eröffnet gerade, deswegen gibt es noch keine Führungen, sondern nur den Multimediaguide, den man auch als App aufs Smartphone laden kann.

Barrierefreiheit

Das ganze Haus ist mit Rollstuhl und Kinderwagen zugänglich.

Fazit

Die Goldkammer ist eine spannende Bereicherung der Frankfurter Museumslandschaft.

Weitere Informationen

Eintrittspreis: Erwachsene zahlen zehn Euro, ermäßigt fünf Euro. Sozialhilfeempfänger zahlen einen Euro. Der Eintritt für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren ist frei.
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 11 bis 17 Uhr. Montags bleibt das Haus geschlossen. Schulklassen und andere Gruppen können die Goldkammer an den Werktagen von 9 bis 11 Uhr besuchen.
Adresse: Kettenhofweg 27, 60325 Frankfurt
Kontakt: 069/860068298, goldkammer.de

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